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Mitreißende Spielfreude in faszinierender Inszenierung
Mitreißende Spielfreude in faszinierender Inszenierung
12.02.2019 - 00:00 Uhr
Von Barbara Gutmann

Gaggenau - Der letzte Ton war kaum verhallt, da riss es die Zuschauer von den Kirchenbänken. Stehende Ovationen belohnten die engagierten Akteure vor und hinter den Kulissen bei dem imposanten Bibel-Musical "Moses - Der Stab Gottes". Prachtvolle lebendige biblische Geschichte an zwei Abenden in der Bad Rotenfelser St. Laurentiuskirche mit einem Ensemble voller Elan - das war die aufwendige Produktion der Durmersheimer Jugendkirche Via.

Große Emotionen, bewegende Musik, magische Lichteffekte, farblich stimmige Kostüme: Die Gastgeber der katholischen Kirchengemeinde St. Laurentius hatten nicht zu viel versprochen. Eine beeindruckende Produktion mit Band, Chor- und Tanzformationen sowie hervorragend singenden Laien-Darstellern wurde von Gemeindereferent Dieter Janikovits als Drehbuch-Autor, Komponist und Projektleiter mit seinem Leitungsteam kreiert.

Bewundernswert, was an Leistung und Herzblut hinter diesem Mammut-Projekt mit Ehrenamtlichen steckt. Rund 80 Mitwirkende in verschiedensten Sparten waren seit Beginn des Projekts vor und hinter den Kulissen beteiligt. Mit überzeugender Bühnenpräsenz agierten die Darsteller zwischen elf und 71 Jahren in dieser dichten Inszenierung.

Vor allem wussten die Hauptdarsteller vom Sonntag, Frank Maier (alternierend Marcel Lang) als Moses sowie Joe Sortino / Bernhard Neu als Ramses ihren Figuren Glaubwürdigkeit und Tiefe zu verleihen. Mit diesem ganzen authentisch vermittelten Spektrum an Gefühlen und Charakter-Entwicklungen der Protagonisten versteht es der Religionspädagoge Janikovits, die Moses-Geschichte so spannend für junge Leute zu machen: "Moses erlebt das Auf und Ab des Lebens; er hat eine sehr bewegte und bewegende Geschichte mit Gott und mit den ihm anvertrauten Menschen. Er ist ein Gottsucher und Gottfinder. Das ist die eigentliche Botschaft dieser Geschichte."

In dynamischer Dramaturgie wird die Geschichte des Alten Testaments von Moses erzählt, der als hebräisches Findelkind am Hofe des Pharao aufgezogen wird und der in seiner schwersten Krise von Gott auserwählt wird, sein versklavtes Volk Israel in die Freiheit zu führen - und die zehn Gebote zu überbringen.

Die akkurate, stilvolle Choreografie und ausgefeilte Regie von Simone Feil und Elke Voss haben diesen bewegenden Bibelstoff intensiv in Szene gesetzt. Beachtliche Schauspielkunst zeigen den suchenden, zweifelnden, verzagten und zuletzt mutigen Moses, den hartherzigen machtbesessenen Pharao Ramses, den sympathischen Aaron, der seinem Bruder Moses loyal und stärkend zur Seite steht. Frederik Rittler gefiel mit prägnanter Singstimme und starker Präsenz in seiner Aufgabe als Unterstützer des Bruders. Auch Melina Kraft verlieh mit ihrer angenehmen Singstimme als ruhig-vermittelnde Moses-Schwester Mirjam der Rolle sympathisches Gewicht.

All diese Handlungsstränge werden mit musikalischer Vielfalt unterstrichen - von fetzigen Rockphrasen über poppige fließende Songs hin zur melancholischen Ballade - live gespielt von der achtköpfigen "Moses Band", unter und mit Dieter Janikovits (und den 15 selbstkomponierten Titeln). Musikalisch und darstellerisch herausragend sei die Szene des in die Wüste verstoßenen verzweifelnden Moses erwähnt ("mein Leben hängt am seidenen Faden").

Das Bühnenbild ist schlicht, mit dunkler Kulisse vom Chorraum abgeteilt, Leinwandprojektionen zeigen die Handlungsorte oder das dramatische Geschehen der Teilung des Roten Meeres. Sparsam die Requisiten wie multifunktionale Würfel, Feuerstelle, brennender Dornbusch, Anubis-Statue.

Dafür war das Bühnenbau-Team unter Torsten Feil zuständig. Für die Kostüme zeichnet Alise Janikovits verantwortlich, Dieter Hildebrandt für das Technik-Team, Michaela Ernst, Tina Sortino und Saskia Burjack für Band, Schauspiel, Chorleitung (Chöre "Neue Wege" und "Go(o)d News"); Rebecca Petters für die Organisation.

Die gelungene Symbiose der alttestamentlichen Lebenswelt mit moderner Technik wurde von einem Ensemble auf die Bühne gezaubert, das die Grenzen eines Amateurtheaters sprengt.

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