Wertstoffe bescheren Landkreis zusätzliche Erlöse

Wertstoffe bescheren Landkreis zusätzliche Erlöse

Rastatt (kie) - Die Ausschussmitglieder des Abfallwirtschaftsbetriebs (AWB) des Landkreises Rastatt waren sich einig: Der Bau des Wertstoffhofs in Bühl-Vimbuch war ein voller Erfolg. Bei der Vorstellung der Abfallbilanz für das vergangene Jahr wurde deutlich, dass hierdurch weitaus größere Mengen an Wertstoffen wie Altmetall, Holz oder Papier angenommen wurden, die zusätzliche Erlöse erbrachten.

Von "sehr, sehr positiven Auswirkungen" sprach Landrat Toni Huber. Bei der Vorstellung der Abfallbilanz erläuterte Klaus Hildenbrand, kaufmännischer Leiter des AWB, die wichtigsten Zusammenhänge.

Das Restmüllaufkommen ist um 713 Tonnen im Vergleich zum Vorjahr auf den historisch niedrigsten Wert von 22 712 Tonnen gefallen. Fast 90 Prozent der Abfälle kämen im Landkreis aus privaten Haushalten, so Hildenbrand. Den Anstieg des Haushaltsmüllaufkommens um rund 150 Tonnen im Vergleich zu 2017 erklärte er mit dem Aufstellen von mehr Behältern und häufigeren Leerungen aufgrund steigender Einwohnerzahlen. Mit rund 73 Kilogramm Haushaltsmüll pro Einwohner sei das durchschnittliche Hausmüllaufkommen im Landkreis gleich geblieben.

Ähnlich sieht es beim Biomüll aus: Hier sind im Vergleich zum Vorjahr rund 500 Tonnen zusätzlich angefallen. Grund dafür sind laut Hildenbrand zwei zusätzliche Leerungen in den Sommermonaten und 900 neue Behälter. Im Durchschnitt fallen pro Kopf 78,6 Kilogramm Biomüll jährlich an, in Bühl sind es hingegen nur 37,4 Kilogramm. Wie Hildenbrand erläuterte, sei dafür ein anderes Gebührensystem verantwortlich, das sich in Bühl nach der Anzahl der Leerungen berechnet.

Sinkend hingegen ist das Sperrmüllaufkommen: In Bühl-Vimbuch könnten die Anlieferungen besser sortiert werden, so Hildenbrand. Weniger Sperrmüll ist eine der Folgen, mehr Altholz eine andere.

Besonders deutlich zeigt sich der Zugewinn des neuen Standorts in Vimbuch bei eben jenen Wertstoffen, deren Aufkommen um 1 578 Tonnen deutlich zugelegt hat. 720 Tonnen Altmetall entsprechen einer Zunahme im Vergleich zum Vorjahr um 126 Tonnen; 4 550 Tonnen Altholz sind eine Steigerung um 742 Tonnen und sonstige Wertstoffe wie Flachglas oder Folien werden erst seit der Inbetriebnahme des Wertstoffhofs gesammelt.

Fallende Preise für die größte Wertstofffraktion Altpapier trüben jedoch diese ausnehmend positive Bilanz. Von 138 Euro pro Tonne Papier sei der Preis auf 86 Euro pro Tonne im vergangenen Jahr gefallen, so Hildenbrand. "Altpapier ist eine Achillesferse", sagte Walter Jüngling (SPD) deshalb: Weil mehr Papier als Ersatz für Plastik verwendet würde, fielen die Preise fürs Altpapier.

Plastikmüll aus der gelben Tonne wird seit Jahresbeginn nicht mehr von der Firma Merb in Bietigheim sortiert. Die Sortierung erfolgt nun unter anderem in Trier und im südhessischen Gernsheim. Die Menge ist im Landkreis um 125 Tonnen auf rund 11 500 Tonnen gestiegen. Auf die Anfrage von Sibylle Wiebusch (Grüne), ob der AWB Einfluss nehmen könne auf die Transportwege, antwortete Hildenbrand, dass "keine Einflussmöglichkeiten auf die Verwertung, den Transport und die Sortierung" bestehen, weil sich das duale System "außerhalb öffentlicher Systeme finanziert".

Der AWB hat das Jahr mit einem handelsrechtlichen Verlust von rund 8 100 Euro abgeschlossen. "Die Abschlussbilanz zeigt deutlich, dass wir im Ausschuss sachgerecht gearbeitet haben", so Hartwig Rihm (CDU). Er plädierte dafür, "schnell in die Planung zu gehen" für den einen neuen Wertstoffhof Rastatt/Hardt.

zurück
1