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65 Teenager laufen zur Höchstform auf
Schlussakt im Lampionschein: Darsteller singen die Adonia-Hymne 'Unser Land' zum Abschluss des Musicals.  Foto: Vogt
28.05.2018 - 00:00 Uhr
Von Katharina Vogt

Gernsbach - Zum elften Mal gastiert das Adonia-Projekt mit einem Musical in der Gernsbacher Stadthalle. Jedes Mal ist es etwas ganz Neues - besonders in diesem Jahr: Zum ersten Mal wurde mit dem Musical "Herzschlag" die biblische Geschichte komplett in der "Jetzt"-Zeit erzählt. Dabei wurde klar: Die biblischen Erzählungen sind gar nicht so weit weg von unserem Alltag, wie mancher Kritiker die Christen glauben lassen möchte. Auch wenn es vor zweitausend Jahren noch kein Rotes Kreuz und keine Notaufnahme in Krankenhäusern gegeben hat, gilt die Kernbotschaft des Johannesevangeliums: Jesus ist die Auferstehung und das Leben - für gläubige Christen die Quelle von Hoffnung und Freude.

Aber bis zu dem Moment, als auf der Bühne Lazarus von den Toten erweckt wurde, obwohl seine Schwestern Marta und Maria ihren Freund Jesus /Immanuel gewarnt hatten ("er ist schon so lange tot - der Geruch wird schrecklich sein"), war es ein langer Weg der Anhänger Jesu in Judäa. Das Publikum fieberte von der ersten Minute mit, denn die Schwestern und Ärzte der Notaufnahme baten es in der voll besetzten Stadthalle gleich beim ersten Lied um aktive Mitarbeit: "Drücken, drücken - 30 Mal". Gemeinsam wurde eine Reanimierung bei Herzstillstand geübt, beschwingt begleitet von der Adonia-Band.

Schnell wurde aber aus Spaß Ernst, denn Lazarus kam mit ernsthaften Herzrhythmusstörungen in die Notfallaufnahme. Die folgenden Szenen kennt jeder, der einmal in einer ähnlichen Ausnahmesituation im Krankenhaus war: Das unverständliche Fachchinesisch der Ärzte bekommt man mit viel Glück von einer netten Schwester übersetzt, Hoffnung und Angst wechseln sich ab und im Falle von Lazarus nutzt auch Hightech-Medizin letztlich nichts - Lazarus stirbt und muss bestattet werden.

Dazwischen erzählten die 65 Mitwirkenden in Rückblicken von Begegnungen und Gesprächen mit Jesus. Mit Multimedia-Effekten wird der Bibeltext verlesen, der große Chor wechselt je nach Stimmung sein raffiniertes Bühnenoutfit von schwarz auf weiß oder hoffnungsvolles blau. Bescheiden treten einige Sänger aus dem Chor nach vorne ans Bühnenmikrofon, um dem einen oder anderen Solo ihre ausdrucksstarken Stimmen zu leihen, während die Band (Keyboard, Bass, Gitarre, Percussion, Violine und Flöte) sich durch Funk, Rock und Pop groovt.

Wieder andere Sänger bauen derweil die wenigen Requisiten auf der Bühne zum Gartenfest, zur Beerdigung oder zum Krankenhaus um. Es wird nie langweilig und auch Tanzeinlagen sorgen für Stimmung. Eingängige Texte, mitreißende Rhythmen (die Ähnlichkeit mit dem einen oder anderen bekannten Pop-Song ist sicherlich nicht ganz ungewollt): Man fühlte sich sehr schnell wohl in dieser Inszenierung. Die Spielfreude der Teilnehmer - "pubertierende Teenager", wie sie bei der Verabschiedung liebevoll genannt wurden - tat ihr Übriges dazu. 58 Projektchöre stellen das aktuelle Adonia-Musical mit Hilfe von ehrenamtlichen Helfern aus ganz Deutschland auf die Beine und begeistern so nicht nur die evangelischen Christen der Republik.

Das Gernsbacher Ensemble war bunt gemischt, darunter viele Akteure aus der Region, auch die beiden Hauptdarstellerinnen in den Rollen von Marta und Maria sind keine Unbekannten in der Stadt. Sie hatten sich Anfang der Woche zu den ersten gemeinsamen Proben getroffen und insgesamt vier Konzerte absolviert: nach Lörrach, Karlsruhe und auf der Open-Air-Bühne der Landesgartenschau in Lahr war der Auftritt in Gernsbach nun das große Finale, das die Zuschauer und das Betreuerteam jubelnd feierten.

Als die Darsteller mit dem Chor im Schein von Lampions die Bühne verließen, nachdem auch die Folgen der Erweckung von Lazarus bis hin zu Jesu Tod am Kreuz erzählt worden waren, gingen sie nicht, ohne die Adonia-Hymne "Unser Land" zu singen. Im Schlussapplaus war die Band dank Bravo-Rufen und Begeisterungs-Pfiffen fast nicht mehr zu hören.

Und manche Eltern werden sicherlich einen ähnlichen Satz vernommen haben wie ein Elternpaar aus Freiburg, das mit seinem Junior hinter der Stadthalle ins Auto stieg: "Mama, nächstes Jahr mache ich da auch mit!"

www.adonia.de

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