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Nachbarn mit offenen Augen
'Man kann als Nachbar etwas bewirken', so die Botschaft der Polizei (auf dem Foto: Revierleiter Andreas Dahm und Polizeiobermeisterin Janina Naber) - gerade jetzt, da mit der dunklen Jahreszeit in der Regel ein Anstieg der Einbruchskriminalität einhergeht.  Foto: dm
06.10.2018 - 00:00 Uhr
Rastatt (dm) - Ein mutmaßlicher Einbrecher sitzt seit einigen Wochen in Untersuchungshaft, weil Zeugen aus der Nachbarschaft die entscheidenden Hinweise zu dessen Ergreifung hatten geben können. Das kommt selten vor, wie die ermittelnden Polizeibeamten feststellen - und kann als beispielhaftes Vorbild gelten. "Gute Nachbarn passen auf", lautet der Appell der Ordnungshüter und Strafverfolger. Gerade jetzt, da die dunkle Jahreszeit wieder hereinbricht und die Zahl der Wohnungseinbrüche in der Regel nach oben geht.

Ende August war es, als sich im Bereich der Rastatter Münchfeldsiedlung die Vorfälle häuften: Zwei vollendete und zwei versuchte Wohnungseinbrüche beschäftigten die Polizei, ohne dass sich zunächst eine konkrete Spur zu einem mutmaßlichen Täter auftat, wie Revierleiter Andreas Dahm und Kriminalhauptkommissar Jürgen Ringwald erläutern - bis eben wichtige Beobachtungen aus der Nachbarschaft zu einem Tatverdächtigen führten. Bei einem Termin im Revier bedankte sich die Polizeiführung nun bei sechs maßgeblichen Zeugen.

Einer Zeugin war der inzwischen Festgenommene eines Vormittags fast vor die Füße gesprungen - vom Nachbargrundstück aus, einen Einkaufstrolley in der Hand. Sie meldet den Vorfall. Tags darauf beobachtet eine junge Frau, wie sich ein Unbekannter am Kellerfenster einer Nachbarwohnung zu schaffen macht, registriert, dass die Autos der Bewohner, die sie kennt, nicht am Platz stehen. Sie ruft ihre Mutter, die die Polizei alarmiert. Bei einem Paar, das bereits von einem Einbruch betroffen war, wird einige Tage später versucht, erneut einzubrechen. Nun fährt der Mann durch die Gegend, warnt Leute in der Umgebung - "macht eure Augen auf" -, gibt ihnen eine bis dahin bekannte Personenbeschreibung weiter. Deshalb wiederum erkennt jemand später einen Mann, auf den die Beschreibung zutrifft, mit einer Frau und Gepäckstücken am Straßenrand stehend. Er gibt das an den Betroffenen weiter, der zu der Stelle fährt. Die Nachbarin, die den Verdächtigen damals direkt gesehen hatte, kommt mit, um die Person zu identifizieren. Man ruft die Polizei, und die kommt, wie im TV-Krimi, gerade noch rechtzeitig: Als zwei Streifenwagen eintreffen, sitzt der Verdächtige samt Gepäck schon in einem inzwischen eingetroffenen kleinen Reisebus, um davonzufahren. Stattdessen gelingt die Festnahme. Ein Großteil des umfangreichen Diebesguts - unter anderem Schmuck und Geräte der Unterhaltungselektronik - kann letztlich sichergestellt werden. Dass dann sogar noch ein "Beifang" gelingt, ist Kommissar Zufall zuzuschreiben - und der beteiligten Polizeiobermeisterin Janina Naber. Die erkennt in einem gerade des Weges kommenden Pärchen zwei wegen räuberischen Diebstahls gesuchte Verdächtige. So gibt es an diesem Tag zwei weitere Festnahmen.

"Wir kommen lieber einmal zu viel"

"Sie haben alle sehr gut reagiert", lobt Polizeichef Dahm die Zeugen. Die Nachbarn kennen, sich kümmern, die Augen nicht verschließen, die Polizei zeitnah informieren: Das kann sich auszahlen. Dass die Telefonnummern gegenseitig bekannt waren, habe den schnellen Informationsfluss zudem begünstigt. Für die Polizei ist solch ein Fall ein positives Exempel. Die Botschaft: Man kann als Nachbar etwas bewirken. Polizeichef Dahm ermutigt, im Zweifel anzurufen: "Wir kommen lieber einmal zu viel, als einmal zu wenig."

Statistisch gesehen, sind in den vergangenen zehn Jahren durchschnittlich 83 Wohnungseinbrüche jährlich in Rastatt registriert worden. Was ein solches Eindringen in die Privatsphäre mit einem macht, das schildert eine Betroffene eindringlich: "Wie man da von der Psyche her leidet, kann man nur nachvollziehen, wenn man selbst betroffen ist." Hilflos, überfordert, schlaflos, an den Nerven zerrend - vor allem, nachdem ein zweites Mal versucht wurde, ins Haus einzubrechen. "Ich wusste, wenn sie ihn nicht kriegen, werde ich nicht mehr normal..."

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