Die nächste Kostenexplosion

Hochwertiges Material, überhitzte Baukonjunktur: Damit begründet die Verwaltung die Kostensteigerung.  Foto: Mauderer

Rastatt (ema) - Die Stadtkasse wird von der nächsten Kostenexplosion erschüttert. Nach der drastischen Teuerung des Neubaus Hans-Thoma-Schule muss die Verwaltung jetzt exorbitante Mehrkosten beim Umbau der oberen Kaiserstraße verkünden.

War die Verwaltung in der Entwurfsplanung im Oktober 2016 noch von Gesamtkosten in Höhe von rund 4,2 Millionen Euro ausgegangen, so rechnet man mittlerweile mit 7,2 Millionen. Die Zahlen kommen am Montag auf den Ratstisch, wenn der Gemeinderat die Aufträge für den zweiten Bauabschnitt vergeben soll (Beginn 17.30 Uhr).

Überrascht sein dürften die Stadträte über die Entwicklung nicht. Laut Sitzungsvorlage wurde der Gemeinderat am 25. Juni nichtöffentlich über die Kostenentwicklung informiert. Drei Tage später fand die Submission für die Angebote zur Ausführung des zweiten Bauabschnitts statt (Straßen- und Tiefbau, Beleuchtung, Wassertechnik und Brunnenbau). Ergebnis: Statt der angepeilten 3,2 Millionen liegt man jetzt bei rund 4,5 Millionen Euro. Größter Preistreber sind die Ausgaben für Straßenbau und Technik. Sie klettern um 119 Prozent von 2,5 Millionen auf 5,5 Millionen Euro.

Die Verwaltung begründet die Entwicklung mit den Kosten für die hochwertigen Oberflächen sowie der guten Baukonjunktur. Mit Einsparvorschlägen tut man sich im Rathaus schwer. Grund: Im ersten Bauabschnitt wurden bereits Fakten geschaffen mit wesentlichen Vorgaben zur Oberflächengestaltung (großformatige Platten, Natursteinflächen, Color-Asphalt). Und ein Verzicht auf die Brunnen würde die Aufenthaltsqualität deutlich abwerten, so die Auffassung der Verwaltung. Und gerade diese Qualität habe man bewusst zur Aufwertung des Innenstadt-Entrees gewählt.

Distanziert steht die Verwaltung auch einer Aufhebung der Ausschreibung wegen überhöhter Preise gegenüber, wie es etwa Baden-Baden beim Umbau des Leopoldplatzes praktiziert hat. Eine Wiederholung zu einem späteren Zeitpunkt biete keine Gewähr für ein günstigeres Ergebnis, so die Bewertung. Außerdem bestehe das Risiko, dass durch die Streckung der Bauzeit die Innenstadt weiter geschwächt werde.

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