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"Wir sind dein bester Lieferant"
04.05.2019 - 00:00 Uhr
Von Thomas S enger

Gaggenau - Seit 1. April ist er bereits neuer Chef des Lkw-Werks in Wörth, am Donnerstag nahm Dr. Matthias Jurytko offiziell Abschied vom Gaggenauer Benzwerk, wo er rund zehn Jahre arbeitete, acht davon als Standortleiter.

Melissa Leticio, Leiterin des Backoffices, führte souverän durch das Programm der "Stabübergabe" an Nachfolger Thomas Twork und reichte zunächst das Mikrofon an Yaris Pürsün, Head of Global Powertrain Operations. Der promovierte Agrarökonom Jurytko sei "auf jeden Fall einer der bedeutenden Werkleiter" am Standort, so Pürsün. Der heute 57-Jährige sei "einer, der die Menschen zusammenbringt", der auf sie zugehen könne. Nicht rein faktenorientiert, sondern auch ein Werkleiter, der Emotionen wecken kann, sei Jurytko. Es gebe wenige, die so gut als Werkleiter für Wörth geeignet seien wie er.

"Herzlichen Dank für all die Erfolge" sprach Pürsün aus, Jurytko übergebe "ein hervorragendes Werk, das zukunftsfähig ist", an seinen Nachfolger Thomas Twork. Dieser sei sein "Wunschkandidat für Gaggenau" gewesen, verriet Pürsün: "Absoluter Produktionsexperte und tolle Führungskraft" sei er, der nicht im Mittelpunkt stehen wolle, sondern zuhören könne, um dann die "richtigen Leitplanken" zu setzen.

Twork seinerseits bilanzierte nach seinem ersten Monat in Gaggenau: "Ein außerordentliches" Werk habe er übernommen, es sei "sehr gut aufgestellt". Die weitere Senkung der Produktionskosten sei neben dem Thema E-Mobilität eine der Herausforderungen. Auch nach dem jetzigen Konzernumbau werde man die Werksidentität hochhalten, versicherte er.

Michael Brecht: "Wir

haben viel erreicht"

Im Namen der leitenden Führungskräfte sprach Michael Schmidt. Jeden Tag habe Jurytko etwas besser machen wollen und somit das japanische Kaizen-Prinzip vorgelebt. Mit strategischem Weitblick habe er das Werk zukunftsfähig gemacht. Er überreichte einen Scheck für das Hilfsprojekt Starcare über 444 Euro.

Betriebsratsvorsitzender Michael Brecht resümierte. "Viel bewegt" habe man in Gaggenau im vergangenen Jahrzehnt; auch gestritten und wütend aufeinander sei man gewesen, aber ohne persönliche Animositäten. "Wir haben konsequent jede Chance genutzt, uns zu verändern", das habe auch zu harten Diskussionen mit der Belegschaft geführt. Doch der Wandel werde durch neue Produkte dokumentiert. "Wir haben viel erreicht, wir haben den Standort nach vorne getrieben und entwickelt", dafür sage er danke im Namen des Betriebsrats.

Nach Wörth zu gehen, das sei nun ein Ritterschlag für Jurytko. "Natürlich habe ich ihm Hilfe angeboten", damit er auch in Wörth erfolgreich sein werde, sagte Brecht augenzwinkernd. Eine erfolgversprechende Zusammenarbeit biete er ebenso gerne Nachfolger Thomas Twork an.

Gaggenaus Bürgermeister Michael Pfeiffer würdigte den bisherigen Standortleiter als einen Menschen, mit dem man "sehr gut zusammenarbeiten" konnte. Nicht nur Professionalität, sondern auch persönliches Engagement zeichne Jurytko aus. Hochwasserschutz, Netzwerk Beruf und Familie, Gesundheitsstrategie, Ausbildung nannte Pfeiffer unter anderem als wichtige Themen der letzten Jahre. Gaggenau sei eine "Industriestadt im Grünen mit einem starken Herzen - und das schlägt im Benzwerk." Dies werde auch an den neuen Gebäuden entlang der Hauptstraße sichtbar. "Herzlichen Dank im Namen der Stadt Gaggenau" sagte Pfeiffer dem "konstruktiven Partner, Ideengeber, Zugpferd sowie Impulsgeber in der Wirtschaftsregion."

"Wie die Murg ohne Wasser" und unpersönlicher wäre das Werk Gaggenau ohne Jurytkos Wirken, so eines der zahlreichen Zitate, die von den Mitarbeitern in einem Film zusammengestellt wurden.

"Weiter so!" und "Vergiss uns nicht, wir sind dein bester Lieferant!", gaben sie ihm auf den Weg - mit einem Band aus dem, was zehn Jahre lang in der Gaggenauer Medienlandschaft über ihn veröffentlicht wurde.

"Ehrlich gesagt, bin ich sprachlos", sagte Matthias Jurytko - und jeder wusste, dass dies nicht lange anhalten werde. Auf den Standort Gaggenau sei er stolz, weil Veränderungswille und -kultur und der Wille zusammenzustehen hier gelebt würden, lobte Jurytko seine ehemaligen Mitarbeiter. Trotz der langen Tradition blicke man hier zuversichtlich nach vorne: "Gaggenau erfindet sich immer jeden Tag ein Stückchen neu", so Jurytko: "Unprätentiös mit dem Sinn fürs Machbare" sei man hier stets.

"Ich bin ein Kämpfer für den Zusammenhalt der vier Werkteile", betonte er. Die Vernetzung des größten Arbeitgebers in der Region sei ihm wichtig gewesen. Mit unpopulären Entscheidungen habe man die Zukunft des Werks gesichert. Einerseits sei er traurig über den Abschied, aber "ich freue mich ganz arg" auf die neue Aufgabe in Wörth.

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