http://www.spk-bbg.de
"Wir hatten großes Glück im Unglück"
'Wir hatten großes Glück im Unglück'
08.08.2019 - 00:00 Uhr
Rastatt (marv) - Eine Windspirale bildete sich am Dienstagabend gegen 20.45 Uhr über dem Segelflugplatz in der Rastatter Baldenau und raste mit hoher Geschwindigkeit auf den Zirkus Rudolf Renz zu, der im Moment dort gastiert. Renz und seine Mitarbeiter bauten gerade das 40 Meter lange und 15 Meter breite Zelt für die Tiere auf, als der Sturm urplötzlich aufzog. Das ganze Zelt wurde aus der Verankerung gerissen, hob sich um bis zu fünf Meter an, berichten die Augenzeugen. Die fünf Meter lange Giebelstange knickte in der Mitte einfach um, als wäre sie nicht aus Eisen, sondern instabil wie ein Streichholz.

"Alle sind um ihr Leben gerannt, meine Frau mit Kind, ich habe mich hinter einem Radlader versteckt", beschreibt Rudolf Renz die Ereignisse vom Vorabend auch gestern Morgen noch sichtlich bewegt. "Es hörte sich an wie ein Glockenspiel, Eisenstangen sind durch die Luft geflogen, die Zeltplane hat Geräusche gemacht wie eine Peitsche", erinnert sich Renz. Die Naturgewalt wirkte nur knapp fünf Minuten, hinterließ aber eine über 400 Quadratmeter große Spur der Zerstörung. Massive Zeltanker steckten gestern noch - teilweise gebogen wie Bananen - im Boden rund um das zerrissene Zelt. Etwa mittig hat der Sturm am Dienstagabend die weiße Plane entzweit. "Wir hatten großes Glück im Unglück", sagte Renz' Mutter Kerstin. "Zum Glück waren die Tiere noch im Transporter und somit in Sicherheit." Die Zirkuspferde standen gestern in Freigehegen statt unter dem für sie vorgesehenen Zelt.

Da das große Zirkuszelt erst heute aufgebaut wird, werden alle Veranstaltungen wie geplant stattfinden: "Wir hoffen, dass die Rastatter zu uns in den Zirkus kommen und zwei schöne Stunden mit ihren Kindern verbringen", wünscht sich Renz, der durch die hohen Kosten für das ein Jahr alte Zelt in finanzielle Schwierigkeiten kommen könnte.

15 000 Euro hatte er 2018 nach eigenen Angaben dafür bezahlt. Eine Kaskoversicherung für "fliegende Bauten" gebe es nicht, klagen Renz und seine Mutter Kerstin. "Durch die heißen Sommer vergangenes und dieses Jahr sind die Besucher oft ausgeblieben, deshalb konnten wir keine Rücklagen bilden", ergänzt Kerstin Renz sichtlich mitgenommen.

Vorstellungen finden ab morgen, 9., bis zum 18. August statt, jeweils 17 Uhr, sonntags 11 Uhr. Dienstag und Mittwoch ist spielfrei.

BeiträgeBeitrag schreiben 



Das könnte Sie auch interessieren

Rastatt
Unwetter tobt über der Region

07.08.2019
Unwetter tobt über der Region
Rastatt (ml) - Ein Unwetter hat am späten Dienstagabend die Region heimgesucht. Besonders betroffen waren Ettlingen und Malsch, wo zahlreiche Bäume umstürzten. Die A5 musste zeitweise gesperrt werden. Die B3 war am Mittwochabend wieder passierbar (Foto: Einsatz-Report24). »-Mehr
Seebach
Hüter und Erklärer im wilden Schwarzwald

05.08.2019
Hüter und Erklärer im wilden Wald
Seebach (lsw) - Welcher Vogel singt im Wald und auf der Grinde? Wo bohrt der Borkenkäfer, wuchert der Pilz und blüht das Kraut? Meinrad Heinrich kennt sich aus - und zeigt als Freiwilliger Ranger des Nationalparks Besuchern die Schätze des Schwarzwalds (Foto: dpa). »-Mehr
Karlsruhe
KSC gewinnt 4:2 gegen Dynamo Dresden

03.08.2019
KSC gewinnt 4:2 gegen Dresden
Karlsruhe (dpa) - Ein Doppelpack von Philipp Hofmann hat Aufsteiger Karlsruher SC zu einem perfekten Saisonauftakt in der 2. Fußball-Bundesliga verholfen. Die Badener feierten am Samstag ein 4:2 (1:1) gegen Dynamo Dresden und sorgten für einen Fehlstart der Gäste (Foto: GES). »-Mehr
Rastatt
Masterplan zum Schutz der Wälder

03.08.2019
Hauk schaut sich Rastatter Wald an
Rastatt (vgk) - Klimastress und eingeschleppte Krankheiten bereiten zunehmend auch den Laubbaumarten im Südwesten große Probleme. Forstminister Peter Hauk (CDU) hat sich jetzt in Rastatt und anschließend in Baden-Baden ein Bild der Lage gemacht (Foto: vgk). »-Mehr
Gernsbach
Im ´Auerhahn´ wird die Absetzung

03.08.2019
Revolution aus Reichentaler Sicht
Gernsbach (friz) - Am 23. Juli 1849 fand die Badische Revolution mit dem Sturm auf Rastatt ihr Ende. Schon am 29. Juni hatte Gernsbach mit dem Gefecht an der Murg den Höhepunkt des Aufstands erlebt. Das BT erzählt die Ereignisse aus der Perspektive des Dorfs Reichental (Repro: Zapf). »-Mehr
Ort des Geschehens
Größere Google Karte
Umfrage

Experten befürchten, dass sich das Coronavirus weiter ausbreiten könnte. Haben Sie Angst vor der Lungenkrankheit?

Ja.
Nein.
Das weiß ich nicht.


Wetter in Mittelbaden


BT Kinospot


© Badisches-Tagblatt.de    Impressum | AGB | Nutzungsbedingungen | Datenschutz   
1