Neue Öffnungszeiten für ein Jahr auf Probe

Neue Öffnungszeiten für ein Jahr auf Probe

Rastatt (ema) - Mit ihrem Vorstoß, die Öffnungszeiten im Hallenfreibad Alohra zu kürzen und zugleich mit finanziellen Zulagen Personal zu halten und neues zu gewinnen, finden die Stadtwerke Rückhalt in der Kommunalpolitik. Allerdings korrigierte der Technische Ausschuss in seiner Beschlussemp fehlung für den Gemeinderat die Vorschläge des Betreibers in einzelnen Punkten.

Wie berichtet, wollen die Stadtwerke mit diesem Maßnahmenpaket vor allem auf Personalengpässe reagieren. Am Ratstisch fand Geschäftsführer Olaf Kaspryk weitgehend Verständnis. Allerdings stieß sich Martin Graf (CDU) an etwas uneinheitlichen Öffnungszeiten, die der Betreiber gewählt hatte. Um den Gästen die Orientierung zu erleichtern, verständigte man sich deshalb darauf, dienstags und donnerstags einheitlich von 8 bis 19 Uhr zu öffnen. Dafür kann man das Bad samstags sowie an Sonn- und Feiertagen von 10 bis 19 Uhr besuchen (statt zunächst 18.30 Uhr). Der Anregung von Erik-Arndt Gerike, am Wochenende bereits ab 9.30 Uhr Einlass zu gewähren, weil laut Statistik in dieser Phase starker Andrang herrsche, konnte Stadtwerke-Chef Kaspryk mit Hinweis auf Schichtpläne sowie die schwierige Mobilisierung von Personal an Sonntagen nichts abgewinnen. Ab 2. Januar gelten somit laut Beschluss (zwei Gegenstimmen) folgende Öffnungszeiten im Alohra: Dienstag und Donnerstag 8 bis 19 Uhr; Mittwoch und Freitag 6.30 bis 21.30 Uhr, Samstag, Sonntag und Feiertag 10 bis 19 Uhr.

Der Montag bleibt geschlossen, weil dann das Bad komplett den Schulen und Vereinen vorbehalten bleiben soll und außerdem die Technik gewartet wird. Auf Anregung von Herbert Köllner (FW) wird das neue Zeittableau zunächst ein Jahr getestet, um dann die Neuerung zu bewerten.

Einstimmig ging der Vorschlag der Stadtwerke durch, ab 2020 den Fachkräften der beiden Bäder Alohra und Natura eine übertarifliche Arbeitsmarktzulage von zunächst zehn Prozent für zwei Jahre zu gewähren, die ab 2022 auf 20 Prozent ausgedehnt werden kann, falls es erforderlich sein sollte. Roland Walter (Grüne) hielt die Befristung für "kein glückliches Instrument", weil es eher willkürlich erscheine. Roland Oberst (AfD) plädierte für geringere Tranchen statt des Zehn-Prozent-Sprungs, um die Motivation der Mitarbeiter zu fördern.

OB Hans Jürgen Pütsch hielt indes dagegen, dass es sich nicht um eine leistungsbezogene Zulage handle. Es gehe darum, der Abwanderung von Mitarbeitern entgegenzuwirken beziehungsweise neues Personal zu gewinnen. Dazu gehöre aber auch ein gutes Betriebsklima, das im Alohra offenbar fehle, wie Mathias Köppel (CDU) andeutete. Zu einer solchen "Spekulation" wollte sich Kaspryk nicht äußern.

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