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Ein Ruck geht durch die Bevölkerung
19.01.2019 - 00:00 Uhr
Von Markus Mack

Forbach - "Die Kommunalpolitik macht mir immer noch Spaß", bekennt Roland Gerstner. Heute wird der Langenbrander Ortsvorsteher 70 Jahre alt. Seit 20 Jahren ist er im Ortschaftsrat, seit 15 Jahren Ortsvorsteher. Die Zeit könnte sich noch verlängern, er hat seine Bereitschaft bekundet, noch einmal für das Amt zur Verfügung zu stehen (das BT berichtete). Bei der Kommunalwahl 2014 war er Stimmenkönig, und das für die SPD im "tiefschwarzen Langenbrand", wie er es formuliert. Aus dem Gemeinderat will er sich zurückziehen, dem er insgesamt 15 Jahre lang angehört hat.

Roland Gerstner lernte zunächst beim Autohaus Goldstein und war dann bei der Firma Holtzmann beschäftigt. Anschließend arbeitete er bei der Baufirma Reif, war dort 32 Jahre im Betriebsrat und 28 Jahre dessen Vorsitzender.

15 Jahre Ortsvorsteher, da gibt es Höhen und Tiefen. Ein Rückschlag nicht nur für ihn war, als der letzte Grundversorger in Langenbrand geschlossen hat. Der Versuch, einen Dorfladen zu etablieren, scheiterte bislang an der Bereitschaft, zwei Vorsitzende für die dazu nötige Genossenschaft zu finden. Die Organisationsstruktur ist vorbereitet, erläutert Gerstner. Nur die Vorsitzenden fehlen bislang noch. Mithelfende Personen und Laden stünden zur Verfügung.

Ein weiterer Negativpunkt war die Schließung der Langenbrander Grundschule 2014, blickt er zurück. "Das war schon ein emotional aufgeladenes Thema." Nachfolgend bot sich so die Gelegenheit, in der ehemaligen Schule ein "Haus der Vereine" einzurichten und die Ortsverwaltung dort unterzubringen. Gegen die Verkaufspläne hatten sich Bürger und Ortschaftsrat erfolgreich zur Wehr gesetzt. Das Rathaus war bereits von der Gemeinde verkauft worden, dort sind Wohnungen entstanden. "Ein tolles Ding" sei die jetzige Nutzung der ehemaligen Schule, alles habe sich gut eingespielt und die Zusammenarbeit der Vereine gefördert.

Ein "Sorgenkind" für den Ortsvorsteher war die drohende Auflösung des Schwarzwaldvereins, dort ist eine Lösung durch die Fusion mit der Ortgruppe Forbach in Sicht. Als begeisterter Sänger tue es ihm allerdings weh, dass der Gesangverein vor seiner Auflösung steht. "Uns hilft kein 20-jähriger Vorstand, wir brauchen 20 20-jährige Sänger", verdeutlicht er die Situation.

Stolz macht ihn seine erste Sitzung als Ortsvorsteher. Im November 2004 beantragte der Ortschaftsrat den Rückbau der Langenbrander Straße zur Verkehrsberuhigung und für mehr Parkraum. Die Umsetzung hat zwar zehn Jahre gedauert, ist aber mittlerweile erfolgt und hat sich bewährt, so Gerstner, "jetzt ist alles sehr gut".

"Der Dorfwettbewerb überstrahlt alles", blickt er auf das vorige Jahr mit dem Gewinn der Goldmedaille im Landesentscheid zurück. Weitere Ideen sollen realisiert werden, nächstes Projekt ist der Bunker neben dem Rathaus, der teilweise begehbar gemacht werden soll. Rund 85 Meter ist er tief, im Eingangsbereich ist eine Ausstellung vorgesehen.

"Unser Dorf soll zukunftsfähig werden", wünscht sich Gerstner. Der "Tag für Langenbrand" war "ein Bombenerfolg, es war wie ein Ruck, der durch die Bevölkerung ging". Bauplätze gibt es noch am "Hungerberg", drei innerörtliche Lücken konnten durch junge Langenbrander geschlossen werden, die im Ort bleiben, "das ist viel wert", freut er sich. Etabliert habe sich das Generationencafé, der offene Bücherschrank werde gut angenommen. Eine große Herausforderung für die nahe Zukunft sei die Sanierung des Grundbächles am Festplatz.

Am heutigen Geburtstag ist "Tag der offenen Tür" in der Langenbrander Oberdorfstraße. Am morgigen Sonntag wird mit der Familie im "Ochsen" gefeiert. Dann wird auch der Gesangverein "Frohsinn" noch einmal ein Ständchen für seinen Aktiven singen.

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