Sporthalle: Sorgen wachsen

Sporthalle: Sorgen wachsen

Rastatt (ema) - Dass die Nie derbühler Sporthalle nicht ganz dicht ist, gehört ja seit Jahrzehnten zum Profil des Meerrettichdorfs. Und trotzdem ist bei Ortsvorsteher Klaus Föry der Geduldsfaden mittlerweile noch ärger strapaziert. "So kann es nicht weitergehen", kommentiert Föry den jüngsten traurigen Höhepunkt, als sich die Schiedsrichter vor einigen Tagen weigerten, ein Spitzenspiel der Handball-Landesliga wegen der Wasserpfützen in der Halle anzupfeifen. Und mit Blick auf die Tunnel-Baustelle schwant dem Ortsvorsteher ohnehin nichts Gutes.

"Das ist ja nicht unterste Kreisliga", findet es Föry fast schon peinlich, dass die Schiedsrichter und der Gegner aus dem Kinzigtal zur HR Rastatt/Niederbühl anreisten und die Partie dann im wahrsten Sinne des Worts ins Wasser fiel. Förys Forderung: "Mit dem Dach muss was passieren."

Im Rastatter Rathaus schließt man sich einerseits dieser Analyse an, hat es aber andererseits nicht besonders eilig. Verwaltungsintern würde man gerade Sanierungsmöglichkeiten besprechen, sagte Pressesprecherin Heike Dießelberg dem BT. Wie kurzfristig an dem berüchtigten Flachdach reagiert wird, steht aber offenbar auch im Zusammenhang mit dem neuen Sportentwicklungsplan, der Anfang nächsten Jahres dem Gemeinderat vorgelegt werden soll. Das Urteil der Bauexperten bringt die Pressesprecherin so auf den Punkt: "Die Niederbühler Halle ist grundsätzlich nutzbar." Und sollte sie aufgrund starken Regens indisponiert sein, könnten die Nutzer in die Sporthalle der August-Renner-Realschule ausweichen.

Eine Planung für die Niederbühler Sporthalle sollte eigentlich längst vorliegen. Zuletzt verdichteten sich die Hinweise, dass Niederbühl den Status einer städtischen Hauptsporthalle erhalten solle. Doch bei den wesentlichen Investitionen in der mittelfristigen Finanzplanung bis 2023 taucht die Sportstätte gar nicht auf. Das mag auch an der Tunnel-Havarie liegen, die jetzt sogar dem Gebäude noch mehr zusetzen könnte als ohnehin befürchtet. Grund: Voraussichtlich im Jahr 2021 sollen die zwei Gleise der Rheintalbahn bis auf zehn Meter an die Halle verlegt werden, um anschließend die Oströhre in offener Bauweise sanieren zu können. Dann rauschen ICE und Güterzüge mehrere Monate lang in unmittelbarer Nähe des Gebäudes vorbei. Die Frage, ob die Sporthalle das überlebt, stellt sich nicht nur der Ortsvorsteher. Föry: "In welchem Zustand die Sporthalle dann ist, möchte ich mir gar nicht ausmalen."

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