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Gravierende Veränderungen stehen bevor
Gravierende Veränderungen stehen bevor
23.04.2018 - 00:00 Uhr
Von Veronika Gareus-Kugel

Gernsbach - Die Gesamtwehr der Freiwilligen Feuerwehr Gernsbach hatte 2017 insgesamt 193 Alarmeinsätze abzuarbeiten. 64 Personen konnten die Feuerwehrkameraden retten. Für drei Personen kam jede Hilfe zu spät. Die Rettungsmaßnahmen werden immer komplizierter und erfordern die volle Konzentration der Kameraden, betonte Gesamtkommandant Volker Steimer bei der Jahreshauptversammlung aller Gernsbacher Feuerwehrabteilungen am Samstag in Lautenbach.

Das Einsatzspektrum ist breitgefächert und reicht von Türöffnungen, um Personen aus lebensbedrohlichen Lagen zu befreien, über Wohnungs- und Pkw-Brände bis hin zu Überlandhilfen mit Drehleiter, Lösch- und Rettungszug oder mit der Wärmebildkamera. Wie bedeutend die Bundesstraße für Rettungseinsätze ist, mussten die Floriansjünger im vergangenen Jahr gleich mehrmals erfahren. Ohne Ausweichstrecken sorgte so manches Ereignis dort für lange Staus. Die Belastung der Kameraden ist laut Steimer hoch. Insgesamt leisteten diese rund 44000 Stunden für die Sicherheit Gernsbachs und der Stadtteile.

Um alle diese Strapazen gut zu verarbeiten, sei es wichtig, eine gute Kameradschaft zu pflegen, betonte Steimer. Genau den gleichen Stellenwert räumt der Kommandant einer guten Ausbildung, ebenso wie einer feuerwehrtechnischen Ausstattung auf hohem Niveau ein. Nur wenig Verständnis bringt deshalb der Gesamtkommandant für das Verschieben von Ersatzbeschaffungen entgegen.

Um der schwindenden Tagesverfügbarkeit der Kameraden der Abteilungen die Spitze zu nehmen, wurde zur Sicherstellung einer optimalen Hilfe im Ernstfall beschlossen, dass zu jedem Einsatz die Kernstadtwehr hinzu gerufen wird. 206 Feuerwehrkameraden (darunter 22 Frauen) leisten ehrenamtlich Dienst in der Gernsbacher Feuerwehr. Als wichtige Entlastung der ehrenamtlichen Einsatzkräfte bewertet Steimer die Einstellung eines hauptamtlichen Gerätewarts.

Das Jahr in seiner Chronologie ließ Schriftführerin Julia Arnold Revue passieren. Die Einnahmen und Ausgaben der Gesamtwehr stellte Robert Baumgärtner vor.

In den Abteilungen Lautenbach, Hilpertsau, Gernsbach, Staufenberg, Obertsrot und Reichental sind 74 Jugendliche organisiert. "19 Mädchen und 55 Jungen. Acht wurden in die aktive Wehr übernommen", legte Gesamtjugendleiter Günther Kornmann dar. Auch die Jugendfeuerwehr war im vergangenen Jahr äußerst aktiv. Besonders stolz zeigte sich Kornmann über den erstmals organisierten Blaulichttag, der auf ein sehr positives Echo stieß. Die Aktivitäten der 74 Mitglieder der Senioren- und Ehrenabteilung stellte deren Obmann Manfred Kast vor. "Auch wenn wir nicht mehr in den vorderen Reihen stehen, ist das Interesse an den Aktiven und den Kindern nicht verloren gegangen."

Großen Respekt zollte den Feuerwehrkameraden Bürgermeister Julian Christ: "44000 geleistete Stunden zeigen das Verhältnis und wie wichtig, wertvoll und zentral ihre Arbeit in der Stadt ist." Er könne den schwindenden Glauben an den Feuerwehrbedarfsplan nachvollziehen, "aber wir können es uns finanziell schlichtweg nicht leisten, diesen voll umfänglich umzusetzen", so Christ. Gleichwohl bekannte er sich zur einer diesbezüglichen Verantwortung der Stadt. Auch blieb er dabei, die Strukturen der Feuerwehrabteilungen in Gernsbach nicht einseitig verändern zu wollen - so etwas gehe nur im Einvernehmen miteinander.

"Die Freiwilligen Feuerwehren werden sich in den nächsten zehn Jahren gravierend verändern. Es liegt in unser aller Verantwortung, das System aufrechtzuerhalten und die Veränderungen selbstkritisch, offen und auf Augenhöhe zu führen", ergänzte Kreisbrandmeister Heiko Schäfer.

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