Bekenntnis zu Daimler

Bekenntnis zu Daimler

Rastatt (ema) - Die ersten Aufträge hatte der Gemeinderat bereits im September vergeben; gestern Abend nun folgte der Grundsatzbeschluss des Kommunalparlaments. Daimler kann seine Fabrik in Rastatt erweitern.

Mit großer Mehrheit - Gegenstimmen kamen von den Ottersdorfer Stadträten Stefan Lott (CDU) und Nicole Maier-Rechenbach (SPD) sowie Michael Weck (SPD) - stimmte das Gremium der vorliegenden Kompromissvariante zu. Für die Auslagerung der Zulieferer sowie eigene Zwecke will Daimler rund zwölf Hektar im Süden (Rastatter Bruch entlang der Ottersdorfer Straße) sowie rund acht Hektar im Südosten (Stadtgärtnerei und Kleingartenanlage Oberwald) bebauen.

Fraktionsübergreifend wurde die kommunale Unterstützung für die stärkere Ausrichtung des Werks auf die Elektromobilität signalisiert. Man wolle den größten Arbeitgeber der Region in dem Transformationsprozess unterstützen und die Zukunft des Standorts sichern. "Wir entscheiden heute über die Zukunft der jungen Generation", machte OB Hans Jürgen Pütsch die Dimension der Entscheidung deutlich.

Der Verwaltungschef zeigte sich erleichtert über das klare Votum - auch deshalb, weil SPD- und Grünen-Fraktion noch mit Anträgen überraschten, in denen diverse verbindliche Vorgaben gefordert wurden. Darüber soll der Gemeinderat jedoch erst im Dezember beraten.

Das Gremium setzte sich über eine Empfehlung des Ortschaftsrats Ottersdorf hinweg, der sich gegen eine Bebauung im Süden aussprach. Alles in allem war von einem "vertretbaren Kompromiss" die Rede. Betont wurde, dass für die Betroffenen (Kleingärtner, Schützenverein, Landwirt) akzeptable Lösungen gefunden werden müssten.

Von Sorgen begleitet bleibt die Verkehrsentwicklung. CDU, Freie Wähler und FuR zeigten sich enttäuscht, dass eine Verlängerung der künftigen Münchfeld-Querspange bis zur Ottersdorfer Straße nicht verfolgt werde. Rastatt brauche eine West-Umfahrung, da müsse man dranbleiben.

Werkleiter Thomas Geier hatte nochmals bekräftigt, wie man den Individualverkehr der Mitarbeiter zurückdrängen wolle (wir berichteten). "Daran werden wir uns messen lassen", versprach der Manager.

Ein eindringliches Plädoyer für die Neuausrichtung des Werkes hielt der Daimler-Gesamtbetriebsratsvorsitzende Michael Brecht. Für Autos mit Elektroantrieb brauche man weniger Beschäftigte; man wolle aber Rastatt stabil halten. Vor diesem Hintergrund sagte Brecht, dass man für eine Batteriefabrik in Rastatt kämpfen wolle.

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