http://www.badisches-tagblatt.de/UnternehmenKarriereZusteller/index.html
http://www.badisches-tagblatt.de/UnternehmenKarriereZusteller/index.html
Ein Schaffer und Original wird 70 Jahre alt
Leo Lust blickt auf ein Leben voller Arbeit. Das Lachen hat er dabei nicht verlernt. Foto: pr
14.09.2018 - 00:00 Uhr
Von Thomas Senger

Gaggenau - Ein Leben lang "g'schafft" - das kann Leo Lust mit Sicherheit von sich behaupten. Weit über die Grenzen seines Heimatorts Michelbach hinaus kennt man ihn als umtriebigen Metzgermeister, als Chef der gleichnamigen Dorfmetzgerei - und als einen Menschen, dem man gut und gerne den Status eines "Originals" attestieren darf. Am heutigen Freitag wird "der Luschte Leo" 70 Jahre alt.

Mit sieben Lebensjahrzehnten auf dem Buckel darf man getrost den Ruhestand genießen, doch in die Freude mischt sich Traurigkeit. Denn Ende Oktober wird der Familienbetrieb Lust sein Ladengeschäft schließen. Die Produktion und die Belieferung der Großkunden und der Wurstautomaten gehen weiter, betont Leo Lust. Auch saisonale Aktionen will man weiter ausrichten. Aber das Ladengeschäft, das sei auf Dauer nicht mehr zu betreiben. Dabei liegt es bestimmt nicht an der Qualität der handwerklich hergestellten Fleisch- und Wurstwaren, das wissen nicht nur er und seine Frau Gerlinde, die all die Jahre an seiner Seite stand.

Das wissen nicht nur die beiden Söhne Michael und Andreas, sondern auch die vielen Kunden, die nicht nur aus Gaggenau ein- oder zweimal in der Woche extra nach Michelbach fahren, um sich "beim Leo" einzudecken. Das Geschäft läuft also sehr gut - aber: "Du kriegst kein gutes Personal mehr", sagt Leo, "außer du zahlst einen Wahnsinnslohn." Da aber auch auf goldenem Boden die Bäume nicht in den Himmel wachsen, beugt man sich in Michelbach der Realität.

Am 14. September 1948 wurde Leo Lust in Reichental als viertes von sieben Kindern geboren. Mit sechs Jahren erfolgte der Umzug nach Michelbach. Nach der Volksschule begann er 1963 bei der damaligen Metzgerei Merkel in Bad Rotenfels seine Lehre. Nach mehreren Stationen bei Kollegen im Umkreis und als frischgebackener Familienvater begann er am 1. Oktober 1978 bei der damaligen Firma Roth als Metallarbeiter.

Nebenbei blieb er seinem Beruf aber treu und führte in der ganzen Umgebung Hausschlachtungen durch, was damals in jedem Hof Standard war. Manch Bub von damals erinnert sich gerne an das geschäftige Treiben in der "Wäschküch'", wenn er Leo zugucken durfte, wie der mit Kraft und Humor die Sau verwurstete.

Auch zur Selbstversorgung produzierte er nebenbei Wurstwaren, was sich in Dorf und Umgebung herumsprach. Immer gefragt waren seine Hausmacher Würste. Mit dem Erwerb des Metzgereigebäudes verwirklichte er seinen Traum von einer eigenen Wurstküche. Stück für Stück richtete er sich eine moderne Metzgerei mit den dazugehörigen Maschinen ein. 1995 erwarb er den Meisterbrief im Fleischerhandwerk. Von da an wurden die beliebte Dosenwurst oder die Käseknacker noch in der Wurstküche verkauft. Auf Empfehlung des damaligen Veterinärs Dr. Wiesner wurden 1999 Pläne gefasst zum Bau eines Verkaufraums. Zwischenzeitlich hatten auch die beiden Söhne Michael und Andreas erfolgreich den Beruf des Fleischers erlernt - und so baute man mit Lust und Fleiß ein erfolgreiches Familienunternehmen auf. Dessen Geschichte soll auch nach dem Oktober weitergehen.

BeiträgeBeitrag schreiben 
Ort des Geschehens
Größere Google Karte
www.volksbank-baden-baden-rastatt.de/bt
Umfrage

Die UEFA vergibt die Fußball-Europameisterschaft der Männer 2024 entweder an Deutschland oder die Türkei. Sollte Deutschland nach der Weltmeisterschaft 2006 erneut Ausrichter sein?

Ja.
Nein.
Die Türkei soll erstmals eine EM ausrichten dürfen.
Ich interessiere mich nicht für Fußball.


Wetter in Mittelbaden


© Badisches-Tagblatt.de    Impressum | AGB | Nutzungsbedingungen | Datenschutz   
1