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Einer, der sich immer noch einmischt
'Unser Haus und der Garten verlangen zeitweise unseren vollen Einsatz.' Das sagt Klaus Schmelzle, der die Stadt Gernsbach lange kommunalpolitisch geprägt hat.  Foto: Uebel
24.05.2018 - 00:00 Uhr
Von Dagmar Uebel

Gernsbach - Der Mann scheint topfit zu sein. Fitter als manch jüngerer. Dass das so ist, mag an seinem Tatendrang liegen. Dabei feiert er heute seinen 75. Geburtstag. Die Rede ist von Klaus Schmelzle, dem "Urgestein" der Gernsbacher Sozialdemokraten, der 1976 in die Partei eintrat, 20 Jahre lang im Gernsbacher Gemeinderat mitwirkte, dort als SPD-Fraktionsvorsitzender, vier Jahre als Ortsvereinsvorsitzender und Bürgermeister-Stellvertreter.

Und auch jetzt noch - seit 2003 im beruflichen Ruhestand und nun als Selbstständiger - ist sein Sachverstand gefragt, wenn es darum geht, Verwaltungs- und Produktionsprozesse zu optimieren. Auch auf politischer Ebene ist Schmelzle nach wie vor ein gefragter Mitdenker, arbeitet er doch immer noch im Vorstand des Ortsvereins mit. Heute feiert Schmelzle Geburtstag.

Diesen heutigen 24. Mai wird er zusammen mit seiner ganzen Familie feiern.

1943 in Baden-Baden geboren, hat er in Scheuern, Gernsbach und in seiner Geburtsstadt Schulen besucht. Der Sohn eines Kaufmanns wäre am liebsten Architekt geworden. Stattdessen ließ er sich in Gaggenau zum Werkzeugmacher ausbilden und absolvierte anschließend in Lübeck ein Maschinenbaustudium, kehrte jedoch schon kurz danach ins Murgtal zurück.

Orte, an denen er seine ersten beruflichen Sporen verdiente, sich weiterentwickeln und wirken konnte, waren Bühl, Rastatt und Gaggenau. Seine ersten politischen Schritte machte Schmelzle schon als junger Mann.

Was über all die Jahre geblieben ist, ist sein Interesse, sich für Gernsbach und seine Bürger einzusetzen. Besonders der Erhalt der Altstadt liegt ihm am Herzen. Dabei bemängelt er, dass es oft Kleinigkeiten seien, die das Bild dieses Teils "unserer Stadt, um den uns manche Besucher beneiden", nachhaltig störten. "Aber auch eine gewisse Gleichgültigkeit von Teilen des Gemeinderats und der Stadt-Verantwortlichen ist zu bedauern", wie Schmelzle schulterzuckend betont.

Zu den wichtigen Entscheidungen, an denen er beteiligt war, zählen die einspurige Verkehrsführung durch die Salmengasse und der kontinuierliche Ausbau des Bildungsstandorts Gernsbach. Nicht zu vergessen die Entwicklung des Infozentrums auf dem Kaltenbronn. Zu seiner Bilanz gehören aber auch Bemühungen um Projekte, die wohl den meisten Gernsbachern "wie Steine im Magen liegen". Ganz einfach liegen müssen, denn von Entwicklungen sei da zu wenig zu spüren, wenn es beispielsweise um das Gleisle-Areal, die Brückenmühle oder das Pfleiderer-Areal geht.

"Sich einmischen", sei schon immer Schmelzles Leitfaden gewesen. Und er setzt einschränkend hinzu: "Aber auch Niederlagen akzeptieren können, weil die Mehrheit anderer Meinung ist."

Was ist außerdem wichtig für den Privatmann Klaus Schmelzle? Nach kurzem Nachdenken nennt er die Familie und die Pflege von freundschaftlichen Kontakten. Und nach einem langen Blick bis hinüber zu den bewaldeten Höhen des Schwarzwalds: "Wir wandern sehr gerne." Um zu ergänzen: "Wenn wir beide die Zeit dazu finden, verlangen doch unser Haus und der Garten zeitweise unseren vollen Einsatz." An einer Leidenschaft, fast zum Schluss erwähnt, hängt Schmelzle dann doch noch. Das sind die Kontakte zu seiner studentischen Verbindung, die aus seiner Zeit in Lübeck stammt: "Einmal im Jahr treffen wir uns im Orgelfelsenhaus."

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