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Yoga belebt das Zentrum
Yoga belebt das Zentrum
23.02.2019 - 00:00 Uhr
Von Hartmut Metz

Gaggenau - Yoga entspannt - Gaggenaus City-Manager Philipp Springer dürfte ab 1. April die wohltuende Wirkung der indischen Philosophie auch leicht verspüren, obwohl er sich nicht aktiv an Asanas, Pranayama oder Meditation beteiligt. Die auch vom Yoga propagierte "Askese" schwindet etwas in der Innenstadt, die Leerstände plagen: Das Yoga-Vital-Studio zieht ins alte Ärztehaus und belebt das Zentrum.

"Wir wollen von der besseren Lage in der Innenstadt und Laufkundschaft profitieren", erläutert Yogalehrer Andreas Lanz die Beweggründe, von der abgelegenen Hördener Brunnenäckerstraße in die Hauptstraße 91 zu rochieren. Wobei das 2016 eröffnete Studio aus Warte des Gründers nicht zwingend Zulauf bräuchte. Doch Lanz besitzt aufgrund eigener Erfahrungen und Lebenskrisen Sendungsbewusstsein für Yoga. "Ich kann hier in Hörden keine Neuen nehmen - die Teilnehmer buchen dann auch gleich wieder die nächsten Kurse aus", berichtet der ehemalige deutsche Meister im Bodybuilding und deutet auf die nur neun Matten in dem kleinen Raum.

Im alten Ärztehaus, das der Eigentümer nach den Wünschen des neuen Mieters derzeit umbauen lässt, kann sich der Yoga-Lehrer auf 150 Quadratmetern ausdehnen. "So können wir künftig auch neue Interessenten annehmen, weil sie eine Chance auf einen freien Platz bekommen", freut sich Gattin Uschi Lanz über die zwei neuen Kursräume, die 15 Schülern Platz bieten. Dazu gesellt sich ein kleinerer für sieben Personen. Insbesondere beim Senioren-Yoga sieht Andreas Lanz Potenzial. "Das wird wichtiger, damit die Senioren beweglich bleiben", setzt der 52-Jährige auf schonende Gymnastik. Zudem sei "Rücken-Yoga stark nachgefragt".

Außerdem will der Gründer von Yoga Vital Workshops anbieten oder Redner für Gastvorträge verpflichten. Auch Klangschalen-Massagen soll es häufiger geben. "Im alten Ärztehaus können wir unser breites Spektrum ausweiten", verweist Andreas Lanz auf die bisherigen acht- bis zehnwöchigen Yoga-Kurse, die von Faszien- bis Power-Yoga reichen und um die 115 Euro kosten. Die Kinderangebote (ab 45 Euro) gehen für gewöhnlich über vier Wochen und dauern jeweils 60 statt 90 Minuten. Um die Expansion in der Stadtmitte stemmen zu können, hat das Ehepaar bereits im Herbst Verstärkung an Land gezogen: Neben Schwägerin Andrea Lanz sind Katharina Brade, Christina Marz und Nancy Albietz als Yoga-Lehrerinnen eingebunden. Die Damen wie die dreifache Mutter Albietz seien auch deutlich geeigneter für die Schwangeren-Yoga-Kurse als er, bemerkt Lanz grinsend.

"Aha-Effekt hilft aus



persönlicher Krise"

Weniger zu lachen hatte der Vater zweier Töchter vor seinem beruflichen Umstieg, als er 2015 in Obertsrot aus seiner Passion eine Berufung machte und erste Kurse anbot. Die sieben Jahre als Tauchlehrer in Thailand, Malaysia und auf den Malediven sowie als Fitnesstrainer in Rastatt und Karlsruhe meint er damit weniger.

Die Mühlen der Schichtarbeit, als Lanz die "Einstellungswelle bei Daimler" zum Umsatteln nutzte, brachen ihn "psychisch - selbst die Flucht in den Sport von Rad über Schwimmen bis Kraftsport" halfen ihm nicht langfristig. 2014 brach Lanz nach "elf Jahren am Band" zusammen und wurde berufsunfähig. Gut, dass er zuvor schon mit Gattin Uschi den "Aha-Effekt" beim Yoga erlebt hatte und ihm dies aus der "Krise half. Die Rückenschmerzen waren auch weg. Daher wollte ich anderen ebenso helfen", erzählt der Murgtäler von seiner Mission.

Obwohl der Mitte der 80er Jahre erfolgreiche Bodybuilder die Feinheiten des immateriellen Unesco-Weltkulturerbes verinnerlicht hat und zahlreiche Zertifizierungen und Fortbildungen im Yoga absolvierte, ist er "kein Buddhist". Lanz geht es nur um das gute "Gefühl. Beim Yoga kann man den Leistungsdruck und Sorgen vergessen. Atemübungen fließen ein, es entsteht ein stiller Geisteszustand".

Schon vor dem offiziellen Eröffnungstermin präsentiert sich Yoga Vital. Den verkaufsoffenen Sonntag in Gaggenau am 31. März nutzt Lanz ab 12.30 Uhr zum Tag der offenen Tür. Von 13 bis 18 Uhr können dabei verschiedene Schnupperkurse ausprobiert werden.

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