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Hochwasserschutz "riesengroße Aufgabe für Gaggenau"
Idyllisch sieht der Michelbach aus. Der Hochwasserschutz würde allein in diesem Stadtteil mehr als fünf Millionen Euro verschlingen.  Foto: Gareus-Kugel
16.09.2017 - 00:00 Uhr
Gaggenau (vgk) - In den Bürgerdialog zum Hochwasserschutz in Gaggenau stieg am Donnerstag die Stadtverwaltung in der Jahnhalle ein. Rund 50 Bürger und Gemeinderäte folgten der Einladung und den komplexen Ausführungen von Urban Ronecker vom Ingenieurbüro Wald und Corbe und Jochen Schneider, Zink Ingenieure. "Es ist eine riesengroße Aufgabe für die Stadt Gaggenau. Es wird eine Arbeit für viele Jahre sein", sagte Oberbürgermeister Christof Florus.

Der Gemeinderat war bereits im März 2014 über die Hochwasserproblematik in Gaggenau unterrichtet worden. Anlass dafür war die Vorlage der neuen Hochwassergefahrenkarten durch das Regierungspräsidium Karlsruhe. Eine Übersicht der durchzuführenden Maßnahmen wurde am 10. Juli im Gemeinderat vorgestellt. Das Gesamtkonzept wurde Anfang des Jahres mit den Förderbehörden, angesiedelt beim Regierungspräsidium Karlsruhe und dem Landratsamt Rastatt, abgestimmt. Möglich sind Förderungen von bis zu 70 Prozent. Zwölf Nebenflüsse der Murg und elf Nebengewässer queren das Stadtgebiet. Mindesten 31 Millionen Euro, höchstens 44,2 Millionen Euro müssen nach Berechnung der Sachverständigen in die Hand genommen werden, um Hochwasserschutz zu gewährleisten. Noch nicht genau abgebildet sind die Kosten für notwendige Baumaßnahmen, um Schäden durch Starkregenereignisse zu verhindern, wie Florus und Ronecker ausführten.

"Wir sind auf ihren Input angewiesen, wo sind Knackpunkte aus der Erfahrung heraus gesehen", lautete die Aufforderung von Bürgermeister Michael Pfeiffer.

Mit der größte Brocken, der zu stemmen ist, ist der Hochwasserschutz am Michelbach. Dafür wurde eine Kostenrahmen von 5,3 Millionen Euro ermittelt. Dort, wo der Bach Gaggenau durchfließt, werden nochmals zwischen sieben und 7,6 Millionen Euro fällig. Der größte Posten dabei ist das zu bauende Hochwasserschutzbecken. Würde auf das alles verzichtet und nur auf Objektschutz der 65 Häuser gesetzt, wie Ronecker ausführte, reduziere sich die Summe auf 430000 Euro. Der Knackpunkt: Die Vorwarnzeiten für ein Hochwasserereignis seien zu kurz, "das kann von den Freiwilligen Feuerwehren nicht geleistet werden", so Ronecker.

Weitere hohe Kosten müssten auch für den Stahlbach in Betracht gezogen werden. Eine Variante beziffert den Hochwasserschutz in diesem Bereich auf 5,6 Millionen Euro. Der größte Teil der Summe würde auch hier in ein Hochwasserrückhaltebecken fließen.

Vier Hochwasserschutzvarianten stellte Jochen Schneider für den Selbach vor. Insgesamt werden die Maßnahmen, die dort ergriffen werden sollen, auf mindestens 6,8 Millionen Euro veranschlagt. Darin schon enthalten die Gewässerverlegung des Selbachs im Bereich des Kuppelsteinbades. Bei einem zusätzlichen Neubau von zwei Hochwasserrückhaltebecken am Edelsbach und am Hinterbach belaufen sich die Ausgaben auf 10,6 Millionen Euro.

Hinzu kommen noch die Maßnahmen an der Murg, die vom Land geplant werden und an der sich die Stadt Gaggenau mit 30 Prozent der Kosten beteiligen muss.

In einem nächsten Schritt wird sich nun der Gemeinderat mit der Priorisierung der Maßnahmen beschäftigen. Die komplette Präsentation, wie auch detaillierte Daten und Fakten, werden in Kürze auf Homepage der Stadt einsehbar sein.

Detailplanungen werden am nächsten Mittwoch, 20. September, für die Teilorte Bad Rotenfels und Oberweier um 18 Uhr in der Kulturhalle vorgestellt. In der Woche darauf, am 26. September, werden die Konzepte für den Hochwasserschutz in Sulzbach und Michelbach im Bürgersaal des Rathauses einsehbar sein. Einen Tag später werden die Daten und Fakten für Ottenau, Selbach und Hörden in der Merkurhalle präsentiert. An beiden Tagen ist der Veranstaltungsbeginn um 19 Uhr.

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