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Zahl der Verkehrstoten steigt auf sieben
25.04.2019 - 00:00 Uhr
Von Ulrich Jahn

Gaggenau - Einen leichten Rückgang der Gesamtunfälle meldet das Polizeirevier Gaggenau für das vergangene Jahr. Die schlechte Nachricht: Es gab mehr verunglückte Personen. Auch die Zahl der Verkehrstoten ist auf sieben gestiegen.

"Trotz des recht langen Sommers ist die Zahl der Motorradunfälle fast gleich geblieben", sagt Jochen Bleier von der Führungsgruppe. Bei den Motorradfahrern waren drei Tote zu beklagen. Laut Bleier waren alle auch die Verursacher. Ein Unfall ereignete sich auf der L 564 zwischen Loffenau und Gernsbach, zwei weitere auf der L 76b zwischen Reichental und Kaltenbronn.

In der Gruppe der Radfahrer gab es zwei Todesfälle, beide in oder bei Forbach. Unter anderem war Anfang August ein 82-Jähriger in der Schifferstraße neben dem Fahrrad liegend ohne Helm, aber mit Kopfverletzungen aufgefunden worden. Im Juli verunglückte eine 66-Jährige bei Forbach auf der Tour de Murg mit ihrem Fahrrad. Die Frau trug nach Angaben der Polizei keinen Helm.

Das tragischste Unglück im vergangenen Jahr mit zwei Toten ereignete sich am 13. Juli in der Goethestraße in Gaggenau. Durch das Unglück in Höhe des Daimler-Ausbildungszentrums starben ein sieben Monate alter Junge und seine 54-jährige Großmutter.

Gerichtsverhandlung beginnt am Montag

Die Staatsanwaltschaft Baden-Baden hat gegen den mutmaßlichen Verursacher, einem 47-jährigen Deutschen, Anklage erhoben. Er muss sich ab Montag, 29. April, vor dem Amtsgericht Rastatt verantworten. Die Anklagebehörde spricht von vorsätzlicher Gefährdung des Straßenverkehrs, fahrlässiger Tötung sowie unerlaubtem Entfernen vom Unfallort in Tateinheit mit Trunkenheit im Verkehr. In einer leichten Kurve war der Verursacher von der Fahrbahn abgekommen und hatte die Großmutter erfasst, die auf dem Gehweg den Kinderwagen mit ihrem Enkelkind schob.

Insgesamt ereigneten sich im vergangenen Jahr im Zuständigkeitsbereich des Polizeireviers Gaggenau, der von Herrenwies bis Muggensturm reicht, 1 392 Unfälle (2017: 1 424). Davon waren 226 (209) Unfälle mit Personenschaden. Mehr als die Hälfte waren sogenannte "Aufnahmeblattunfälle" (Kleinstunfälle). Insgesamt registrierte die Polizei 285 Verunglückte, im Vergleich zu 2017 eine Zunahme von fast zehn Prozent.

Hauptunfallursache ist laut Statistik der Bereich Abbiegen/Wenden/Rückwärtsfahren mit 24 Prozent, gefolgt von Vorfahrtsverletzung (18 Prozent) und nicht angepasste Geschwindigkeit (zwölf Prozent). Abstand (sechs Prozent), Verkehrsuntüchtigkeit (zum Beispiel Alkohol, Drogen, Übermüdung, fünf Prozent) und Überholen (drei Prozent) folgen.

Relativ neu sind die Pedelec-Fahrer. Die Polizei registrierte dort sieben Unfälle, das sind rund 17 Prozent aller Fahrradunfälle. Die Zahlen dürften, so Bleier, in den kommenden Jahren steigen, da immer mehr Radler auf Pedelecs umsteigen: "Gefühlt liegt der Anteil der Pedelecs schon bei 50 Prozent." Auch ältere Menschen würden vermehrt mit diesen modernen Fahrrädern unterwegs sein. Und auf den Straßen wird es weitere neue Formen der Mobilität geben. Die Elektro-Roller sind auf dem Vormarsch, vermutlich auch bald in der Region.

Die Verkehrsüberwachung wird in diesem Jahr wieder eine wichtige Rolle spielen - auch im Zuständigkeitsbereich des Polizeireviers Gaggenau. Neben Geschwindigkeitskontrollen (die Polizei verfügt seit einigen Jahren über eine Laserpistole) steht die Ablenkung, zum Beispiel durch Handy oder Navigationsgerät, im Mittelpunkt. 2018 wurden hier 331 Verstöße registriert. Wegen Missachtung der Gurtanlegepflicht gab es im vergangenen Jahr 747 Verwarnungen. 50 Anzeigen mussten die Beamten erstatten wegen fehlender Kindersicherung im Auto (Kindersitz). Insbesondere an den Wochenenden soll es verstärkt Motorradkontrollen, aber auch Präventionsveranstaltungen geben.

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