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Raser im Stadtgebiet: Rathaus reagiert auf den "berechtigten Unmut"
Im Herbst soll das Lärmmessgerät von Michelbach in die Innenstadt verlegt werden. Foto: Stadt Gaggenau
24.07.2018 - 00:00 Uhr
Gaggenau (red) - Die Stadt Gaggenau will den Kampf gegen Straßenlärm intensiver führen. Im Herbst soll in der Innenstadt ein Lärmmessgerät aufgestellt werden. Zusätzlich sollen weitere Radargeräte zum Einsatz kommen - auch nachts.

"Regelmäßig gibt es bei der Stadtverwaltung Beschwerden über rücksichtsloses Verhalten im Straßenverkehr", teilte die Pressestelle gestern mit, "vor allem Verkehrsteilnehmer, die durch die Straßen rasen und viel Lärm machen, sorgen für berechtigten Unmut."

Mit verschiedenen Maßnahmen will die Verwaltung deshalb mehr für das Thema Lärm sensibilisieren und aufzeigen, wie sehr Verkehrslärm die Lebensqualität beeinträchtigt. Dazu werde seit einigen Monaten bei der Stadt ein Konzept mit mehreren Maßnahmen entwickelt.

Ein Baustein ist das zwischen Michelbach und Freiolsheim aufgestellte Lärmmessgerät. Es zeichnet auf, wie schnell und vor allem auch wie laut die Verkehrsteilnehmer unterwegs sind. Entsprechend werden sie auf einem Display aufgefordert, leiser oder langsamer zu fahren.

Erste Ergebnisse wertet die Verwaltung als "erschreckend": Sie verweist darauf, dass es einen hohen Anteil an Fahrzeugen gebe, deren Lärmimmissionen über 85 Dezibel liegen. Bis zu 98 Dezibel wurden bereits gemessen. "Genauso traurig ist das Ergebnis bei den Geschwindigkeiten. Bei 113 Stundenkilometer liegt hier der unfassbare Rekord", so das Rathaus. Die gesamten Daten sollen bis zum 18. Oktober ausgewertet und dann im Rahmen einer Podiumsdiskussion des Arbeitskreises Umwelt vorgestellt werden. Zu der Veranstaltung im Bürgersaal des Rathauses kommt auch der Lärmschutzbeauftragte der baden-württembergischen Landesregierung, Thomas Marwein. An diesem Abend soll das Thema Straßenverkehrslärm aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet und auch mögliche Auswege aus dem bestehenden Dilemma aufgezeigt werden. Dabei geht es auch darum zu verdeutlichen, welche Folgen Lärm auf die Gesundheit eines jeden Einzelnen haben kann.

Im Herbst soll das Michelbacher Lärmmessgerät in der Innenstadt aufgebaut werden. Dass Gaggenau damit relatives Neuland betrete, zeigten Anfragen anderer Kommunen beim Ordnungsamt. Nach Kenntnisstand der Pressestelle sei Gaggenau die einzige Kommune in Baden-Württemberg, die ein solches Gerät im Einsatz hat.

Gute Erfahrungen habe man auch mit den Geschwindigkeitsanzeigetafeln gemacht, die ebenfalls an die Vernunft der Fahrer appellieren. Wenn in verkehrsberuhigten Bereichen den Fahrern lachende oder traurige Gesichter angezeigt werden, "wird mal das Belohnungszentrum im Gehirn und mal das schlechte Gewissen aktiviert".

In jedem Fall verbesserten sich die Messergebnisse: "Denn auch wenn es nicht blitzt und keine Strafzettel verteilt werden - die Anzeigetafeln lieferten auswertbare Messergebnisse." Aufgrund der guten Erfahrungen mit diesen Geräten will die Verwaltung weitere anschaffen.

Auch in mehr Radargeräte soll investiert werden. Das Ordnungsamt prüfe verschiedene Möglichkeiten. Ziel sei es, künftig auch nachts deutlich intensiver Temposündern auf die Spur zu kommen.

Im ruhenden Verkehr habe sich die Personalaufstockung positiv ausgewirkt. "Oberbürgermeister Christof Florus und Bürgermeister Michael Pfeiffer gehen deshalb davon aus, dass durch weitere Maßnahmen das Ziel der Lärm- und Gefahrenminderung erreicht werden kann", so die Mitteilung. Abschließend heißt es: "Dabei könnte es so einfach sein, wenn sich jeder rücksichtsvoll gegenüber seinen Mitmenschen verhält, sich keine Wettrennen liefert oder nicht unüberhörbar durch die Straßen brettert."

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