http://www.spk-bbg.de
"Alles tun, was technisch machbar ist"
'Alles tun, was technisch machbar ist'
09.08.2019 - 00:00 Uhr
Von Daniel Melcher

Rastatt - Lärm, Staub, Verkehr: Mit dem Weiterbau des Bahntunnels und der Bergung der havarierten Vortriebsmaschine aus der Oströhre (wir berichteten gestern) kommt ab dem kommenden Jahr wieder einiges zu auf Niederbühl. Die Bahn und die Arbeitsgemeinschaft Rastatter Tunnel wollen dieses Mal indes "alles tun, was technisch möglich ist", um die Anwohner "so gering wie möglich zu belasten", wie verantwortliche Projekt- und Bereichsleiter bei der Bürgerinfoveranstaltung am Mittwochabend vor rund 80 Besuchern versprachen.

Dazu zählen der Bau einer eigenen Straße, die die Lkw direkt von der L 77 zur Baustelle führt, sowie die Errichtung zusätzlicher Schallschutzwände.

Zuvor, Anfang kommenden Jahres, startet zunächst die Fertigstellung der Weströhre, von der die Niederbühler im Prinzip nichts mitkriegen sollen. Die Vortriebsmaschine, die seit April im Wartungsschacht steht, soll ihre letzten 200 Meter unter der einst verlegten Stahlbetonplatte und zusätzlichen Aufschüttungen zurücklegen, die für den nötigen Gegendruck sorgen sollen. In zehn Monaten etwa, wenn sie dann komplett vom Südportal aus abgebaut wird, werden die Arbeiten hörbar.

Im ersten Halbjahr 2021 soll dann die neue Baustellenstraße gebaut werden, für die die beiden Häuser Ringstraße 18, die die Bahn inzwischen beide gekauft hat, abgerissen werden. Dort mündet die Straße dann von der L 77 in die Baustelle ein, nachdem sie die Murgtalstraße einmal überquert hat; Abstimmungsgespräche mit Stadt und Regierungspräsidium laufen bereits. Das Grundstück soll na ch Abschluss der Arbeiten wieder veräußert werden.

Wie berichtet, wird, um eine Sperrung des Bahnverkehrs zu vermeiden, die bestehende Rheintalbahn nach Fertigstellung der Weströhre auf diesen Tunnelabschnitt hinauf verlegt - bis etwa acht Meter rückt sie damit an die Mehrzweckhalle heran. Laut Bahnvertreter seien keine Auswirkungen des Zugverkehrs auf die Halle zu erwarten.

Das Baufeld für die Oströhre soll mit einer 4,20 Meter hohen Schallschutzwand auf der Umschließung der 16 bis 18 Meter tiefen Baugrube abgeschirmt werden. Zusätzlich sollen dort, wo lokal begrenzter Lärm auftritt, zusätzlich mobile Lärmschirme aufgestellt werden. Gearbeitet werde nicht rund um die Uhr, sondern lediglich werktags bis 20 Uhr.

Versprochen wird ein permanentes, öffentlich zugängliches Lärmmonitoring mit Gutachterbegleitung zur etwaigen Optimierung. Gleichwohl: In der ersten Anwohnerreihe werde es wohl geringfügige Überschreitungen der Richtwerte geben. Schließlich gelte es, ein 700 000 Tonnen schweres "Ding" von oben zu heben. Das mache Lärm, auch wenn die Devise laute, die Maschine in der Baugrube kleinteilig aufzusägen und abzumontieren. Neben der Betonummantelung, die es zu beseitigen gilt, lauern 12 000 Liter Flüssigkeit in der Maschine. Aber: "Wir wissen, wo". Man wolle diese vor der Bergung absaugen, Hersteller Herrenknecht ist mit von der Partie.

Anschließend wird die Röhre in offener Bauweise fertiggestellt. Von ursprünglich 14 Sanierungsvarianten, die im Gespräch gewesen seien, habe sich dies als die geeignetste erwiesen. Die derzeit provisorische Fußgängerbrücke über die Bahnlinie muss derweil für die Arbeiten etwa 50 Meter nach Süden verlegt werden. Im Laufe des Jahres 2024 sollen die Tunnelarbeiten erledigt sein, bis die Züge rollen, wird es Ende 2025.

Für Raunen sorgte eine für die Niederbühler einmal mehr enttäuschende Nachricht: Der Bau der lang ersehnten Brücke in der Verlängerung der Hans-Thoma-Straße über Bahnlinie und Baustelle hinweg wird sich weiter um ein Jahr verzögern. Einst hatte man im Ort gehofft, dass der Brückenbau vorgezogen werde. Dann war nach Planänderungen, die dazu führten, dass auch für Fußgänger und Radfahrer genügend Platz ist auf der Brücke, Sommer/Herbst 2019 als Baustart genannt worden. Der Termin sei nicht mehr zu halten - das Brücken-Projekt müsse aufgrund der Änderungen neu ausgeschrieben werden. Damit ist der Rastatter Ortsteil länger in Richtung Westen - hin zu Mehrzweckhalle und Reisigplatz - abgeschnitten.

Immerhin: Die Fußgängerunterführung zur Halle soll genau dort neu errichtet werden, wo sie sich vor der Havarie befand. Und der Lückenschluss an den Schallschutzwänden der Rheintalbahn soll nun endlich im kommenden Monat beginnen.

BeiträgeBeitrag schreiben 



Das könnte Sie auch interessieren

Rastatt
Tunnelbau von oben

08.08.2019
Züge rollen ab 2025
Rastatt (fk) - Warum 2017 Sand, Kies und Wasser in den Rastatter Bahntunnel drängten, ist immer noch unklar. Welche Kosten die Havarie letztlich verursachen wird, auch. Dafür ist nun laut Bahn sicher, wie es weitergehen soll. Die ersten Züge sollen demnach 2025 rollen (Grafik: Bahn/BT). »-Mehr
Rastatt
Arbeiten am Tunnel bei Niederbühl werden 2020 fortgesetzt

05.08.2019
Tunnel in Rastatt: 2020 geht es weiter
Rastatt (lsw/red) - Nach der Tunnelhavarie der Rheintalbahn vor zwei Jahren will die Deutsche Bahn 2020 die unterbrochenen Arbeiten bei Niederbühl fortsetzen. Zunächst sollen die noch fehlenden 200 Meter der nicht beschädigten Weströhre des Tunnels fertiggestellt werden (Foto: dpa/av). »-Mehr
Rastatt
Gute Laune und viel Lokalkolorit

29.07.2019
Männerchor mit Spaßfaktor
Rastatt (xs) - Ein Männerchor mit Spaßfaktor sorgt seit drei Jahren in Niederbühl für Furore: Die Hautheken entstanden aus der örtlichen GroKaGe um Dieter Scharer und Jürgen Hänel. Sie feiern Erfolge mit Schlagern und Partysongs, teils mit Lokalkolorit umgetextet (Foto: xs). »-Mehr
Rastatt
Fest lockt scharenweise Besucher in die Stadt

22.07.2019
Stadtfest lockt Besuchermassen
Rastatt (fuv) - Bestes Sommerwetter, drei Musikbühnen und eine große Auswahl an kulinarischen Spezialitäten bis hin zum Wildschwein am Spieß: Das Internationale Stadtfest in Rastatt erwies sich am Wochenende als ein Magnet, der Besucher in die Innenstadt zog (Foto: Vetter). »-Mehr
March
Bewährungsprobe bestanden

22.07.2019
Klinkner neuer SHV-Präsident
March-Buchheim (red) - Der Rastatter Alexander Klinkner ist neuer Präsident des Südbadischen Handballverbands. Beim Verbandstag in March wählten die Delegierten den 48-Jährigen zum Nachfolger von Kurt Hochstuhl, der zum Ehrenpräsidenten ernannt wurde (Foto: Kaufhold). »-Mehr
Ort des Geschehens
Größere Google Karte
Umfrage

Laut Naturschutzverbänden können immer weniger Menschen Arten bestimmen. Halten Sie es für sinnvoll, vermehrt Artenkunde im Schulunterricht zu lehren?

Ja.
Nein.
Das weiß ich nicht.


Wetter in Mittelbaden


BT Kinospot


© Badisches-Tagblatt.de    Impressum | AGB | Nutzungsbedingungen | Datenschutz   
1