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Trockener Sommer setzt auch jungen Igeln zu
Trockener Sommer setzt auch jungen Igeln zu
11.10.2019 - 00:00 Uhr
Von Sebastian Linkenheil

Bischweier - Der trockene Sommer hat nicht nur dem Wald zugesetzt, sondern auch den Igeln. Anja Starck, die in Bischweier seit vergangenem Oktober die NABU-Igelstation betreibt, schlägt jedenfalls Alarm: Nimmt sie sonst hauptsächlich im Herbst unterernährte Fundtiere in Empfang, ging es dieses Jahr schon im Juni los: Zu wenig Wasser und zu wenige Regenwürmer und anderes Getier als Nahrung. Gerade die Igelmamas und ihr Nachwuchs wurden teils völlig ausgezehrt und halb verdurstet gebracht, berichtet sie.

Wie im ebenfalls viel zu trockenen Vorjahr haben auch diesen Sommer viele Igelmütter ihren Nachwuchs im Stich gelassen, um sich selbst zu retten, weiß die gelernte tiermedizinische Fachangestellte, dass die Natur manchmal grausam sein kann. Diese Tiere werfen dann im September oft ein zweites Mal, doch diese spätgeborenen Stacheltiere haben dann zu wenig Zeit, sich bis November das Mindestgewicht von 600 Gramm anzufuttern.

70 Igel haben Anja Starck und ihr Mann Gerhard in diesem Jahr schon aufgenommen. Etliche konnten sie gesund pflegen und aufpäppeln, aber nicht alle sind durchgekommen. Von zwei nur zwölf und 14 Gramm schweren Neugeborenen mussten sie sich trotz liebevoller und kenntnisreicher Betreuung nach vier Tagen verabschieden. Besser sieht es da mit sechs Igelgeschwistern aus, die zurzeit mit Nahrung für Katzenbabys und speziellen kalorienreichen Stärkungsmitteln aus der Tube gestärkt werden und schon ordentlich zugenommen haben. Allerdings kostet das alles viel Geld - 500 bis 600 Euro pro Monat - und wenn dann noch verletzte Tiere mit Medikamenten versorgt werden oder zum Tierarzt müssen, ist schnell Ebbe in der Kasse der Igelstation.

Anja Starck hofft auf Spenden und hat auch aus diesem Grund eine Facebook-Gruppe ("Igelhilfe und Igel Freunde Murgtal") gegründet, wo sie regelmäßig und mit vie len Bildern über ihre ehrenamtliche Arbeit mit den Igeln berichtet. Dazu gehört übrigens auch der gelegentliche Besuch in Kindergärten und Grundschulen mit den Igelbabys, die fit genug dafür sind. Es waren auch schon Kindergartengruppen und Schulklassen auf der Igelstation und haben sich alles Wissenswerte rund um die Stacheltiere erklären lassen. Lernen kann man dabei viel, noch größer dürfte allerdings der Niedlichkeitsfaktor sein.

Es gibt aber auch Geschichten, die Anja Starck zornig machen. Zum Beispiel die von den Mährobotern, die bei Rasenbesitzern immer beliebter werden, aber den Igeln schwere Verletzungen zufügen können. In der Natur haben sie ohne Hinterbeine oder Schnauze keine Überlebenschance mehr.

Wer einen unterernährten oder verletzten Igel findet und bei der Igelstation abgeben will oder wer Tipps braucht, wie er Igeln helfen kann, der darf Anja Starck anrufen, im Notfall auch nachts: (0 171) 4 17 30 05. Wer die Igelpflegestation besichtigen möchte, hat dazu am Sonntag, 20. Oktober, 12 bis 17 Uhr, Gelegenheit. Die Starcks laden zum Tag der offenen Tür mit Führungen zu den Igeln ein, die um 13, 15 und 17 Uhr beginnen. Es gibt auch Kinderreiten und Verpflegung. Spenden sind willkommen.

Die Igelstation befindet sich bei der Murgtalstraße 60 (dort nicht klingeln) in Bischweier. Vom Haus geht es links einen Feldweg entlang. Bis zur Igelstation sind es nur wenige Minuten zu Fuß.

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