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Vom Murgtal über das Murtal nach Nepal
Strahlt mit der Sonne um die Wette: Josef Reiß legt auf der kroatischen Insel Pag eine Pause ein.  Foto: privat
15.06.2018 - 00:00 Uhr
Von Marvin Lauser

Loffenau/Kathmandu - Etwas über 8200 Kilometer liegen zwischen Loffenau und Kathmandu, der Hauptstadt Nepals. Mit dem Flugzeug ist man von Frankfurt mindestens elfeinhalb Stunden unterwegs (Zwischenstopp eingerechnet). Josef Reiß aus Loffenau will diese Strecke mit dem Fahrrad zurücklegen. "Ich denke, es werden insgesamt so an die 15000 Kilometer, bis ich in Nepal ankomme", schätzt der Hobby-Radfahrer.

Der 20-Jährige hat nach eigener Aussage (Stand Ende Mai) bereits etwa 2200 Kilometer auf seinem Zweirad zurückgelegt. Wie viele Kilometer es genau sind, kann er nicht sagen, da er die Navigations-App seines Smartphones seit Reisebeginn gewechselt hat. Der Hobby-Sportler steht zwischen 6 und 8 Uhr auf, tritt tagsüber kräftig in die Pedale und erreicht sein Tagesziel meist eine Stunde vor Sonnenuntergang: "Etwa 80 Kilometer pro Tag", schätzt er. Wie sieht seine bisherige Route aus? Am 15. April im heimischen Loffenau gestartet, hat sich der Murgtäler Richtung Bayern aufgemacht, dort seine Patin in der Nähe von München besucht und ist anschließend weiter nach Österreich geradelt. Nach einem Besuch der Mozartstadt Salzburg erreichte er Leoben in der Steiermark.

Von der Montan-Stadt im Mittleren Murtal ging es über Graz ins benachbarte Slowenien. Nachdem er Station in der Sportstadt Maribor gemacht hat, radelte der Loffenauer in die Landeshauptstadt Ljubljana. Von dort begab sich der Tourenfahrer auf schnellstem Weg an die Adria.

An der kroatischen Küste machte er Halt in Rijeka, auf den Inseln Krk und Pag sowie in den Urlaubsdestinationen Zadar und Å ibenik. Von Kroatien aus steuerte der Abenteurer auf zwei Rädern Bosnien und Herzegowina an. In Heidelbergs Partnerstadt Mostar machte Reiß Station, bevor es für ihn gen Sarajevo ging. Von der ehemaligen Olympia-Stadt radelte der Hobby-Sportler über den Jahorina-Gebirgszug nach Ustikolina, einer Eintausend-Einwohner-Stadt am Fluss Drina. Auf Bosnien und Herzegowina folgte auf Reiß' Route ein Aufenthalt in Serbien, unter anderem in der Stadt Cacak.

"Ich plane nur von Tag zu Tag"

"Geplant" hat der 20-Jährige nach eigenen Angaben "nicht viel". Lediglich den Weg bis nach Salzburg und eine Liste von Dingen, die er benötigt, habe er sich im Vorfeld überlegt. Seine Route variiere deshalb: "Ich plane nur von Tag zu Tag", berichtet der langjährige DLRG'ler. Auf Serbien soll aber Mazedonien folgen, gibt der 20-Jährige Einblick in seine weitere Wegstrecke.

"Solch eine lange Radreise machte ich bisher noch nicht", erklärt Reiß auf BT-Anfrage am Telefon. Auslandserfahrungen hat er als Schüler aber bereits sammeln dürfen. 2014 hat Reiß ein halbes Jahr in Südafrika gelebt. Von Januar bis Anfang Juli besuchte der Loffenauer im Rahmen eines Schüleraustauschs die Michael Oak Waldorf School in Kapstadt. Reiß hat auf seiner Tour alles Notwendige dabei, er übernachtet überwiegend in einem Zelt. Das stellt er entweder bei gastfreundlichen Menschen im Garten, in der Natur oder auf ausgewiesenen Campingplätzen auf. Letztere steuert er vor allem an, wenn er sich eine Stadt anschauen möchte. Seit er die slowenische Grenze passiert hat, verständige er sich auf Englisch, "wobei in Bosnien und Herzegowina auch viele Menschen der deutschen Sprache mächtig sind", berichtet der junge Murgtäler.

Weil er im vergangenen Jahr an der Freien Waldorfschule in Rastatt sein Abitur abgelegt hat, bietet sich ihm nun die Möglichkeit, sich selbst auf dieser langen Reise besser kennenzulernen. Idealerweise findet Reiß dabei heraus, was er in Zukunft beruflich machen möchte, ob eine Ausbildung oder ein Studium das Richtige für ihn ist.

Maximal neun Monate hat er sich selbst dafür Zeit gegeben. Spätestens an Weihnachten möchte der ehemalige Waldorfschüler wieder bei seiner Familie und bei seiner Freundin sein. Der Rückflug ist zwar noch nicht gebucht - Zweirad, Zelt und Gepäck werden aber ebenfalls von Nepal nach Deutschland zurückkehren. Bis es soweit ist, findet man auf Instagram Schnappschüsse der Reise.

www.instagram.com/

gioseppe_97

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