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Werkserweiterung: Kauf des Riederhofs geplatzt
Werkserweiterung: Kauf des Riederhofs geplatzt
25.06.2019 - 00:00 Uhr
Rastatt (ema/dm) - Die Karten für die Erweiterung des Rastatter Benz-Werks müssen wohl neu gemischt werden. Der Autobauer Daimler will den Riederhof im Rastatter Bruch nun doch nicht kaufen, um dorthin die örtliche Schützengesellschaft Waidmannslust mit ihrem Schießsportzentrum samt Restaurant zu verlagern.



Daimler war bislang im Zuge seiner Expansionspläne auf das rund 1,7 Hektar große vereinseigene Schützengelände erpicht, um im Süden einen möglichst optimalen Zuschnitt des neuen Industriegeländes für die Zulieferer schaffen zu können. Der Schützenverein hatte im Grundsatz seine Verkaufsbereitschaft signalisiert, daran jedoch die Bedingung geknüpft, eine schlüsselfertige Anlage 1:1 als Ersatz zu bekommen. Bei der Suche nach einem Standort für das Sportzentrum hatte sich zuletzt der Riederhof herauskristallisiert (wir berichteten). Doch Riederhof-Eigentümer Bruno Burkhard, der das Anwesen 1999 erworben hatte und mit Angeboten wie Seminarzentrum, Ferienwohnungen, Stallungen und einem Institut für Krankengymnastik und therapeutisches Reiten ausbaute, und Daimler haben sich nicht einigen können.

Der Konzern habe sein Angebot - die Rede ist von einem Kaufpreis von knapp unter zwei Millionen Euro - an zahlreiche Rücktrittsklauseln geknüpft, die für den Immobilieneigentümer, der das Areal ein halbes Jahr lang ohne Gegenleistung für Daimler reserviert habe, wie er betont, unannehmbar gewesen seien. Abgebrochen habe aber nicht er die Verhandlungen, sondern das Unternehmen, nachdem er gewünscht hatte, einige Passagen aus dem Vertrag zu entfernen oder eben einen Alternativvertrag vorzulegen. Daraufhin habe Daimler entschieden, das Gelände nicht zu kaufen, zeigt er sich enttäuscht von der Position des Konzerns. Der Preis sei im Übrigen nie Gegenstand der Verhandlungen gewesen, so Burkhard, der weitere Interessenten für die Anlage hat.

Wie geht's nun weiter? Daimler will mit den Schützen "konstruktive und vertrauensvolle Gespräche" führen und gemeinsam nach einer alternativen Fläche für den Verein suchen, wie es gestern auf Nachfrage des BT hieß. Fest stehe, dass das Unternehmen am Standort Rastatt zusätzliche Industrieflächen in Werksnähe benötige, "damit der Standort Rastatt zukunftsfähig und wettbewerbsfähig bleibt und Beschäftigung sichert". Weiter heißt es in der allgemein gehaltenen Stellungnahme: "In der aktuellen Planungs- und Genehmigungsphase zur Werksentwicklung werden wir den konstruktiven Dialog mit den Naturschutzverbänden und weiteren betroffenen Stakeholdern (Interessengruppen) weiterführen und gemeinsam an Lösungen arbeiten."

Bei der Stadt Rastatt bedauert man, dass die Verhandlungen zwischen Daimler und Riederhof geplatzt sind. Das weitere Vorgehen in Sachen Schützenhaus werde bei den wöchentlich stattfindenden Treffen der Planungsgruppe mit Vertretern von Stadt und Daimler Thema sein.

"Ohne Riederhof kein neues Schützenhaus", stellte indes der Vorsitzende der Schützengesellschaft, Fritz Setzer, gegenüber dem BT klar, dass das Nachbargrundstück die einzige akzeptable Alternative für eine Verlagerung des Vereins wäre. "In ein Industriegebiet wollen wir uns nicht abschieben lassen", betont der Oberschützenmeister.

Der aktuell rund 400 Mitglieder starke Verein musste schon einmal dem Autokonzern weichen, als Daimler in Rastatt sein Pkw-Werk errichtete. Mittlerweile residiert die Schützengesellschaft seit 27 Jahren an der Ottersdorfer Straße. Von der aktuellen Entwicklung zeigt sich Setzer enttäuscht, weil man bereits mehrere tausend Euro für einen Rechtsanwalt sowie einen Ingenieur für Schallmessungen ausgegeben habe - Kosten, auf denen man nun wohl sitzen bleibt. Setzer selbst hatte sogar schon erste Pläne für den Umbau des Riederhofs entworfen.

Jetzt stellt man sich darauf ein, am angestammten Standort zu bleiben. Der Oberschützenmeister kündigte im BT-Gespräch an, einen Bauantrag für eine 100-Meter-Bahn zu stellen, um die geplante Modernisierung des Sportzentrums fortsetzen zu können. Außerdem will m an eine Garage errichten.

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