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Musik stärkt und verbindet
11.01.2019 - 00:00 Uhr
Rastatt (ema) - "Wir sind anders", sagt Hannah Maisch. Die Schülerin der August-Renner-Realschule spricht im Brustton der Überzeugung. Der feine Unterschied zu vielen ihrer Mitschüler: Hannah lernt in der Schule ein Blasinstrument - und ist damit mit fast 50 weiteren Mitschülern Teil einer Erfolgsgeschichte an der Realschule. Wer heute Abend den städtischen Neujahrsempfang in der Badner Halle besucht, kann davon einen Eindruck gewinnen.

Nervös wegen des ersten Auftritts vor ganz großem Publikum? "Nö", sagt Mia Borgiel, die es "toll" findet, mit anderen Leuten in einer Gruppe zu spielen. Die Gruppe - das sind an diesem Donnerstagmorgen bei der Generalprobe in der Badner Halle 28 Sechst- und Siebtklässler, die noch mal das Programm für ihren großen Auftritt durchgehen.

Das Orchester ist Ergebnis des Projekts "Bläserklasse", das die Realschule im Schuljahr 2016/2017 startete und mit dem sich die Schule im Raum Rastatt ein Alleinstellungsmerkmal zugelegt hat. "Es kommt mittlerweile sehr gut an", freut sich Projektleiter Benjamin Jacob, der heute Abend auch das Orchester dirigieren wird. In diesem Schuljahr legten sogar 21 Fünftklässler in der jüngsten Bläserklasse los. Ziel ist es, bis in drei Jahren in allen Stufen diesen musikalischen Zug zu fahren.

Mit Yvonne Fritz und Annelie Burster hat Jacob zwei Kolleginnen an der Seite, die das Projekt mit begleiten. Weitere Lehrkräfte stehen bereit. Sie alle schätzen die Unterstützung, die sie für dieses besondere Schulprofil erhalten. Angefangen vom Förderverein, der die Instrumente kauft und an die Schüler vermietet. Über die vier Lehrkräfte der städtischen Musikschule Rastatt, die an einem Vormittag pro Woche in der Schule Instrumentalunterricht erteilen. Bis hin zur Schulstiftung Baden-Württemberg, die das Projekt wohlwollend berücksichtigt.

Benjamin Jacob ist von den Bläserklassen nicht nur deshalb überzeugt, weil sie das Schulleben mit ihren Auftritten bereichern. Er stellt auch immer wieder fest, welche "Erfolgsmomente" die Schüler bei der Ausübung ihres Hobbys in der Schule erleben und wie der Zusammenhalt gerade in der Bläserklasse wächst. Motto: Musik stärkt und verbindet. Das macht der Musikpädagoge auch daran fest, dass seine Schüler mit der Zeit "deutlich zuverlässiger" werden und sich positive Effekte in Sachen Konzentration und Organisation einstellen.

Ein wesentliches Merkmal der Bläserklasse ist, dass alle Schüler bei "null" anfangen. In den Klassen fünf und sechs ist das Angebot Pflicht. Dass die Schüler der Bläserklasse in der jetzigen siebten Jahrgangsstufe alle bei der Stange geblieben sind, wertet Jacob als Bestätigung, dass man auf dem richtigen Weg ist. Drei Schulstunden pro Woche umfasst das Bläserprogramm für jeden Teilnehmer (Einzelunterricht und Orchester).

Aber warum nur Bläser und keine Streicher? Den Vorteil sieht Projektleiter Jacob darin, dass die Blasinstrumente leichter erlernbar seien und man rascher zum Spielen im Ensemble finde.

Was Wunder, dass die in der Pause der Generalprobe befragten Schüler ihr "Schulhobby" cool finden. Und sei es wegen des angenehmen Nebeneffekts, dass man mehr Geld in der Klassenkasse habe. Dass man für einige Auftritte eine kleine Gage erhalte, ist schließlich nicht zu verachten. Da ist man gerne etwas "anders".

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