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Hundetrainerin unterstützt Tierheim
Das Tierheim erweitert mit dem Hundetraining sein Arbeitsspektrum (von links): Silke Vierboom (mit 'Kara'), Sibylle Fritz und Jenny Bubeck (mit 'Karo').  Foto: Vetter
18.07.2018 - 00:00 Uhr
Rastatt (fuv) - Der Tierschutzverein Rastatt geht neue Wege im Umgang mit Hunden, die ins Tierheim kommen. Verhaltensauffälligkeiten bei den Tieren nähmen zu, sagt Vorsitzende Sibylle Fritz. Daher arbeiten die Tierheim-Fachkräfte nun mit einer Hundetrainerin zusammen.

Nach dem Vorstandswechsel im Tierschutzverein habe es gemeinsam mit dem Pflegeteam des Tierheims um dessen Leiterin Silke Vierboom eine Bestandsaufnahme gegeben, berichtet Sibylle Fritz - mit einem ernüchternden Ergebnis, was die Hunde betrifft. Immer mehr Exemplare des "besten Freunds des Menschen" seien so gestört, dass sie nicht vermittelbar seien, so Vierboom und Fritz. Auch für Tierpfleger sei der Umgang mit den Hunden problematisch, zuweilen gar gefährlich. Daher holte man sich nun die professionelle Unterstützung einer Hundetrainerin. In der Ausbildung zum Tierpfleger sei das Tierverhalten kein sehr intensiv behandeltes Thema, so Silke Vierboom und ihre Stellvertreterin Jenny Bubeck. Daher sind die fünf Tierheimmitarbeiter und der Azubi froh, seit dem Frühjahr mit der Trainerin arbeiten zu können.

Die Gründe, weshalb immer mehr auffällige Hunde im Tierheim landen, seien vielschichtig, so die Vorsitzende. Über die Lebensumstände von Tieren, die aus dem Ausland von gutwilligen Organisationen nach Deutschland gebracht werden, sei oft nichts bekannt. Habe ein Hund auf der Straße, womöglich mit anderen Artgenosse gelebt, sei es nicht einfach, ihn an ein Leben in einer Familie zu gewöhnen. Es gebe auch - vor allem in Osteuropa - die gezielte Züchtung von Hunden für den deutschen Markt. "Ein Hund ist so lange süß, wie er mit dem Kind in einer Kiste liegen kann, dann wird es kompliziert", kritisiert Sibylle Fritz unwissende Hundehalter. "Wenn ich mir einen Hütehund zulege, dann muss ich wissen, dass der beim Hüten halt zwickt, um beispielsweise Schafe zu lenken.".

Im Training der Tierheimmitarbeiter werden im Hundeauslauf Alltagssituationen simuliert und Aggressionsmuster getestet. "Das Stehen an einer Bushaltestelle beispielsweise, oder wenn ein Jogger im Vorbeigehen stolpert. Ein Hund kann das Händeschütteln zwischen seinem Herrchen und einem Fremden schon als Bedrohung für das Herrchen sehen und entsprechend reagieren. Auch den Besuch beim Tierarzt üben wir", erläutert Silke Vierboom. Während des Trainings bekommen alle Hunde einen Maulkorb. "Der Maulkorb ist wichtig, das ist zum Selbstschutz", so Sibylle Fritz, die mit den weit verbreiteten Vorurteilen gegen diese Mittel für das Training aufräumen möchte. Zum veränderten Training gehört auch, dass der Hundeauslauf einen Sichtschutz erhält, so dass die Tiere ungestört sind. "Wir sind kein Streichelzoo", unterstreicht die Tierschutzvereinsvorsitzende. Der Hundebereich wird vor der Öffentlichkeit abgeschirmt. Die Mitarbeiter, die laut Vierbooms Stellvertreterin Jenny Bubeck schon große Fortschritte in ihrem Wissen über das Verhalten der Hunde gemacht und auch bei schwierigen Kandidaten Erfolge erzielt hätten, geben ihre Wissen an die "Gassigeher" weiter. "Das ist wichtig, sonst versucht jeder, dem Hund etwas anderes beizubringen, was natürlich nicht klappen kann", sagt Sibylle Fritz, die selbst Erfahrung in der Hundeausbildung hat. Letztlich profitieren alle vom neuen Trainingsprogramm: die Pfleger, die Gassigeher, die Hunde und letztlich diejenigen, die sich nach eingehender Beratung für einen Hund aus dem Tierheim entscheiden.

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