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Alte RAKU steht vor dem Aus
Was einst mit der RAKU in Rastatt begann, endet nun wohl mit der Schließung des Standorts in Verantwortung des Konzerns Greiner.  Foto: Mauderer
05.07.2018 - 00:00 Uhr
Rastatt (ema) - Als Rastatter Kunststoffverpackungswerke (RAKU) schrieb das Unternehmen regionale Industriegeschichte, jetzt scheint die Tradition ihr überraschendes Ende zu finden. Das österreichische Unternehmen Greiner wird seinen Standort in Rastatt schließen. Betroffen sind 63 Mitarbeiter. Die Belegschaft ist geschockt.

Zu Spitzenzeiten arbeiteten in der 1957 gegründeten RAKU mehr als 600 Beschäftigte. Doch über die Jahre ging es stetig bergab mit der Produktion von Plastikflaschen für die Kosmetik-, Medizin- und Nahrungsmittelbranche. 2005 hatte der damalige Eigentümer, der US-Konzern Crown Cork & Seal, schon das Aus der Rastatter Fabrik beschlossen. Doch dann griff das österreichische Unternehmen Expan überraschend zu, um dann 2010 das Werk an Greiner zu verkaufen.

Der Konzern begründet die Schließung in Rastatt (betroffen ist auch das österreichische Werk in Wernberg) mit mangelnder Wettbewerbsfähigkeit der beiden Standorte. Trotz "intensiver Restrukturierungsmaßnahmen" sei es nicht gelungen, ausreichend Profit zu erzielen. Allein im Jahr 2016 verbuchte Greiner Packaging in Rastatt einen Fehlbetrag von 6,2 Millionen Euro. Jetzt sollen die betroffenen Produktionsbereiche innerhalb der Greiner-Gruppe verlagert werden.

Vor zwei Jahren kam es in Rastatt zum Konflikt zwischen Management sowie Betriebsrat und der Industrie Gewerkschaft BCE. Das Unternehmen wollte Maschinen stilllegen und verlagern sowie Stellen streichen. Dazu hatte man mit Stefan Rohr einen Sanierer als Geschäftsführer berufen (wir berichteten). Der hat nach BT-Informationen Anfang der Woche das Unternehmen verlassen.

Die Produktion in Rastatt soll bis Ende des Jahres aufrechterhalten werden. Den Mitarbeitern will der Konzern Angebote für andere Standorte unterbreiten. Außerdem soll ein Sozialplan für die Beschäftigten erarbeitet werden.

Die Belegschaft ist am Dienstagmorgen vom Management über die beabsichtigte Schließung informiert worden. "Es ist ein Hammerschlag für alle. Damit hat keiner gerechnet", sagte ein Betriebsrat dem BT. Tränen seien geflossen; die Mitarbeiter fühlten sich wie vor den Kopf gestoßen.

Denn eigentlich habe man das Gefühl gehabt, dass es langsam aufwärts geht. In den vergangenen beiden Jahren habe man sogar Personal eingestellt und ehemalige Beschäftigte reaktiviert, heißt es aus dem Betriebsrat. Allein: "Die Investitionen blieben aus."

Die Arbeitnehmervertreter wollen sich morgen mit der Gewerkschaft beraten. Ein Arbeitsplatz im Konzern dürfte für die wenigsten infrage kommen. Die nächste Greiner-Fabrik steht im Raum Stuttgart, verarbeitet aber keine Kunststoffe. Der Betriebsrat hofft, dass ein Investor oder Mitbewerber die Rastatter Fabrik kauft und damit die Arbeitsplätze doch erhalten bleiben.

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