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Fröhlicher Empfang für "Papa Herbert" und seine Söhne
10.04.2018 - 00:00 Uhr
Von Barbara Gutmann

Gaggenau - Leuchtende Kinderaugen, dankbare alte Leute, engagierte Mitarbeiter: Herbert Walterspacher aus Bad Rotenfels kann trotz der Mühsal des Reisens auf staubigen Schotterstraßen von beglückenden Erlebnissen berichten. Als ehrenamtlicher Vorsitzender der 2006 gegründeten Stiftung "Pro fratre et amico" war er auf seiner elften Inspektionsreise in Teilen Äthiopiens unterwegs.

Ein herzlicher Empfang wird ihnen überall zuteil, den drei Walterspachers, denn bei der Reise im Januar mit Besuchen dreier Missions-Stationen wurde "Papa Herbert" wieder von seinen Söhnen Ralph und Stephan begleitet, Priester und Mediziner von Beruf. Als Dolmetscher und Mit-Organisatoren sind sie dem Vater eine wichtige Stütze. Schwerpunkte der Inspektionstour sind die seit Jahren begleiteten Projekte: die Schule in Alemtena sowie die im östlichen Bergland gelegenen Stationen Chole und Waragu mit den Kindergärten sowie die verschiedenen Frauenprojekte.

Die große Lagebesprechung der Projekte fand zunächst mit den Steyler Missionsschwestern in der Kernstation in Alemtena statt, 330 Kilometer südlich von Addis Abeba gelegen. Walterspachers Ansprechpartnerin ist Schwester Sheeba.

Von erfreulichen Entwicklungen kann der Vorsitzende berichten: die Elementarschule in Alemtena besuchen nun 350 Kinder in acht Klassen. Im Kindergarten werden 140 Kinder und in Chole nahezu 160 Kinder betreut. Die vielfältigen Frauenprojekte und vor allem die neue Aktivität für alte Menschen in Waragu entwickelten sich zufriedenstellend.

Überschattet werden diese positiven Nachrichten durch die politischen Unruhen. Nicht nur viele Tote, sondern auch massive Vertreibungen in der Grenzregion Somalia/Äthiopien von mehr als 1,2 Millionen Menschen in den vergangenen Monaten werden gemeldet. Finanzielle Unterstützung werde nun auch für die Süd-Sudan-Flüchtlinge im Grenzgebiet nach Uganda bereitgestellt, avisiert Walterspacher.

Ein erheblicher Bilanz-Posten ist die Finanzierung des Schulprojekts. Für 25 Lehrkräfte und Lehrmaterialien übernahm die Stiftung 35000 Euro für 2017 - das bedeutet, dass die Stiftung den gesamten Schulbetrieb mit rund 60 Prozent finanziert.

Durch die staatliche Entscheidung eines zusätzlichen Unterrichts in der Stammessprache Oromo (neben der bisherigen Staatssprache Amharisch) müssen nun doppelsprachige Lehrer gefunden sowie Lernmittel beschafft werden.

Auf der Fahrt ins Bergland zu den Stationen Chole und Waragu erlebten die Besucher den zunehmenden Landraub durch ausländische Investoren, die zum Beispiel riesige Hallen für Blumen- und Gemüseanbau errichtet haben. Diese rücksichtslose Landvermarktung werde laut Walterspacher unter anderem vom schwedischen Filmemacher Joakim Demmer in seinem Film "Das grüne Gold" dokumentiert. Erschütterndes Fazit: "Äthiopien ist ständig von Hungersnöten bedroht und exportiert dennoch Lebensmittel nach Europa." Den einheimischen Kleinbauern werde die Existenzgrundlage für ihre Selbstversorgung genommen.

Wenigstens aber kann die Stiftung mit einem ihrer neueren Frauenprojekte, den Mikro-Krediten, neue Existenzgrundlagen anbieten. Der Erfolg ist vielversprechend: Rund 30 Frauen erhalten ein Startkapital als Kredit und entwickeln verschiedene Geschäftsideen. Sie verwalten das Geld, während die Männer lediglich in der Logistik mithelfen. Innerhalb eines Jahres muss der Kredit zurückbezahlt werden.

Sehr berührt sind die Deutschen in Waragu von dem Besuch bei den "Elderly People", einer Art Rentnerclub, in dem die alten Menschen Zusammengehörigkeit erleben.

Ein letzter Besuch galt einer der von der katholischen Kirche geführten "Clinicen". Jene in Waragu benötigt einen neuen Anbau. "Da meine Stiftung keine Backsteine finanziert", sorgt Walterspacher für Kredite und beschafft Spendengelder. Für Personal, Inneneinrichtung und Material gibt die Stiftung Zuschüsse. Eine hilfreiche Geste war die Übergabe zweier Geräte für die Geburtsstationen in Alemtena und Waragu, die Stephan in Deutschland als Spende organisiert hatte. "Eine anstrengende, aber auch beglückende Erfahrung", bilanziert der Vorsitzende die Erfolgsgeschichte der Stiftung auf dem Weg der "Hilfe zur Selbsthilfe".

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