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Kräftiges "Nein!" wird spielerisch eingeübt
Die Kuppenheimerin Christine Theberath ist mit ihrer Puppe Irmi in der Region unterwegs.  Foto: Koch
02.10.2018 - 00:00 Uhr
Von Markus Koch

Kuppenheim - Eine Frau, die das siebenjährige Mädchen Irmi küssen möchte, ein Junge, der es auf ihren Roller abgesehen hat, der Nachbar, der sie in seine Wohnung mitnehmen will: Auf dem Spielplatz gibt es einige Situationen, bei denen Irmi gefordert ist, "Nein" zu sagen. Irmi ist die Handpuppe von Christine Theberath aus Kuppenheim, die 2014 in Zusammenarbeit mit der Polizei ein Präventionsprojekt entwickelt hat und seither in zahlreichen Kindergärten und Grundschulen in der Region auftritt.

Die 36-jährige Erzieherin aus Kuppenheim arbeitet im katholischen Kindergarten Sankt Wendelinus in Haueneberstein und hatte schon immer ein Faible fürs Theater. Zunächst arbeitete sie bei verschiedenen Theaterprojekten in der Region mit, bevor sie diverse Fortbildungen in diesem Bereich besuchte.

Auf den Geschmack gekommen, spielte Christine Theberath einige Zeit beim Karlsruher Improvisationstheater "Bühnensprung" mit. Mit dem Präventionsverein "Lebenswertes Murgtal" leitete sie das Projekt "Mut statt Wut", in dessen Rahmen auch ein Theaterstück entworfen wurde, berichtet die 36-Jährige.

Danach gab es Anfragen von Kuppenheimer Kindergärten an das Polizeirevier in Gaggenau, ob es nicht auch ein Stück über sexuellen Missbrauch gebe. Jugendsachbearbeiter Georg Bierbaums rief bei Christine Theberath an und fragte sie, ob sie ein Theaterstück zu diesem Thema konzipieren könnte. Sie entwickelte daraufhin die Handlung für das Stück "Irmi und das Nein!", anschließend arbeitete sie gemeinsam mit der Polizei noch Details aus.

Im Jahr 2014 wurde das Theaterstück erstmals aufgeführt, 2015 stieg die Nachfrage im Murgtal stark an, berichtet Christine Theberath im BT-Gespräch. Dann gesellten sich Rastatter Schulen hinzu, seit diesem Jahr tritt die Puppenspielerin auch in Baden-Baden auf.

Bevor das interaktive Theaterstück in einem Kindergarten oder in einer Grundschule aufgeführt wird, findet ein Elternabend statt, an dem Kriminalhauptkommissarin Karin Saar vom Polizeipräsidium Offenburg für Fragen zum Thema zur Verfügung steht. "Es geht darum, die Eltern aufmerksam zu machen, richtig hinzuschauen und Kinder in ihren Gefühlen ernstzunehmen und sie zu respektieren", verdeutlicht Christine Theberath, die selbst zwei Kinder im Alter von acht und zehn Jahren hat.

Das Theaterstück, in dem Szenen aus dem Alltag eingearbeitet sind, soll die Kleinen bestärken, "Nein" zu sagen und für sich Entscheidungen zu treffen, führt die Erzieherin weiter aus. Sie bindet die Kinder ins Stück ein und stellt anhand der Reaktionen fest, wie sehr diese sich in die Handlung hineinziehen lassen. Die Kinder üben, laut "Nein!" zu sagen und Irmi zu helfen, dies auch zu tun. "Sie sollen lernen, sich Hilfe zu holen, wenn sie ein komisches Bauchgefühl haben", erläutert die Pädagogin. Weiterhin werde den Kindern vermittelt, wie wichtig es sei, den Eltern alles zu erzählen - auch die "schlechten Geheimnisse".

Neben ihren zahlreichen Auftritten als Puppenspielerin leitet die engagierte Kuppenheimerin auch noch eine Theatergruppe für Kinder von der zweiten bis zur siebten Klasse im Vereinsheim Alte Schule.

Daneben ist die 36-Jährige im Vorstandsteam des örtlichen Vereins Hinz und Kunz aktiv, der jährlich vier Kulturveranstaltungen in Kuppenheim organisiert, unter anderem das Holy Forest Knöpfle-Festival.

"Mit dem Theaterspielen kann ich nicht nur in eine andere Welt eintauchen und Menschen begeistern, sondern auch ernste Themen so darstellen, dass Kinder sie verstehen und sogar Spaß dabei haben", erklärt Christine Theberath, was für sie an ihrem Theaterprojekt reizvoll ist.

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