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Der mächtige Strom als Entschleuniger
Das Ufer des Rheins in Plittersdorf haben Rita Gej (links) und ihre Freundin Siggi als Sommerdomizil auserkoren. Den Vierbeinern 'Bijou' und 'Stanley' gefällt's. Foto: Hauptmann
29.08.2018 - 00:00 Uhr
Von Yvonne Hauptmann

Rastatt - Leise fließt der Rhein dahin. Ein laues Lüftchen weht, es ist etwas bewölkt, aber angenehm warm: Genau die richtige Witterung für einen Tag am Fluss. Und in der Tat: Am Ufer des Rheins in Plittersdorf finden sich immer viele Besucher. Die meisten von ihnen bringen gar ihre eigenen Stühle mit und genießen die Ruhe und die entschleunigende Wirkung des mächtigen Stroms.

"Unsere Kinder schicken uns momentan immer Fotos aus dem Urlaub am Meer. Da dachten wir, wir fahren jetzt auch mal ans Wasser", scherzt Gertrud Mörmann aus Gernsbach-Lautenbach. Zusammen mit ihrem Mann Sigmund sitzt sie auf einer Bank und beobachtet die Schiffe, die vorbei ziehen. Früher seien sie oft hier gewesen, erinnert sich die Gernsbacherin. "Als die Enkel noch klein waren. Das war immer schön." "Erinnerst Du Dich noch, wie sie gefragt haben, ob es im Rhein Krokodile gibt?", fragt Sigmund Mörmann seine Frau. Beide lachen - und wirken erholt.

"Das macht der Vater Rhein. Der hat beruhigende Wirkung", sagt August Kaeufling aus Beinheim mit einem Augenzwinkern - und wirft nur kurz danach einen sorgenvollen Blick auf den Fluss. "Im Moment hat er aber zu wenig Wasser. Das bereitet mir Sorgen." Kaeufling hat recht. Im Rhein sind die ansonsten überfluteten Kiesbänke zu sehen und die Buhnen ragen weitaus höher aus dem Wasser heraus als sonst.

"Wer weiß, wie lang die Schiffe da noch fahren können, wenn es jetzt nicht mal richtig regnet. Wird ja alles teurer, wenn die Güter nicht transportiert werden können." Kaeufling ist oft hier am Plittersdorfer Rheinufer, immer dabei: sein Terrierrüde "Léon". Der Elsässer erledigt seine Einkäufe in der Regel auf der deutschen Seite des Flusses, ist also regelmäßiger Grenzgänger. "Und nach dem Einkaufen gehe ich zum Frühschoppen". August Kaeufling ist heute über die Rheinbrücke in Wintersdorf gefahren - "wie eigentlich fast immer. Die Fähre ist mir zu unzuverlässig, die ist so oft außer Betrieb". Auch an diesem Vormittag verkehrt sie nicht. Deshalb herrscht auch weniger Betrieb. Selbst die Fahrradfahrer bleiben weitgehend aus. Terrier "Léon", liebevoll "Lélé" genannt, hat derweil zwei Spielkameraden gefunden: Chihuahua "Bijou" und Yorkshireterrier "Stanley" sind mit ihren Frauchen am Rhein zu Besuch - wie an jedem Sommertag, wenn es nicht regnet. Rita Gej und ihre Freundin Siggi aus Rastatt sind bestens vorbereitet: Campingtisch samt Filzauflage, gemütliche Stühle, Verpflegung für den ganzen Vormittag und natürlich ein gemütliches "Bett" für ihre beiden Vierbeiner haben sie aufgebaut. Aus der Thermoskanne gibt es Kaffee. Pünktlich um 8.30 Uhr jeden Morgen machen sich die beiden auf den Weg an den Rhein. Bis 14 oder 15 Uhr sind sie hier im Schatten der Linden in der Regel anzutreffen. "Die Ruhe ist herrlich", sagt Rita Gej. "Und die frische Luft, das ist einfach wunderbar", sagt ihre Freundin. Die beiden Rentnerinnen stecken gerade mitten in einer Partie Rummykub, einem Gesellschaftsspiel. "Für Kartenspiele ist es hier meist zu windig", sagt Rita Gej. "Bijou" und "Stanley" werden natürlich auch verwöhnt. Sie lassen sich im Körbchen den Wind um die fellbesetzten Ohren wehen und genießen ab und zu ein Leckerli.

Wie der Rhein, so fließt auch der Vormittag an seinem Ufer in Plittersdorf langsam dahin. Wasservögel machen gelegentlich Rast, die Sonnenstrahlen brechen sich in der silbern glitzernden Wasseroberfläche. Es passiert nicht viel an diesem Sommermorgen - und vielleicht ist das auch das Geheimnis dieses Orts und die Erklärung dafür, warum er so eine Faszination auf viele ausübt. Gertrud Mörmann bringt es auf den Punkt: "Ein paar Stunden hier zu verbringen, das ist wie ein Kurzurlaub."

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