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CDU-Zugpferd Friedebert Keck tritt nach 28 Jahren ab
CDU-Zugpferd Friedebert Keck tritt nach 28 Jahren ab
18.01.2019 - 00:00 Uhr
Von Hartmut Metz

Gernsbach - "Wir haben immer gelästert, wer den Anderen in den Ruhestand schickt", erzählt Friedebert Keck. Nachdem er Gernsbachs Bürgermeister Dieter Knittel verabschiedete, kann nun sein langjähriger Stellvertreter auch ruhigen Gewissens gehen. Der 76-Jährige kandidiert am 26. Mai nicht mehr für den Gemeinderat, bestätigte das CDU-Urgestein gestern gegenüber dem BT.

Der Ortspartei wird das Zugpferd fehlen. Hinter der Landtagsabgeordneten Sylvia Felder und Altbürgermeister Wolfgang Müller versammelte er 2014 mit 3 421 Stimmen die meisten CDU-Wähler hinter sich. Zuvor war er unangefochtener Stimmenkönig seiner Partei. Ein langer Weg dahin: Vor knapp vier Jahrzehnten hatte Keck zum ersten Mal für die Christdemokraten kandidiert. Aber erst am 4. Mai 1992 rückte er in den Gemeinderat nach und ist seit 27 Jahren ununterbrochen dabei - und fungiert seit einem Vierteljahrhundert als Bürgermeister-Stellvertreter. "Der Familienrat hat beschlossen: Es reicht", erzählt Keck, dass sich seine Frau über mehr Zeit miteinander freue. Alleiniger Grund für seinen Abgang seien "Altersgründe". Kolportierte Gerüchte, er sei es langsam leid, ständig Bürgermeister Julian Christ vertreten zu müssen, widerspricht der allseits gerngesehene Stellvertreter: "Mich hat es nie gestört, wenn ich oft zum Einsatz komme. Wenn man sich bereiterklärt, Stellvertreter zu sein, dann macht man das auch gerne."

Seinen potenziellen Nachfolgern empfiehlt Keck "einen langen Atem. Man darf nicht gleich beleidigt aufgeben, wenn man beim ersten Versuch nicht gewählt wird", erinnert das CDU-Urgestein an seinen Marathon bis in den Rat, den erst Sylvia Felder durch ihre Heirat und das Ausscheiden ihres damit verwandten Schwiegervaters ermöglichte.

Die Start-Probleme dürfte Stefan Freundel nicht haben. Der Sprecher der Bürgerinitiative Giftfreies Gernsbach (BiGG) und ehemalige Bürgermeisterkandidat ist bereits in Gernsbach sehr bekannt. Folglich dürften sich genügend Wähler finden, um auch in das verkleinerte Stadtparlament einzuziehen. "Ich habe meinen Hut in den Ring geworfen", bekannte Freundel - gab sich aber noch zurückhaltend vor der Kandidatenkür der Gernsbacher CDU gestern Abend in der Lautenbacher "Sonne". "Ich will nicht vorweggreifen. Nicht, dass die CDU-Mitglieder meinen, der Freundel ist zu kontrovers und mit dem ist der Gemeinderat nicht zu befrieden", sagte er und unterstrich seinen "Wunsch", künftig im Gemeinderat die Interessen der BiGG "lokalpolitisch zu vertreten".

Bei den Grünen fände er dann einen Bündnisgenossen, der offensiver seine Ambitionen äußert: BiGG-Sprecher-Kollege Stefan Krieg. "Ich trete an vorderster Front für die Grünen an." Den Schulterschluss könne seine Partei kommunalpolitisch mit der CDU in vielen Themenbereichen üben. "Wir sind uns in Vielem einig." Aber nicht in allem, machte Krieg ebenso klar. Unter anderem will er den Fokus auf Stadtentwicklung, bezahlbares Wohnen und klimaneutrales Bauen in Gernsbach legen. Dem Architekten und Stadtplaner ist zudem die "interkommunale Zusammenarbeit mit Gaggenau wichtig". Die Grünen wollen noch am 24. Januar (20 Uhr) bei einer Infoveranstaltung im "Brüderlin" Interessenten gewinnen, die Ende Februar als Kandidaten aufgestellt werden sollen.

Während Keck mit 76 Jahren abtritt, bleibt der gleichaltrige Eckehard Hilf der CDU erhalten: Der inoffizielle Alterspräsident des Gemeinderats will trotz gesundheitlicher Probleme am Ball und der "visionäre Teil der CDU" sein. Hilf gilt als die treibende Kraft im Obertsroter "Kirchl" und möchte dafür Sorge tragen, dass sich die Stadt im Kulturbereich "mehr engagiert".

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