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Waldorfschule auf Wachstumskurs
Waldorfschule auf Wachstumskurs
14.12.2018 - 00:00 Uhr
Rastatt (ema) - Was 1998 mit 46 Schülern und sechs Lehrern in der alten Kaserne auf dem Canrobert-Gelände begann, ist 20 Jahre später eine florierende Bildungsstätte mit Ausstrahlung nach ganz Mittelbaden: Die Waldorfschule ist längst eine feste Größe in der regionalen Bildungslandschaft. Und die Entwicklung geht weiter - was aktuell die Erweiterung des Gebäudes dokumentiert.

Wer die Ludwig-Wilhelm-Straße passiert und den Blick über die alte denkmalgeschützte Kaserne schweifen lässt, erkennt die jüngste Neuerung der Schule: Ein Anbau, in dem man die Kernzeitenbetreuung für die Grundschüler außerhalb der Unterrichtszeiten sicherstellt, wie die Lehrkräfte Denis Lange und Silvia Abrasch im BT-Gespräch erläutern.

Das Betreuungsangebot bewerkstelligte man bislang im benachbarten ehemaligen Werola-Gebäude, in dem der Waldorfkindergarten untergebracht ist. Doch der platzte schier aus allen Nähten. Der Trägerverein der Kita hat mittlerweile das Werola-Gebäude gekauft, saniert und verfügt mit dem Auszug der Schüler auch über mehr Platz. Die Kita ist voll belegt, mit 50 Kindern über drei Jahren und zehn Kleineren in der Krippe.

Mangel an Nachwuchs für die Waldorfschule besteht also nicht - obwohl die Einrichtung ebenfalls an Grenzen stößt. Keine leichte Angelegenheit war es dabei, den jüngsten Anbau zu verwirklichen. Die Schule hatte zunächst damit geliebäugelt, auf dem Areal zum Tapis vert hin zu bauen. Dort besteht seit Jahren eine Reservefläche für eine Turnhalle, auf die die Schule weiter spart. In Abstimmung mit der Stadt entschloss man sich, an der Ludwig-Wilhelm-Straße zu wachsen. Die angepeilte dreistöckige Lösung und der Einbau eines Aufzugs gingen allerdings beim Denkmalamt nicht durch. Herausgekommen ist jetzt ein Anbau im Keller, von dem die Kinder einen Zugang zum ebenfalls neu angelegten Spielplatz haben.

Bis auf die Turnhalle - die Waldorfschule muss deshalb nach Plittersdorf, in die Karlschule und aufs RTV-Gelände ausweichen - sind die größten Baumaßnahmen zunächst mal erledigt. "Die Pionierphase ist vorbei", sagt Denis Lange. Schritt für Schritt ist die Schule in den 20 Jahren gewachsen - auch unter tatkräftiger Mithilfe der Eltern. Die Schüler können die Mittlere Reife und in der 13. Klasse das Abitur ablegen; die Nachmittagsbetreuung für Grundschüler wird immer stärker nachgefragt. Zum Betrieb gehört die eigene Küche, in der täglich rund 100 Essen zubereitet werden. 322 Schüler werden derzeit von 33 Lehrkräften unterrichtet.

Als Gewinn werten es Denis Lange und Silvia Brysch, wie die Waldorfpädagogik mit ihrer lebenspraktischen Orientierung und "Sinnenpflege" dem gesellschaftlichen Wandel im Zeichen von Digitalisierung, Computer und Handy begegnet. Bei Aufnahmegesprächen stellen die Lehrkräfte verstärkt fest, wie die Reife von Kindern beeinträchtigt ist - bis hin zu Defiziten in der Motorik und seelischen Mangelerscheinungen. Die Waldorfpädagogen halten das umfangreiche Angebot an Projekten und Praktika für hilfreich, um die Schüler zu stärken. Sie freuen sich, dass immer wieder von Betrieben die Rückmeldung kommt, dass die Schüler ein ausgeprägtes praktisches Verständnis zeigen.

Denis Lange ist daran gelegen, dass mit dem Unterricht die "gegenseitige Wahrnehmung" gestärkt wird. Dass "der Einzelne nur sich selbst sieht", sei ein Merkmal der Zeit, dem man mit einer "Bewegung der Gemeinsamkeit" entgegenwirken wolle. In diesem Sinne will die Waldorfschule sich noch stärker mit anderen Institutionen austauschen.

Eine weitere Gelegenheit dazu bietet sich im kommenden Jahr, wenn die Waldorfschule ihr 20-jähriges Bestehen nachträglich feiern will. Die Feier wurde deshalb verschoben, weil man zugleich an den Start der dann 100-jährigen Waldorf-Bewegung erinnern will - 1919 wurde in Stuttgart die erste Waldorfschule gegründet. Zu dem "Doppeljubiläum" will die Rastatter Schule im September an zwei Tagen in der Reithalle zu Vorträgen und Workshops einladen.

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