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Holler weiht neuen Glockenstuhl
Holler weiht neuen Glockenstuhl
10.04.2019 - 00:00 Uhr
Weisenbach (mar) - Inzwischen ist auch das äußere Zeichen der Glockenstuhl-Erneuerung in Weisenbach verschwunden. Das Gerüst, das seit Anfang Januar den Kirchturm ummantelte, wurde abgebaut.

Dem war ein eindrucksvoller und bewegender Sonntags-Festgottesdienst vorausgegangen. Obwohl noch nicht zusammengeläutet wurde, strömten viele Christen, nicht nur aus Weisenbach, zum Festgottesdienst. Mit dem Lied "Vom Turm nun bald erklinget", das bei der Glockenweihe 1949 schon gesungen wurde, begann der Gottesdienst. Pfarrer Thomas Holler eröffnete seine Predigt mit einem Gedicht von Erich Kästner. Darin heißt es: "Wenn im Turm die Glocken läuten, kann das vielerlei bedeuten. Erstens: Dass ein Festtag ist. Dann: Dass du geboren bist. Drittens: Dass dich jemand liebt. Viertens: Dass es dich nun nicht mehr gibt."

Weiterhin ging er auf die täglichen Läutezeiten ein, wie das Angelusläuten und den Stundenschlag, der den Weisenbachern die Zeit signalisiert. Wichtig war für ihn die unausgesprochene Botschaft, die sie vermitteln: "Die Gegenwart Gott es in unserer Welt." Holler erinnerte auch an die zwei Weltkriege, in denen die Glocken von Weisenbach vom Turm geholt wurden, um für Kriegszwecke eingeschmolzen zu werden.

Selbst Napoleon Bonaparte vermisste sie im Exil auf Elba, und für die Geschwister Scholl war der Klang der Glocken vom Ulmer Münster die Verbindung vom Gestapo-Gefängnis in die freie Welt. Nach dieser eindrucksvollen Predigt stellten sich die fünf Glocken von Weisenbach selbst vor mit Größe, Gewicht, Inschrift und ihren Läuteanlass.

Die Glocken verkörperten fünf Gemeindemitglieder: Elke Heigle (Schutzengelglocke), Clemens Großmann (Josefs-Glocke), Roswitha Wunsch (Marien-Glocke), Regina Kammermeier (Wendelinus-Glocke) und Adi Marxer (Christus-Glocke). Nach der jeweiligen Vorstellung wurden die Glocken kurz angeläutet. Eine ältere Mitbürgerin gestand hernach: "So bewusst habe ich die einzelnen Glocken noch nie gehört."

Bei jeder Glockenvorstellung wurden das Bild der Glocke und die Inschrift durch Edith Gerstner auf eine Großleinwand projiziert. Danach stieg Pfarrer Thomas Holler die Treppen zum Glockenstuhl empor, um die Weihe vorzunehmen. Per Videokamera übertrug Ehrenfried Weiler die Weihe direkt in die Kirche.

Anschließend kamen beim "Te Deum" alle Glocken zum Einsatz. Bewusst konnte nun die Reihenfolge beim Läuten wahrgenommen werden. Zuerst begann die Schutzengelglocke. Dann stimmten die anderen vier Glocken, der Größe nach, ein. Der Familienchor unter Claudia Mnich begleitete mit mehreren Liedern den Gottesdienst. In den Fürbitten hieß es: "Für alle, die sich für den Frieden einsetzen, dass nie wieder aus Glocken Kanonenkugeln werden."

Im Anschluss fand ein Empfang im Gemeindehaus statt. Pfarrer Holler begrüßte die zahlreichen Gäste, darunter Rainer Strobel, der als Bauleiter der gesamten Maßnahme das Architekturbüro Wörner vertrat. Der Vorsitzende des Gesamtpfarrgemeinderates der Seelsorgeeinheit Forbach/Weisenbach, Klaus Mungenast, erörterte nochmals die Beweggründe der Baumaßnahme, den Ablauf und den finanziellen Rahmen. Er dankte allen beteiligten Firmen, die ihre Arbeiten termingerecht abgeschlossen hatten, so dass nun rechtzeitig vor dem anstehenden Osterfest die Glocken wieder schlagen und läuten können.

Adi Marxer und Edith Gerstner vom Kirchenbauverein zeigten Bilder und Videos von der Baumaßnahme. Die Besucher hatten die Möglichkeit, die umfassende Fotodokumentation zu betrachten, bei der Historie und Gegenwart abgebildet waren. Diese Bilderausstellung ist bis zum "Weißen Sonntag" (28. April) in der Kirche ausgestellt. Momentan laufen im Kirchturm noch kleinere Arbeiten. Nach Ostern will Uwe Kühnau (Schneider Glocken- und Uhrentechnik) die Programmierung der Glockensteuerung vornehmen.

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