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Traurige Weihnachten für Familie Loquace
Traurige Weihnachten für Familie Loquace
06.12.2018 - 00:00 Uhr
Ötigheim (yd) - Ein paar Rentiere und Sterne aus Holz, dazu zwei schmucklose Kerzenleuchter: Mehr Weihnachtsdeko findet sich nicht im Haus von Stefanie Loquace in Ötigheim. Dabei konnte es früher gar nicht genug funkeln und glitzern. Aber in diesem Jahr ist eben alles anders bei der jungen Familie: viel trauriger. Am 11. Juni hat die Loquaces ein Schicksalsschlag getroffen, der bis heute nachhallt und tiefe Wunden hinterlassen hat.

Dabei fing alles mit der Fahrt in einen Familien-Kurzurlaub an den Bodensee an: Stefanie Loquace, ihr Mann Michele, ihre beiden damals fünfjährigen Zwillingstöchter Alice und Chiara sowie die zwei Familienhunde waren im Auto unterwegs. "Wir waren sehr glücklich. Zwei Tage zuvor hatte ich erfahren, dass ich schwanger bin. Ein absolutes, sehr lange ersehntes Wunschkind", erinnert sich die 31-Jährige. Und dann, kurz vor Schramberg auf der B462 passierte das Unfassbare: Eine riesige Fichte, die am Straßenrand stand, fiel um und knallte auf das Auto der Ötigheimer Familie. "Ich habe erstmal gar nicht verstanden, was gerade passiert ist. Das ganze Auto war voller Blut", erinnert sich Stefanie Loquace an den schrecklichen Unfall. Ihr Mann Michele, der am Steuer gesessen hatte, starb noch an der Unfallstelle, das erfuhr sie aber erst später, auf der Intensivstation. Eine der beiden Töchter, die hinter dem Fahrersitz saß, war schwer verletzt, die andere hatte nur leichte Blessuren. "Wir wurden alle in verschiedene Krankenhäuser gebracht, ein ziemliches Chaos." Schon früh hätten auch die Kinder in den anderen Kliniken erfahren, dass ihr Vater nicht mehr lebt: "Sie haben mich bei unserem Wiedersehen als Erstes gefragt, ob der Papa jetzt ein Engel sei?".

Bereits nach kurzer Zeit entschloss sich Stefanie Loquace, mit ihren beiden Mädchen nach Hause zurückzukehren und die Klinik zu verlassen. "Körperlich ging es uns besser. Psychisch aber natürlich nicht. Ich habe in den ersten Wochen und Monaten nach dem Unfall wie in einer Blase gelebt: Ich wusste, ich muss mich um meine Kinder kümmern, aber ich hatte einfach nicht die Kraft dazu, ich konnte nur da sitzen und in die Luft starren", erinnert sich die 31-jährige, die im Murgtal aufgewachsen ist. Eine Freundin sei zeitweise bei ihr eingezogen, die Familie half mit, bis sich schließlich wieder so etwas wie ein Alltag einstellte. "Ich habe gelernt, zu funktionieren. Für meine Kinder."

Im Februar soll das Baby zur Welt kommen, von dem die Loquaces kurz vor ihrem Urlaub im Juni erfuhren. Es wird ein Junge. "Das zu erfahren, war für mich erst einmal ein Schock", sagt die Ötigheimerin. "Michele hatte sich so einen Sohn gewünscht." In den ersten Wochen nach der Tragödie habe sie vor lauter Trauer fast vergessen, dass sie schwanger ist. "Inzwischen kann ich mich aber auch ein wenig darüber freuen. Mein Schwager sagt immer, da wird dann nicht nur sein Neffe geboren, sondern auch sein Bruder." Eines der Ultraschallbilder hat Stefanie Loquace mit in die Urne gegeben, "so hat er ihn wenigstens ein bisschen bei sich".

Vor dem bevorstehenden Weihnachtsfest hat sie dennoch ein wenig Angst, weil es so anders sein wird. "Den Kindern zuliebe werden wir aber trotzdem einen Baum aufstellen. Auch Plätzchen und Geschenke soll es geben. Nur auf eines möchte die Ötigheimerin verzichten: "Eigentlich haben wir immer an Heiligabend viel gesungen. Aber das kann ich in diesem Jahr auf keinen Fall."

Das Einkommen von Familie Loquace wurde in der Vergangenheit hauptsächlich vom Vater bestritten, Stefanie Loquace und ihre Kinder sind seit dem Unfall auf Sozialleistungen angewiesen und dankbar um jede finanzielle Unterstützung. Vor allem benötigt die Familie dringend ein Auto, der Kleinwagen, den Stefanie Loquace bisher fährt, bietet nicht genug Platz, und der Familienwagen wurde bei dem Unfall komplett zerstört.

Der Bruder von Michele Loquace hat deshalb ein Spendenkonto für seine Schwägerin Stefanie und die Kinder eingerichtet. Die IBAN lautet: DE28 6605 0101 1021 8313 24. Verwendungszweck: "Michele".

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