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Im Gemeinderat überwiegt die Skepsis
So wie auf der Teststrecke in Brandenburg könnte es auch auf einem Teil der B 462 aussehen.  Foto: Sascha Hilgers (BMUB)
10.07.2018 - 00:00 Uhr
Von Ulrich Jahn

Gaggenau - Der Vertreter des Verkehrsministeriums war nach Ende des Tagesordnungspunktes überrascht. "Ich hatte nicht damit gerechnet, dass die Ablehnung hier in Gaggenau so groß ist", sagte Marcel Zembrot. Zuvor hatte er gestern Abend dem Gemeinderat die Pläne des Pilotprojekts zu Hybrid-Oberleitungs-Lkw vorgestellt. Die Gaggenauer Räte hatten gestern noch nicht darüber abzustimmen. Das wird erst in der nächsten Sitzung am 23. Juli der Fall sein.

Aber schon durch verschiedene Beiträge von Vertretern aus allen Fraktionen und Gruppen wurde deutlich, dass viele nicht gerade glücklich darüber sind, dass auf der B462 die etwa 18 Kilometer lange Teststrecke für Oberleitungs-Lkw eingerichtet werden soll. Insbesondere während der Bauzeit befürchten sie erhebliche Einschränkungen. Das auch bedingt durch die Erfahrungen bei verschiedenen anderen Baustellen und die dort anfänglichen Stauproblemen.

Zembrot stellte anfangs die Planungen für die Teststrecke im Murgtal vor. Es sei als Teststrecke optimal geeignet, nicht aber für einen Dauerbetrieb. Deshalb soll die Oberleitung samt Masten nach Abschluss des dreijährigen Testbetriebs wieder abgebaut werden. Nachdem der Bereich Oberndorf nach Protesten von dort ausgespart wird, gibt es drei Elektrifizierungsbereiche. Von der L67 bis in Höhe des EKZ bei Oberndorf, von der Einmündung der K3737 bis zum Unimog-Museum und in Höhe von Ottenau etwa ab dem Amalienbergparkplatz in Richtung Hörden. Da es parallel auch die Murgtalbahn gibt, können man durchspielen, wo welcher Verkehrsweg Vor- oder Nachteile hat. Positiv hebt Zembrot hervor, dass sich jetzt auch die Damler AG mit einer batterie-elektrischen Sattelzugmaschine an dem Projekt beteiligen will. "Das bietet die einmalige Chance, beide Technologien unter gleichen Randbedingungen zu testen und zu vergleichen", so der Vertreter des Verkehrsministeriums.

Ab dem Amalienbergparkplatz sollen die Strommasten nur an der Hangseite errichtet werden. Ein Eingriff in die Bepflanzung an der anderen Straßenseite sei nicht vorgesehen. Der Abstand zwischen den einzelnen Masten liegt zwischen 65 Meter (auf geraden Strecken) und 40 Meter (in Kurvenbereichen).

Die Gesamtkosten für die Infrastruktur der Teststrecke betragen 17,6 Millionen Euro, davon entfallen auf die reinen Baukosten 15 Millionen Euro. Der Bund übernimmt 16,8 Millionen Euro, das Land 800000 Euro.

Batterien werden während Fahrt geladen

Lkw mit entsprechender Technik können über die Oberleitungen Strom beziehen. Gleichzeitig wird eine Batterie aufgeladen, die eine emissionsfreie Weiterfahrt auch nach Ende der Oberleitung ermöglicht. Zwei Speditionen werden voraussichtlich die Oberleitungs-Lkw ab 2020 einsetzen. "Dabei werden die Oberleitungsinfrastruktur sowie die Einbindung der elektrisch betriebenen Lkw in ein Güterverkehrskonzept untersucht. Im Fokus stehen zudem verkehrs- und energietechnische Aspekte sowie Auswirkungen auf Lärm und Luftschadstoffe", erklärt die Stadtverwaltung.

"Das sieht furchtbar aus", meinte Heinz Adolph (FWG) zu den Oberleitungen und den entsprechenden Masten. Er wollte wissen, wie lange es während der Bauphase Behinderungen gebe. Die Arbeiten sollen in drei Abschnitten ausgeführt werden, wobei jener zwischen Ottenau und Hörden am Problematischsten ist. Dieser ist in den Sommerferien geplant, nachts seien Vollsperrungen erforderlich.

"Das ist herausgeschmissenes Geld", behauptete Reinhold Künstle (FWG). Für ihn sei der Versuch eine Totgeburt. Die Bauzeit ist auch für Gerd Pfrommer (SPD) eine "ganz schlimme Phase". Gerade mit Blick auf die aktuelle Baustelle auf der B462 ist für ihn das Vertrauen in die Verantwortlichen nicht so groß. Er habe das Gefühl, dass das wieder Chaos gebe und fordert deshalb ganz konkrete Planungen. Andreas Paul (CDU) bemängelte, dass Gaggenau nach den drei Jahren nichts Nachhaltiges habe.

Marcel Zembrot sieht das Projekt als Chance. Die Beeinträchtigungen würden "auf ein Minimum reduziert werden".

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