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Jeder muss sich im Einsatz blind auf den anderen verlassen können
Der ausgebildete Rettungshund Milo hat das 'Opfer' Hartmut Schmidt im Wald entdeckt.  Foto: Gareus-Kugel
13.08.2018 - 00:00 Uhr
Gaggenau (vgk) - Die Fellnasen der Rettungshundestaffel des Deutschen Roten Kreuzes, angesiedelt beim DRK Bühl-Achern, sind die Gelassenheit in Person. Absolut nichts kann die Vierbeiner aus der Ruhe bringen. Keine anderen Hunde und erst recht nicht die Presse. Brav sitzen sie neben ihrer Hundeführerin oder ihrem -führer, holen sich hier und da ein paar Streicheleinheiten ab. Mal schauen, was das anstehende Training im Bad Rotenfelser Wald so bringt.

Im Frühjahr ist eine Einsatzeinheit in das Gaggenauer Rettungszentrum eingezogen. Ein Verdienst von Bürgermeister Michael Pfeiffer und Horst Neuendorf, Vorsitzender des DRK-Ortsvereins Gaggenau, wie Staffelführer Christian Busch ausführt. Die beiden anderen Einheiten sind in Karlsruhe und im Achertal stationiert. Die Dezentralisation der Teams hat den Vorteil, dass diese, wie vorgeschrieben, innerhalb von 60 Minuten am Einsatzort sein können.

Das Einsatzgebiet der Rettungshundestaffel reicht von Kehl bis nach Karlsruhe, vom Mummelsee über Ottenhöfen, Seebach, den Stadtkreis Baden-Baden und den Landkreis Rastatt bis ins Murgtal hinein. Die Gründung wurde 1973 vollzogen. Somit ist es die älteste DRK-Hundestaffel in ganz Deutschland und die größte im Rettungsdienst Baden-Württemberg. Insgesamt verfügt die Einrichtung über 18 Mensch-Hunde-Teams, trainiert wird immer gemeinsam. Im Einsatzverbund mit den Kollegen vom Technischen Hilfswerk Bühl und der Staffeleinheit Offenburg können innerhalb von zweieinhalb Stunden 60 Rettungshundeteams auf die Suche geschickt werden. Die Vierbeiner der Rettungshundestaffel sind Flächensuchhunde. Ihre Aufgabe ist es, gemeinsam mit ihren Führern vermisste Personen im Wald oder in der Fläche aufzuspüren. Mantrailer (Personenspürhunde) gehen bei der Suche, durch ein persönliches Kleidungsstück, individualisiert vor.

Doch vor dem Erfolg haben auch hier die Götter den Schweiß gesetzt. Hunde und Besitzer haben eine Reihe von Prüfungen zu absolvieren. Erst wenn diese erfolgreich bestanden sind, darf der Hund die Marke mit dem roten Kreuz auf weißem Grund tragen, die ihn als Rettungshund ausweist. Alle zwei Jahre sind die Prüfungen zu wiederholen. Die Ausbildung der Hundeführer beginnt mit der Sanitätsausbildung. Zusätzlich sind Kenntnisse in Erster Hilfe für den Hund, Kompass- und Kartenkunde zu erwerben. Auch ein Funklehrgang ist vonnöten.

16 Pfoten, Sansa und Melf sowie Fynn und Legolas bilden die Einsatzeinheit Murgtal. Der kleine British Jack Russell ist das Maskottchen der Truppe. Frauchen Gabriele Bähr ist seit 1992 mit dabei, geht aber aufgrund ihres Alters von 76 Jahren nicht mehr in den Einsatz. Niemand wird ausgeschlossen. Die Hunde-Seniorengruppe hat Einsätze im Rahmen von Kinderferienprogrammen. Teamgeist wird innerhalb der Rettungshundestaffel groß geschrieben. Das muss auch so sein. Jeder muss sich im Einsatzfall blind auf den anderen verlassen können, erklärt Staffelführer Busch.

Für die Hunde ist das Training und der Einsatz ein großes Spiel, denn sie wissen: Danach winkt das Lieblingsspielzeug oder Leckeres zur Belohnung. "Mitzubringen haben die Tiere einen enormen Spieltrieb, zudem sollte das Tier total verfressen und nicht von ängstlicher Natur sein", so Busch.

Während des Gesprächs nimmt Hartmut Schmidt im Wald seine Position als Vermisster ein. Nacheinander werden die Hunde zum Suchen geschickt. Saladin und Milo sind schon sehr erfahren. Die Nase in der Luft, ziehen sie ihre Kreise. Über die Brust gezogen tragen sie ein weißes Leibchen, worauf das rote Kreuz prangt und "Hund im Einsatz" signalisiert. Bellend zeigen sie den Fund der vermissten Person an. Für Daily und Luna, beide Junghunde sind noch in der Ausbildung, hat Opfer Hartmut Schmidt noch zusätzliche Leckereien parat.

Zwischen 350 und 400 Stunden ehrenamtlicher Arbeit investieren die Mitglieder der Rettungshundestaffel jährlich in die Aus- und Weiterbildung sowie in Einsätze. Doch der Erfolg macht sie auch stolz. "Ich bin seit 28 Jahren dabei und habe noch nie erlebt, dass ein Hund an einer Person vorbeigegangen wäre, auch wenn es sich zunächst nur um ein Liebespaar handelte. Unsere Erfolgsquote liegt bei 100 Prozent", meint Busch.

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