http://www.badisches-tagblatt.de/UnternehmenKarriereZusteller/index.html
http://www.badisches-tagblatt.de/UnternehmenKarriereZusteller/index.html
Wasserversorgung unter ständiger Kontrolle
31.08.2018 - 00:00 Uhr
Weisenbach (ww) - Groß war die Freude in Weisenbach, als man 1982 mit der feierlichen Übergabe des neuen Hochbehälters die neue Wasserversorgung ihrer Bestimmung übergeben konnte. Im Gewann "Gerstenland" steht mit dem Hochbehälter ein eigentlich unscheinbares, nach außen hin einstöckiges Gebäude. Doch die gesamten Ausmaße mit der umfangreichen Technik setzen sich zusätzlich über zwei Etagen in die Tiefe fort.

Hintergrund

Schon rund 75 Jahre früher machte man sich sowohl in Weisenbach als auch der damals noch selbstständigen Gemeinde Au Gedanken über eine zentrale Wasserversorgung. 1907 fasste man die Dachslochquelle und die untere Gaisbachmissquelle in Weisenbach sowie im gleichen Zeitraum die Quellen Kreuzeich, Heiderück und Kohlplatte in Au. In den folgenden Jahrzehnten kamen weitere Quellfassungen dazu. Doch es zeigte sich spätestens in den 1970er Jahren, dass die Quellfassungen, Leitungsdimensionen und Fassungsvermögen der Hochbehälter unzureichend waren. Wenn an Waschtagen in den höheren Ortslagen das Wasser ausging, war der Ärger groß.

Am 18. November 1977 sprach sich der damalige Gemeinderat um Bürgermeister Gerhard Feist grundsätzlich dafür aus, die Wasserversorgung völlig neu zu überplanen. In einer Bürgerversammlung am 30. November 1978 haben sich die Teilnehmer einmütig dafür ausgesprochen, die Wasserversorgung mit eigenen Quellen aufrecht zu erhalten und auszubauen. Der Gemeinderat ist damals diesem Votum trotz erheblicher Mehrkosten gefolgt. So stehen heute auf einer Höhenlage von 680 bis 700 Metern am Übergang vom massiven Granit in die klüftigen Sandsteinschichten zum Hohloh-Gebiet die Hohmissquellen I und II, die Riedmissquelle und die Wetzsteinbrunnenquelle zur Sicherstellung der notwendigen Wassermengen zur Verfügung.

Separate Quellsammelschächte sowie eine zentrale Leitung mit einem Durchmesser von 150 Millimetern und zwei Druckunterbrecherschächte wurden bis zum Hochbehälter im Gewann Gerstenland gebaut. Dort sorgen zwei große Kammern mit einem Volumen von jeweils 400 Kubikmetern Fassungsvermögen für die Versorgungssicherheit.

Rund vier Millionen Mark kostete damals das sich über rund vier Jahre hinziehende Großprojekt "Sicherstellung der Wasserversorgung". Dazu zählen neben Quellfassungen und Hochbehälter auch die Zuleitung ins Dorf und die Wasserverteilung in Weisenbach und Au.

Weitere rund 350000 Euro investierte die Gemeinde im Jahr 2006, um mit dem Einbau eines Trübstofffilters und einer UV-Entkeimungsanlage der am 1. Januar 2003 in Kraft getretenen neuen Trinkwasserverordnung Rechnung zu tragen.

Chloren nach Orkan "Lothar"

Zuvor musste man gerade durch die Veränderungen im Boden in den Quellbereichen durch Orkan "Lothar" immer wieder Verkeimungen feststellen und das Wasser chloren. Auch die drei Kammern der Entsäuerungsanlagen im Hochbehälter wurden mit Edelstahl ausgekleidet. So ist der Hochbehälter technisch auch für die nächsten Jahre und Jahrzehnte gerüstet, um damit die Versorgung der Bevölkerung mit Trinkwasser in hervorragender Qualität sicherstellen zu können.

Trotz alledem macht man sich innerhalb der Weisenbacher Verwaltung Gedanken zur Wasserversorgung, gerade unter dem Gesichtspunkt hoher Fixkosten und eines statistisch belegbaren zurückgehenden personenbezogenen Wasserbrauchs in Deutschland. So hat man nach entsprechender Vorstellung im Gemeinderat am 19. Januar 2017 ein Strukturgutachten in Auftrag gegeben. Dabei gilt es, den Ist-Zustand der gesamten Wasserversorgungsanlagen einschließlich des rund 18 Kilometer langen Leitungsnetzes und der zwölf Druckminderer unter Berücksichtigung der Druckverhältnisse und des Speicherraums, der Funktionalität der Anlagen und vielem mehr zu überprüfen. Dazu gehörte auch der vor wenigen Tagen erfolgte Einsatz von Druckloggern, deren Ergebnisse in die Rohrnetzanalyse einfließen.

Als Ergebnis all dieser Untersuchungen sollen in einem Handlungskonzept Vorschläge für den optimierten Betrieb der Anlagen gemacht werden. Auch auf die Frage der Versorgungssicherheit für den Fall eines Ausfalls der Quellen, des Hochbehälters oder der Leitungen von dort ins örtliche Versorgungsnetz soll das Strukturgutachten Antwort geben.

Trotz Trockenheit genügend Reserven

Die Wasserversorgungsanlagen werden laufend durch den Wassermeister und die Mitarbeiter des Bauhofs gewartet und kontrolliert. Insbesondere in Sommern wie dem jetzigen gilt dabei das besondere Augenmerk den Quellschüttungen. Während die vier Quellen am 1. März dieses Jahres annähernd 2400 Kubikmeter ergaben, sind diese Mengen am 15. August auf knapp über 900 Kubikmeter zurückgegangen. Bei einem täglichen Verbrauch von rund 350 bis 400 Kubikmetern ist immer noch eine ordentliche Wasserreserve gegeben.

Aber die überaus trockenen Sommerwochen zeigen ihre Auswirkungen mit Verzögerung. Wenn es nicht einen äußert nassen Herbst gibt, ist ein weiterer Rückgang der Quellschüttungen zu erwarten. Sorgsam werden daher regelmäßig die Wassermengen gemessen, um gegebenenfalls reagieren zu können, beispielsweise durch das Abstellen der Dorfbrunnen oder das Untersagen der Gartenbewässerung.

BeiträgeBeitrag schreiben 
Ort des Geschehens
Größere Google Karte
www.volksbank-baden-baden-rastatt.de/bt
Umfrage

Mit einem Bündel von Maßnahmen will die Bundesregierung die hohen Mietkosten dämpfen, die viele Bürger besorgen. Fürchten Sie, sich in Zukunft Ihre Wohnung nicht mehr leisten zu können?

Das ist schon der Fall.
Ja.
Nein.
Ich bin in keinem Mietverhältnis.


http://www.karlsruhe.ihk.de/handelsregister
Wetter in Mittelbaden


© Badisches-Tagblatt.de    Impressum | AGB | Nutzungsbedingungen | Datenschutz   
1