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Eine Stadt ist fassungslos
16.07.2018 - 00:00 Uhr
Von Thomas Senger

Gaggenau - "Mit 80 Sachen kannst du die gerade noch nehmen", sagen sie in Gaggenau. Eine langgezogene, ansteigende Linkskurve beschreibt die Goethestraße an dieser Stelle zwischen Tor 5 des Benzwerks und dem Daimler-Ausbildungszentrum. Ob der Verursacher des Unfalls, der am Freitagabend zwei Menschenleben auslöschte, wirklich so schnell oder gar noch schneller war, darüber wird in der Stadt spekuliert. Fakt ist: Die große Delle, die am Unfallfahrzeug vorne zu sehen ist, sie dokumentiert die Wucht mit der das Auto, ein blauer Renault Mégane, die zwei Menschen ausgangs der Kurve auf dem Gehweg erfasst haben muss.

Ein sieben Monate alter Junge im Kinderwagen und seine 54 Jahre alte Großmutter, sie haben den Unfall nicht überlebt. Beide sind tot - das ist die unfassbar traurige Bilanz des Geschehens am Freitag gegen 21 Uhr. Der Verursacher des Unfalls, er fuhr davon, ohne sich um die Opfer zu kümmern (wir berichteten am Samstag).

Dies taten Menschen, die kurze Zeit später zur Unfallstelle gefahren kamen. Sie alarmierten den Rettungsdienst, versuchten erste Hilfe zu leisten. Die Bilder, die sie sahen, werden sie wohl ihr Leben lang nicht vergessen: die beiden schwerstverletzen Menschen, die Oma und ihr Enkelkind, auf dem Gehweg liegend, einige Meter davon entfernt der völlig zerstörte Kinderwagen, ein paar weitere Meter weg ein Nummernschild.

"Während die Ärzte noch immer um das Leben des mit einem Rettungshubschrauber abtransportierten Kleinkindes kämpfen, erlag die Fußgängerin noch auf dem Weg in ein Krankenhaus ihren schweren Verletzungen", meldete das Polizeipräsidium Offenburg am Freitag gegen Mitternacht. Wenige Stunden später war auch das Kind gestorben.

Der Unfall, die Unfallflucht, die unschuldigen Opfer, das unsagbare Leid der hinterbliebenen Familie, die nicht weit vom Unfallort entfernt wohnt - wo man hinkommt in Gaggenau, es ist Gesprächsthema.

Ebenso das verlorene vordere Nummernschild. Wie ist es geschehen, dass das Kfz-Kennzeichen abgerissen wurde, fragen sich die Menschen. Immerhin: Es führte die Ermittler rasch zum Halter des Unfallfahrzeugs. Der 47-Jährige wurde noch am Freitag gegen 23.30 Uhr bei einem Bekannten im Raum Gaggenau vorläufig festgenommen. Der Verdächtige bestreitet aber, an dem Unfall beteiligt gewesen zu sein. Nähere Angaben - beispielsweise, wer in diesem Fall denn als Unfallfahrer in Frage kommen könnte, machte die Polizei auf Nachfrage nicht. Der Verdächtige wurde wieder auf freien Fuß gesetzt.

Die Kontrolle über das Auto verloren

Bis weit in die Nacht sichern Beamte der Verkehrspolizei Baden-Baden Spuren am Unfallort; auch die Werkfeuerwehr von Daimler ist im Einsatz. Kriminalpolizei, Verkehrspolizei und ein Sachverständiger "arbeiten fieberhaft an der Rekonstruktion des tragischen Ereignisses", melden Polizei und Staatsanwaltschaft am Samstag in einer Pressemitteilung. Fest scheint zu stehen, dass der Verdächtige die Kontrolle über seinen Renault verloren hatte und die Oma mit dem Kind auf dem Gehweg neben der Straße erfasste. Anschließend flüchtete der Unfallverursacher.

Der als Unfallfahrer Verdächtigte hat am Unfallabend Alkohol getrunken, zitierte die Deutsche Presse-Agentur gestern einen Mitarbeiter der Verkehrspolizei in Baden-Baden. Ob er vor dem Unfall oder erst danach bis zu seiner vorläufigen Festnahme getrunken habe, sei unklar.

Auf rund 10000 Euro beziffert die Polizei den Sachschaden an dem Unfallfahrzeug - dies gilt als relativ hoch.

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