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Klassentreffen, Jubiläen und viel gute Stimmung
11.06.2019 - 00:00 Uhr
Von Dagmar Uebel

Gernsbach - Manche Gernsbacher werden sich erinnern, dass 1969 das Albert-Schweitzer-Gymnasium sein neues Gebäude an der Otto-Hahn-Straße beziehen konnte. Da sich dieser Einzug nun zum 50. Mal jährt, ist er ein erster Grund für eine stimmungsvolle Jubiläumsfeier, die am Freitag auf dem Schulgelände stattfand. Ein zweiter Grund ist, dass 1968, also ziemlich zeitnah, dem ersten Abiturjahrgang seine Zeugnisse der allgemeinen Hochschulreife übergeben werden konnten.

Im Vergleich zu anderen Bildungseinrichtungen erscheinen 50 Jahre Schulgeschichte kurz. Doch wer etwas tiefer schaut, stellt fest, dass die Schulhistorie eigentlich schon 1750 begann.

Damals beherbergte ein Gebäude in der Schlossstraße eine Lateinschule, bis 1828 die private Bildungseinrichtung als erste offizielle höhere Schule in Gernsbach anerkannt wurde. Über mehrere Etappen war es dann in den Jahren 1960 bis 1970 endlich so weit, dass das Progymnasium zu einem neunjährigen Vollgymnasium ausgebaut wurde, das an der Otto-Hahn-Straße sein derzeitiges Domizil beziehen konnte.

Damals nicht zur Begeisterung aller Gernsbacher, die den zunächst lokal untypischen Baustil als Verschandelung bemängelten und den Schulbau für viel zu teuer hielten, wie Stefan Beil in seiner Ansprache während des internen Festakts betonte.

Der Schulleiter stellte nach einem kurzen Abriss der ASG-Geschichte zufrieden fest, dass das Gymnasium durch seine Bildungs- und Projektarbeit seinen Absolventen den Eintritt in die Welt erleichtere. "Gernsbach ist stolz, Bildungsstadt zu sein", schloss sich Schultes Julian Christ an.

Ganz besonders hob er neben den guten Bildungsoptionen des Gernsbacher Gymnasiums und der Förderung musischer Talente die Bemühungen um Toleranz durch mehrere soziale Projekte hervor. Und als Bürgermeister sicherte er der Schule die notwendige Finanzierung und Unterstützung bei anstehenden Sanierungsaufgaben und Veränderungen zu.

Ehemalige trumpfen beim Quizspiel auf

An so manche Veränderungen, die Carola Zetzsche als ehemalige Schülerin erlebte, erinnerte sich die jetzige Elternbeiratsvorsitzende mit verständnisvollem Schmunzeln. Ihr dankbares Fazit: "Ich hatte eine tolle Zeit am Albert-Schweitzer-Gymnasium." Dem gleichen Gedankengang folgte die Schülersprecherin Vivien Woszek, als sie das ASG als ihr "zweites Zuhause" bezeichnete: "Acht prägende Jahre, die unvergesslich bleiben, ob wir das nun wollen oder nicht."

Dass der kleine Festakt von wunderbar konzertanter Musik durch Lea Fritz (Querflöte), Charlotte Baumgärtner (Violine) und Leonie Ladanji (Gitarre) eingeleitet und beendet werden würde, war Stefan Beil bekannt. Nicht aber, dass auch er für sein persönliches Schul-Jubiläum durch den stellvertretenden Schulleiter geehrt und mit einem Ständchen seiner Lehrerkollegen überrascht werden würde. "Seit zehn Jahren ist er es, der die Kollegen, die Schülerinnen und Schüler und auch die Eltern in Entscheidungen einbezieht, um die Schule voranzubringen", lobte Stefan Gutzeit die Tätigkeit des Schulleiters.

Inzwischen hatte sich das Sommerfest im Außenbereich und auch im Schulinnern zu dem entwickelt, wozu es gedacht war: zu einem "Tag der offenen Schule". Aktive konnten ihre Geschicklichkeit ausprobieren, Interessierte sich schminken lassen oder erfahren, wie in Notfällen Wunden versorgt werden.

Wissensdurstige überboten sich bei der Beantwortung von Testfragen, in Fachräumen bewunderten sie Physik-Experimente. Besonders die ehemaligen Schüler überboten sich beim "Weißt du noch ...", als sie aufschreiben sollten, welche Erinnerungen an ihre eigene Schulzeit geblieben sind. Und das erwies sich als gar nicht so wenig, als sich drei ehemalige mit drei jetzigen ASGlern bei einem Quiz aneinander maßen, das übrigens die Ehemaligen gewannen.

Doch viele Jetzige hatten indes alle Hände voll zu tun, um 250 himmelblaue Luftballons mit Gas zu befüllen, mit Karten zu versehen und schließlich auf große Reise in den abendlichen Himmel über Gernsbach zu schicken. Auf der Karte eine Bitte des Albert-Schweitzer-Gymnasiums an potenzielle Empfänger, durch eine kleine Spende an die Schule zugunsten sozialer Projekte in Afrika "Zeichen zu setzen für eine bessere Welt".

Dass die Stimmung an den Tischen, an denen Erinnerungen ausgetauscht, alte Freundschaften wiederentdeckt und neue Freundschaften geknüpft wurden, auch nach Stunden immer noch anhielt, lag auch an der Livemusik, mit der die Schulband, der Schulchor und die Bigband unterhielten.

Übrigens Musik: Fast ganz zum Schluss war für eine gute Stunde die Zeit für eine ziemlich spontan entstandene "Lehrer- und Ehemaligenband" gekommen. Vier frühere Schüler, zwei Lehrer des ASG und der Vater zweier Schüler brachten im Lichthof die Luft zum Temperaturanstieg, die Bühnenbretter zum Schwingen und die Zuhörer zum Mitsingen und Mitklatschen.

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