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Die Altersversorgung rückt ins Blickfeld der Gewerkschaft
Die Altersversorgung rückt ins Blickfeld der Gewerkschaft
15.03.2019 - 00:00 Uhr
Von Thomas Senger

Gaggenau - Die Renten sollen ein großes Thema sein in der nächsten Tarifrunde. Darüber informierte die IG Metall bei der Delegiertenversammlung am Mittwoch im Steinbeis-Haus in Ottenau. Der Neuaufbau einer solidarischen Alterssicherung sei wichtig, erläuterte Claudia Peter, die Erste Bevollmächtigte.

In ihrem Geschäftsbericht nahm sie die allgemeine Wirtschaftsentwicklung in den Blick: Ein leichter Rückgang bei Auftragseingängen und Umsätzen sei festzustellen, gleichwohl auf nach wie vor hohem Niveau. In einigen Betrieben seien große Investitionen getätigt worden, um Produktionsabläufe zu optimieren. Derzeit sei kein Abschwung zu sehen, es herrsche große konjunkturelle Stabilität in der Region. Aufmerksam betrachte man aber die internationale und globale Politik, zum Beispiel das Brexit-Thema.

In der Tarifpolitik sehr positiv habe sich das Modell "T-ZUG" entwickelt: Das tarifliche Zusatzgeld von 27,5 Prozent eines Monatsverdienstes für Eltern kleinerer Kinder, Beschäftigte mit pflegebedürftigen Angehörigen und Schichtarbeiter kann unter bestimmten Voraussetzungen in acht freie Tage umgewandelt werden. Letzteres sei der Favorit, bilanzierte Peter. Dabei sei auch positiv, dass die Betriebe "sehr kooperativ" mit dem Thema umgehen würden. Rund 3 000 Anträge seien bislang gestellt worden, davon gut 2 400 wegen Schichtarbeit, gut 500 wegen Kinderbetreuung und gut 90 wegen Pflege. Bis zum 31. Oktober müssen die nächsten Anträge gestellt sein.

Mit der Rente ab 67 werde man "keinen Frieden schließen", betonte Peter. Denn wer früher in Rente gehen wolle, müsse mit Abschlägen leben. Selbst wenn das Rentenniveau ansteige, werde dies immer eine Entgeltlücke nach Eintritt in die Rente bedeuten. Diese sei besonders groß bei Schichtarbeitern. Denn Schichtzuschläge sind sozialversicherungsfrei - folglich zählen sie nicht bei der Rente.

Themen für die

nächste Tarifrunde

Man werde sich mit dem Thema Nettounterschied zwischen Arbeitsleben und Rente beschäftigen müssen, kündigte sie an. Dabei werde man ein Hauptaugenmerk auf betriebliche Altersversorgung richten. Diese sei zwar "eine gute Alternative" zur privaten Altersvorsorge, doch nicht überall Praxis. Anknüpfungspunkt seien die altersvorsorgewirksamen Leistungen (AVWL). Seit deren Einführung vor 40 Jahren lägen sie immer noch bei 26 Euro. Hier werde man diskutieren müssen.

Auch das Betriebsrentenstärkungsgesetz werde man thematisieren; man habe dabei die betriebswirtschaftlichen Risiken für die Betriebe im Blick. Ein Aspekt sei die Einrichtung einer Versorgungskasse. Die Mitglieder müssen sich damit befassen, machte sie deutlich. Denn in einem Jahr werde man über die nächste Tarifforderung befinden.

Auch auf die Veränderungen der Automobilität (Transformation) ging Peter ein. Hier werde sehr stark das Thema Arbeitsplätze tangiert. Die Stimme der IG Metall sei dabei in der Öffentlichkeit zu wenig präsent. Dies werde sich spätestens mit dem Gewerkschaftstag der IG Metall am 29. Juni in Berlin ändern. Einen entsprechenden Antrag wird die IG Metall Gaggenau am 29. Juni stellen, ebenso zwei weitere Anträge.

Der eine befasst sich mit der "Transnationalen Zusammenarbeit". Arbeitnehmer dürften sich "nicht gegeneinander ausspielen lassen nach dem Motto "In Kecskemét geht das, nur in Rastatt geht das nicht", sagte sie mit Blick auf das Daimler- Pkw-Werk in Ungarn.

Ein weiterer Antrag befasst sich mit dem betrieblichen Arbeitskampfkonzept - "entstanden aus den Erfahrungen mit Pister-Kugelhähne", erläuterte Peter. Für das Unternehmen in Muggensturm war 2018 erstmals ein Tarifvertrag abgeschlossen worden.

Es werde künftig mehr betriebliche Tarifrunden geben, dafür brauche man entsprechende Konzepte. Das Mittel des 24-Stunden-Warnstreiks sei zu Flächenauseinandersetzungen beschlossen worden, aber nicht für betriebliche Verhandlungen. Ein Mittel könnten sogenannte "Tageswarnstreiks" sein.

Derzeit hat die IG Metall Gaggenau 24 000 Mitglieder, davon knapp 14 800 in den Betrieben, die restlichen sind Studenten, Rentner oder Arbeitslose.

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