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Fokus ist auf 2020 gerichtet
Oben der neue Monitor, unten am Bildrand die neuen Bänke: Beim Vor-Ort-Termin präsentiert die Bahn ihre Neuheiten am Bahnhof.  Foto: F. Vetter
27.07.2018 - 00:00 Uhr
Rastatt (dm) - Bis es spürbare Verbesserungen in Sachen Barrierefreiheit am Rastatter Bahnhof gibt, werden gehandicapte Menschen wohl bis zum großen Umbau, der 2020 beginnen soll, warten müssen. Bei einem vom städtischen Baufachbereichsleiter Markus Fraß moderierten Vor-Ort-Termin gestern mit Vertreten des Rastatter Expertenkreises Inklusion, der Bahn und der Stadt wurde deutlich, dass viele Wünsche auf der Liste, die der Arbeitskreis für die Übergangszeit bis dahin zusammengestellt hatte, wohl nicht umgesetzt werden.

Sven Hantel, DB-Bevollmächtigter für Baden-Württemberg, hatte bei einem Vor-Ort-Termin vor einem Jahr angeregt, dass die Arbeitskreis-Mitglieder als Experten in eigener Sache eine Liste mit Zwischenlösungen zusammenstellt. Ende 2017 lag diese vor, bereits im März zeigte sich der Kreis aber wenig begeistert von den Antworten der Bahn, die einige Vorschläge für nicht umsetzbar hält.

Das dürfte sich gestern nicht geändert haben: Immerhin ein Monitor, der künftig aktuelle Abfahrtszeiten und Infos in die Empfangshalle überträgt - montiert wurde er schon, Anfang August soll er in Betrieb gehen - und vier neue Bänke mit insgesamt zwölf Sitzplätzen präsentierte die Bahn. Außer der Zusage, per kontrastierenden Markierungen Treppenstufen sowie die Glastür zwischen Halle und Bahnsteig für Sehbehinderte besser erkennbar zu machen und per Beschilderung vor dem Eingang die Wegebeziehung im Bahnhof für Rollstuhlfahrer und Gehbehinderte zu kennzeichnen, blieben weitgehend offene Fragen oder abschlägige Antworten. Der Leiter des Bahnhofsmanagements Karlsruhe, Hans-Jürgen Vogt, betonte mehrfach, dass man sich bemühe und prüfe, bat aber auch um Verständnis, wenn nicht alles machbar sei.

Die von Hans Kühn für den Blinden- und Sehbehindertenverband geforderten durchgehenden Leitlinien für blinde Menschen werden vor dem Umbau ab 2020 so wohl nicht kommen, weil die Klebe-Lösung - auch wenn im öffentlichen Raum mehrfach angewendet - aufgrund der Böden im Bahnhof nicht tragfähig genug sei und zur Unfallgefahr werde, wenn sich die Streifen lösten. Mit Blick auf die "überschaubare Zeit" bis 2020 sei die Lösung auch nicht gerade günstig. Weitere Sitzgelegenheiten an den Bahnsteigen: Dafür seien diese zu schmal, weil für Gefahrensituationen bestimmte Breiten und Flächen einzuhalten sind. Automatische Türen seien aus technischen Gründen nicht vor dem großen Umbau einsetzbar. Was personelle Unterstützung anbelangt, zum Tragen der Koffer über die Treppen oder zum Ein- und Aussteigen am Bahnsteig - beispielsweise per E-Mail bestellbar -, das sei eine organisatorische Herausforderung, die Vogt "beim besten Willen" nicht zusagen konnte. Auch Plattformen am Gleis - man kennt das noch aus den Zeiten der Tunnelhavarie, als Rastatt kurzfristig ICE-Bahnhof war -, seien mangels Personal nicht machbar, Rampen für Rollstuhlfahrer, auf die Christoph Benedikt Scheffel unter anderem hinwies, ebenso wenig, - auch hier sieht der Bahnvertreter Unfallgefahr. Die Nutzung des einzigen barrierefreien Gleises 1: Nicht alltagstauglich, da Züge alle anderen Gleise überqueren müssten und dadurch der Bahnhofskopf für die Zeit lahmgelegt werde.

Schlau machen wolle er sich in Sachen absenkbarer Fahrkartenautomaten. Nachdem Joachim Hils (städtischer Fachbereich Jugend, Familie und Senioren) darauf hinwies, dass der Automat in der Halle ja extra auf einen Betonsockel gestellt wurde, wohl um ihn an stehende Erwachsene anzupassen - sagte Vogt Klärung zu. Der Fokus, das betonte er, liegt derzeit klar auf den Planungen für 2020, wenn der große barrierefreie Umbau des Bahnhofs beginnen soll. Seine Bitte an den Expertenkreis Inklusion war, ebenso den Fokus darauf zu legen. "Da werden die Voraussetzungen für die nächsten 100 Jahre gelegt."

Geprüft wird bis dahin nun noch ein Leitlinien-Provisorium für Blinde, das vom Gebäudeein- und Durchgang bis Gleis 1 führt. Zwar keine funktionale Verbesserung, aber eine Verschönerung: Die Unterführung soll in Zusammenarbeit mit der Stadt durch Bilder weiter aufgehübscht werden.

Am Ende gab's dann noch mal kritische Worte: Hasso Schmidt-Schmiedeach (Lebenshilfe) hätte sich gewünscht, dass einige seit Monaten bekannte Punkte bereits belastbarer geprüft worden wären, und Hans Kühn stellte für blinde Menschen fest, dass man für deren Belange im Prinzip so weit sei wie vor einem Jahr. Markus Fraß kündigte an, beim ein oder anderen Punkt noch mal nachzubohren.

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