http://www.initiative-wertvolle-zukunft.org/wvz2016/erbschaft/
Gefördert und mit großer Willensstärke geschafft
Die erfolgreichen Absolventinnen des SMART-Projekts mit den Verantwortlichen vom Mädchenheim Gernsbach.  Foto: Uebel
12.07.2018 - 00:00 Uhr
Von Dagmar Uebel

Gernsbach - Natürlich hatten sich Isabeau, Chiara, Celina, Sophie und Laura am Dienstagnachmittag für die Aushändigung ihrer Urkunden besonders schick gemacht, erhielten die fünf Schülerinnen in einer kleinen Feierstunde in der Gernsbacher Weinbergstraße doch ganz besondere Abschluss-Zertifikate.

Als Anerkennungen für fünf Teenager, die im Evangelischen Mädchenheim leben und erst in wenigen Tagen (wie ihre Mitschüler auch) ihre Schulzeugnisse in der Von-Drais- und der Realschule erhalten werden. Die Zertifikate jedoch, die ihnen schon am Dienstag überreicht wurden, belegen das erfolgreiche Absolvieren verschiedener Kurse des SMART!-Projekts.

Anliegen des Projekts mit den fünf Buchstaben samt Ausrufezeichen dahinter ist es, die Jugendlichen so zu fördern, dass sie Schulabschlüsse oder die Versetzung in die höhere Klasse schaffen und für den Start in den Arbeitsmarkt gestärkt sind. Teilnehmer sind im Heim lebende Schülerinnen der achten, neunten oder zehnten Klassen, deren Abschlüsse durch schlechte schulische Leistungen gefährdet sind. 2004 ins Leben gerufen, sieht das Projekt seine Aufgabe in der Vermittlung schulischer Inhalte, Hilfe bei Prüfungsvorbereitungen, Gewinnung positiver Einstellung auf Schule und Beruf und auch in der Vermittlung persönlicher Tugenden (Teamfähigkeit, Durchsetzungsvermögen und Selbstvertrauen). Die Angebote an die Mädchen sind vielseitig und freiwillig.

Projekt wird nach 14 Jahren eingestellt

Den wichtigsten Teil müssen die Schülerinnen deshalb selbst leisten, wie Ute Zächelein, die Leiterin der Einrichtung, in ihrer kurzen Ansprache betonte. Da gehört schon Willensstärke dazu, über ein ganzes Schuljahr hinweg in acht zusätzlichen Wochenstunden neben dem normalen Schulalltag verschiedene Kurse zu belegen. Diplom-, Sport- und Sozialpädagogen, Lehrer (Deutsch, Mathematik und Englisch) und ein Computerfachmann bieten den Mädchen in einem EDV-Schulungsraum (natürlich mit Internet) und der Sporthalle, in Praktika und Freizeiten alle mögliche Unterstützung.

Das ist nicht immer leicht für Teenager. Am Dienstag waren die fünf Schülerinnen zu Recht stolz auf ihre Zertifikate. Zächeleins Dank galt aber auch den anwesenden Dozenten Paul Körner (Mathematik), Georg Schultheiß (EDV und Internet), Alexandra Schaaf (Deutsch), Sandra Kneisch (Englisch), Heike Weinfurtner (Freizeit), der Koordinatorin Christine Auer und Stefanie Franz als der Erziehungsleiterin des Mädchenheims. Als gleichfalls wertvoll wertete Zächelein die Unterstützung durch den Soroptimist International Club Bad Herrenalb/ Gernsbach, den Monika Petermann-Wunder vertrat.

Was 2004 als SMART!-Kurs begann, fand 14 Jahre später zum vorerst letzten Mal statt. "Die Schullandschaft hat sich durch vermehrten Nachmittagsunterricht so verändert, dass sich die Termine schwer koordinieren lassen", erklärte Zächelein, um fortzufahren, "es ist schwerer geworden, die Dozenten zu den Terminen für die nach neun Stunden Schulstress verständlicherweise unkonzentrierten Teenager zu gewinnen." Das habe die Qualität der Kurse negativ beeinflusst und das Miteinander nicht immer leicht gemacht. Die Heimleitung und die Jugendhilfe, immer noch vom Wert und der Sinnhaftigkeit des Kurses überzeugt, müssten nun überlegen, was alle bisher Beteiligten den Mädchen, die Unterstützung brauchen, um gezielt auf Schulabschlüsse vorbereitet zu werden, in Zukunft anbieten können.

Obwohl es nicht immer leicht gewesen sei, wertete Zächelein den endenden Kurs als Erfolg. Vier der fünf Mädchen, die 2018 ihren Schulabschluss machen sollten, bestanden diesen - auch dank der Förderung durch das SMART!-Projekt. Sie werden weiterführende Schulen besuchen oder eine Ausbildung beginnen, hieß es am Dienstag.

BeiträgeBeitrag schreiben 



Das könnte Sie auch interessieren

Bühl
--mediatextglobal-- Die ´Bürgerinitiative zum Schutz der Oase beim Kinder- und Familienzentrum´ wendet sich gegen die vorgesehene Versiegelung des Kifaz-Gartens. Foto: privat

11.07.2018
Senioren gründen Bürgerinitiative
Bühl (jo) - Die Senioren der Wohnanlage St. Elisabeth reagieren mit der Gründung einer Bürgerinitiative auf die veränderte Entwicklung in ihrer Nachbarschaft. Der Garten des Kinder- und Familienzentrums, letzte Grünzone im Nahbereich, soll einem Schulneubau weichen (Foto: privat). »-Mehr
Gaggenau
--mediatextglobal-- Blick auf das künftige Gebäude aus Westen (Hauptstraße, links) und Osten (Theodor-Bergmann-Straße). Foto: Riverside

11.07.2018
"Eisenhöfer" wird aufgestockt
Gaggenau (tom) - Die Zustimmung im Gemeinderat war einhellig, denn letztlich lässt das, was auf den Planansichten zu sehen ist, nur diesen Schluss zu: Schöner als derzeit wird das alte Eisenhöfer-Gebäude auf jeden Fall. Es wird zum Wohnhaus umgebaut (Foto: Senger). »-Mehr
Ottersweier
--mediatextglobal-- Die stolzen ´Architekten´ des Insektenhotels an der Walderlebnisstation (von links): Nicolas Zink, Jonas Lienhard, Cheyenne Riehle und Richard Höß. Foto: Gemeinde

11.07.2018
Insektenhotel auf Hundseck
Ottersweier (red) - "Was summt denn da?" Mit diesem Titel war ein Projekt der Maria-Victoria-Schule Ottersweier überschrieben, dem sich die Neuntklässler Cheyenne Riehle, Richard Höß, Nicolas Zink und Jonas Lienhard mit ihrem Techniklehrer Martin Weck widmeten (Foto: Gemeinde). »-Mehr
Gaggenau
--mediatextglobal-- Der Bauschutt wird wohl nächste Woche abgefahren, dann steht der Amalienberg-Parkplatz wieder für Autofahrer zur Verfügung.  Foto: Jahn

11.07.2018
Aus acht mach fünfzehn
Gaggenau (uj) - Der Amalienberg-Parkplatz an der B 462 soll mittelfristig umgebaut werden. Dann soll dort Parkraum für bis zu 15 Lkw zur Verfügung stehen. Möglich wird dies, da nur vier Lastwagen künftig in Längsrichtung abgestellt werden, die anderen schräg (Foto: Jahn). »-Mehr
Gaggenau
--mediatextglobal-- So wie auf der Teststrecke in Brandenburg könnte es auch auf einem Teil der B 462 aussehen.  Foto: Sascha Hilgers (BMUB)

10.07.2018
Im Rat überwiegt die Skepsis
Gaggenau (uj) - Nicht auf große Gegenliebe ist im Gaggenauer Gemeinderat am Montag die Präsentation eines Pilotprojekts gestoßen. Die Räte sehen in dem Test mit Oberleitungs-Lkw auf der B 462 viele Nachteile für das Murgtal, insbesondere während der Bauphase (Foto: Hilgers). »-Mehr
Ort des Geschehens
Größere Google Karte
www.volksbank-baden-baden-rastatt.de/bt
Umfrage

Mit einem Bündel von Maßnahmen will die Bundesregierung die hohen Mietkosten dämpfen, die viele Bürger besorgen. Fürchten Sie, sich in Zukunft Ihre Wohnung nicht mehr leisten zu können?

Das ist schon der Fall.
Ja.
Nein.
Ich bin in keinem Mietverhältnis.


Wetter in Mittelbaden


© Badisches-Tagblatt.de    Impressum | AGB | Nutzungsbedingungen | Datenschutz   
1