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Mehr als Überwachung und Strafe
Zuletzt im Fokus: Die Pagodenburganlage in Rastatt. Das idyllische Plätzchen haben längst auch Vandalen für sich entdeckt.  Foto: wiwa/av
23.08.2018 - 00:00 Uhr
Von Sebastian Linkenheil

Rastatt - Nicht nur in Rastatt gibt es ein Vandalismusproblem. Doch die Pagodenburganlage und der Schlossgarten haben zuletzt besonders von sich Reden gemacht. Sowohl die für den Park zuständige staatliche Schlösserverwaltung also auch die Stadt als Eigentümerin der Pagodenburg setzen auf Wachdienste. In der jüngsten Sitzung des Jugend-, Sozial- und Kulturausschusses hat die Stadtverwaltung dargestellt, welche Möglichkeiten der Vorbeugung neben Überwachung und Strafe noch verfolgt werden - und für eine Aufstockung des Stellenplans geworben.

Vielerorts wird demnach wahrgenommen, dass Kinder und Jugendliche häufig scheinbar ziellos im öffentlichen Raum unterwegs sind und nichts mit sich anzufangen wissen. Es habe zunehmend den Anschein, dass fremdes Eigentum weniger geachtet wird (Vermüllung, Vandalismus) oder, dass die Zahl der Kinder und Jugendlichen steigt, die Grenzen übertreten. Das Ausloten von Grenzen und teilweise auch deren Überschreitung seien jugendtypische Verhaltensweisen auf dem Weg zum Erwachsenwerden. Hierbei sehen die Verantwortlichen das Setzen von Grenzen vorrangig als eine Aufgabe der Eltern an. Es es sei aber auch eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die weiter ergänzt wird durch Institutionen wie Schule, Vereine und auch kommunale Jugend- und Sozialarbeit. Wo es nötig ist, auch der Polizei und der Gerichte.

Die Kinder- und Jugendförderung der Stadt Rastatt will auf das Verhalten einwirken durch das Angebot eines offenen Kinder- und Jugendtreffs sowie aufsuchende Jugendarbeit auf öffentlichen Plätzen und mobile Angebote im öffentlichen Raum. Als Beispiele nennt die Verwaltung Sportangebote, Turniere, Spiel- und Treffmöglichkeiten.

Der städtische Kinder- und Jugendtreff in der Herrenstraße will als offene Einrichtung Kindern und Jugendlichen niedrigschwellige Angebote bieten. In diesem geschützten Rahmen können sie sich pädagogisch begleitet ausprobieren, müssen sich aber auch an Regeln halten.

Hintergrund

Bei der aufsuchenden mobilen Jugendarbeit suchen die Mitarbeiter wöchentlich Kinder und Jugendliche an unterschiedlichen öffentlichen Plätzen in der Kernstadt auf. Ziel ist ein offenes Kontaktangebot für Jugendliche zu unterbreiten. Es soll zu weitgehend festen Zeiten erfolgen, damit die jungen Menschen wissen, wann und wo sie die Mitarbeiter erreichen können. So soll der Angebotscharakter der mobilen Jugendarbeit unterstrichen, der Eindruck der Kontrolle verringert und die Möglichkeit der pädagogischen Intervention erhalten werden. Die Mitarbeiter orientieren sich bei den aufgesuchten Orten an den Schwerpunkten, die auch im Rahmen der Konzeptionsstreife des Polizeireviers Rastatt "SAPRA" (Sondereinsatzprogramm Rastatt) festgelegt wurden.

In Absprache mit der Polizei sei hierbei eine klare Trennung zwischen dem pädagogischen Wirken durch die Sozialarbeit und der Kontrolle durch Polizei und Ortspolizeibehörde wichtig, um die jeweiligen Arbeitsprinzipien nicht zu gefährden. Trotz dieser Trennung dringen die Mitarbeiter der Kinder- und Jugendförderung bei ihrer aufsuchenden Arbeit in die gefühlte Privatsphäre der Jugendlichen auf "ihrem" in Anspruch genommenen Platz ein, betonen die Verantwortlichen. Deswegen gibt es zusätzlich wöchentlich mobile Angebote nach dem "Freiraum"-Konzept: Die Mitarbeiter bieten eigene Angebote auf öffentlichen Plätzen an, die zum Verweilen, Spielen, Sport und Bewegung einladen. Während die aufsuchende mobile Jugendarbeit aus Sicht der jugendlichen Cliquen Gast auf deren Treffplatz sei, sei dies bei mobilen Angeboten der Jugendförderung genau umgekehrt.

Eine besondere und eigenständige Methode der sozialen Arbeit ist das sogenannte "Streetwork". Es richtet sich vor allem an Personengruppen mit selbst- oder fremdgefährdenden Verhaltensweisen wie Obdachlose, Drogenabhängige, Prostituierte und delinquente Jugendgruppen, die anders nicht mehr zu erreichen sind. Sie ist vornehmlich in Großstädten mit ihren besonderen Straßenszenen im Einsatz und sei in Rastatt nicht erforderlich - "glücklicherweise", wie die Stadtverwaltung betont.

Zur Ausweitung der Prävention sind aus Sicht der Stadtverwaltung die Öffnung des Kinder- und Jugendtreffs an fünf Tagen in der Woche und eine Stärkung der mobilen Jugendarbeit, insbesondere der Angebote im öffentlichen Raum, dringend erforderlich.

Bisher stehen im Stellenplan drei Vollzeitstellen zur Verfügung, wovon allerdings eine Vollzeitstelle bereits seit September 2017 unbesetzt ist. Trotz dreimaliger Ausschreibung und inzwischen erfolgter Entfristung sei die Wiederbesetzung schwierig gewesen. Seit August sei nun eine neue Kollegin zur Stelle, hieß es in der Sitzung.

Dies sei jedoch noch nicht ausreichend. Eine Erhöhung der Planstellen von drei auf vier Stellen und deren Besetzung sieht die Stadt als Voraussetzung für die erforderliche Präventionsarbeit an.

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