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Baustellen-Festival geht auf die Nerven
Blechlawine in der Ortsdurchfahrt von Rastatt: Stadt und Landkreis sind in Kontakt wegen einer Optimierung der Ampelschaltung.  Foto: Mauderer
25.10.2018 - 00:00 Uhr
Rastatt (ema) - Die Dichte an Baustellen auf Rastatts Straßen geht auf die Nerven. Das zeigen Anrufe von Bürgern beim BT und jüngste Äußerungen im Rastatter Gemeinderat und Kreistag. Im Rathaus räumt man ein, dass die Abstimmung optimierbar ist.

Autofahrer können sich vor Baustellen in Rastatt derzeit kaum retten. Obere Kaiserstraße, Karlstraße, Carl-Schurz-Straße, Leopoldring: Ausgerechnet zentrale und stark genutzte Achsen sind parallel blockiert. Da kann es nur schwach trösten, dass seit wenigen Tagen wenigstens die Jahnallee beim Freibad wieder befahrbar ist, nachdem die Arbeiten an der Bahnunterführung abgeschlossen sind. Hinzu kommt die Dichte am nördlichen Stadteingang mit den Bundesstraßen 3, 36 und 462, weil sich Verkehr durch die Baustelle auf der A5 verlagert.

Unverständnis wegen der Situation brachten am Montag Simone Walker (FuR) und Brigitta Lenhard (CDU) am Ratstisch zum Ausdruck. Zum einen, weil so viele Baustellen parallel abgewickelt werden, zum andern wegen offenbar mangelnder Abstimmung zwischen Stadt und Stadtwerken.

Zumindest Letzteres bestätigte Bürgermeister Raphael Knoth, der einräumte, dass in dieser Hinsicht die Kommunikation zwischen Rathaus und Energieversorger, der gerade die Carl-Schurz-Straße für die Wärmeversorgung in Beschlag nimmt, besser werden könne.

Besser werden soll auch die Ampelsteuerung in der Ortsdurchfahrt, wie Markus Fraß, Fachbereichsleiter Bauen und Verkehr, ankündigte. Man sei bereits mit der Kreisverwaltung im Kontakt. Allerdings zweifelte Landrat Bäuerle im Kreistag an, dass die Ampeln der Kern des Übels seien, nachdem Renate Schwarz (SPD) Handlungsbedarf angemahnt hatte. Er spielte vielmehr den Ball an die Stadt und das Regierungspräsidium zurück wegen der Baustellen in Rastatt und auf der Autobahn.

Auf BT-Nachfrage zur Lage heißt es aus dem zuständigen Fachbereich im Rathaus, dass man einiges dafür tue, um die Baustellen in der Stadt Rastatt möglichst verträglich aufeinander abzustimmen. Dazu führe man regelmäßig Gespräche mit den Stadtwerken. Fast alle Projekte hätten einen größeren zeitlichen Vorlauf, "der unbedachte Schnellschüsse gar nicht zulässt".

Allerdings gestalte sich die Koordination mit externen Vorhabenträgern (Landkreis, Regierungspräsidium, Bahn) schwieriger; sie sei noch verbesserungsfähig. "Es ist jedoch illusorisch zu glauben, dass eine Baumaßnahme wie die A5 sich an den Rastatter Stadtbaustellen orientiert", so die Straßenbauexperten. Dies sei auch nachvollziehbar, da solche Maßnahmen sonst nie durchgeführt werden könnten.

Und auch bei der Koordination von Baumaßnahmen der DB ist der städtische Handlungsspielraum begrenzt. So sei man "regelrecht gezwungen" gewesen, die Sperrung der Jahnallee und die Reduzierung der Durchfahrtshöhe der Unterführung zum Freibad zu akzeptieren. "Aufgrund der Kurzfristigkeit dieser Maßnahme der DB konnte auch in der Karlstraße nicht mehr gegengesteuert werden, weil diese Maßnahme bereits an die Baufirma vergeben war und die Arbeiten entsprechend vorbereitet und getaktet waren."

Wie die Baustelle in der Karlstraße hängen laut Verwaltung auch andere Baustellen im Stadtgebiet (zum Beispiel Carl-Schurz-Straße) mit dem Ausbau des Nahwärmenetzes der Stadtwerke zusammen. Und die nächsten Baustellen kündigen sich mit dem Ausbau des Breitbandnetzes bereits an.

Die Straßenbauexperten im Rathaus verweisen auf den Sanierungsstau und das Wachstum des Verkehrsaufkommens; gleichzeitig sei die Verkehrsinfrastruktur nicht im gleichen Maße mitgewachsen. Deshalb wird die Baustellensituation in den nächsten Jahren nicht besser. Die Sanierungsnotwendigkeit sei inzwischen noch viel höher, als es die verfügbaren Kapazitäten sind, so die Einschätzung im Rathaus. Man wolle zwar Abstimmung und Kommunikation verbessern. Das Bauen - nicht nur in Rastatt - berge aber immer Risiken, was zu zu zeitlichen Verzögerungen und damit auch Überschneidungen mit anderen Maßnahmen führen könne.

Der Fachbereich Bauen und Verkehr will aber auch den Blick über die Baustellen hinaus weiten: "Noch mehr Straßen für noch mehr Autos werden keine Lösung sein." Es müsse gelingen, die Menschen von anderen Verkehrsträgern zu überzeugen (ÖPNV, Fahrrad). Im Rahmen des derzeit von der Verwaltung zu erarbeitenden Mobilitätskonzepts müssten Zielkonflikte offen diskutiert werden, um eine klare Linie zu finden .

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