https://www.top-zusteller.de/
https://www.top-zusteller.de/
Kinderpornos aus dem
Kinderpornos aus dem
13.06.2019 - 00:00 Uhr
Gernsbach (lg) - Amtsgerichtsdirektor Ekkhart Koch hatte sich am Dienstagnachmittag mit einem Fall von Verbreitung und Besitz Kinder- und Jugendpornografischer Schriften auseinanderzusetzen. Eine Sammlung von 1 270 Bildern und 297 Videos sowie weitere 143 Dateien jugendpornografischen Inhalts waren bei einer Hausdurchsuchung in einer Murgtal-Gemeinde gefunden worden. Deswegen musste sich nun ein 47-Jähriger vor dem Amtsgericht Gernsbach verantworten.



Der Angeklagte erschien alleine vor Gericht, weil sein Pflichtverteidiger nicht zugelassen wurde. Detailliert beschrieb der Vertreter der Staatsanwaltschaft Baden-Baden zunächst den Inhalt verschiedener Dateien. Der Angeklagte habe zudem diverse Videos und Bilder über soziale Netzwerke wie Facebook und Twitter per Privatnachricht weiterverbreitet. Auf Nachfrage von Richter Koch beschrieb der Murgtäler das Versenden der Dateien als "zusätzlichen sexuellen Reiz" - meist in Verbindung mit Rollenspielen mit dem jeweiligen Chatpartner.

Der arbeitslose Vater war 2017 bereits wegen ähnlichen Vorwürfen per Strafbefehl zu einer Geldstrafe von 2 000 Euro verurteilt worden. Er beteuerte, dass er sein Leben gerne wieder in die richtigen Bahnen lenken möchte. Nach dem letzten Urteil befand sich dieser in therapeutischer Behandlung bei der Behandlungsinitiative Opferschutz (BIOS-BW) in Karlsruhe, brach diese jedoch ab, weil er die Fahrtkosten nicht mehr habe aufbringen können. Nach der Strafe sei er ungefähr ein Jahr lang "clean" gewesen, doch mit der Rückkehr seiner Depressionen sei er rückfällig geworden.

Angeklagter zeigt sich schuldbewusst

Er betonte, dass er seine Neigungen stets nur im Internet ausgelebt habe, er habe weder seine Tochter noch ein anderes Kind jemals sexuell berührt. Auch wies er darauf hin, dass er selbst kein Interesse an Videos und Bildern habe, die schweren Kindesmissbrauch zeigen. Dass er solche besessen habe, sei lediglich der Aneignung kinder- und jugendpornografischer Schriften in großen Paketen aus dem Darknet geschuldet gewesen. Der Strafbarkeit seines Handeln sei er sich laut eigener Aussage bewusst gewesen. Seine Tochter sei zwar schockiert und enttäuscht vom Vater, erwäge jedoch keinen Kontaktabbruch.

Die Staatsanwaltschaft wertete das frühe Geständnis und das Schuldbewusstsein zugunsten des Angeklagten, jedoch seien ihm die Menge an Material in Verbindung mit seiner Vorstrafe zur Last zu legen. Somit forderte sie eine Freiheitsstrafe von einem Jahr und vier Monaten auf Bewährung in Verbindung mit 100 Stunden gemeinnütziger Arbeit und der Wiederaufnahme einer Therapie zur Behandlung seiner Neigungen.

Unter Tränen bei seinem letzten Wort befand der Angeklagte die Bestrafung als "angemessen". Richter Koch verurteilte den Mann wegen Besitzes von kinder- und jugendpornografischen Schriften sowie deren Verbreitung in drei Fällen letztlich zu elf Monaten Freiheitsstrafe auf Bewährung und der Wiederaufnahme einer Therapie bei der BIOS-BW. Die konfiszierten Datenträger werden einbehalten. Die Fahrtkosten zu den Therapiesitzungen trage das Gericht, um dem Mann trotz seiner aktuell schlechten finanziellen Situation die Chance auf eine Änderung seines Lebens zu gewähren. "Betrachten Sie sich wie einen trockenen Alkoholiker, völlige Abstinenz ist die einzige Möglichkeit. Zeigen Sie, dass Sie sich bessern können", gab Richter Koch dem Verurteilten noch mit auf den Weg.

BeiträgeBeitrag schreiben 



Das könnte Sie auch interessieren

Gernsbach
17 Gigabyte des Grauens

15.05.2019
17 Gigabyte des Grauens
Gernsbach (stj) - Die Anklageschrift war eine Litanei des Grauens: Detailliert schilderte die Staatsanwaltschaft, was auf den Datenträgern zu sehen war, die bei einer Hausdurchsuchung bei einem 44-jährigen Murgtäler gefunden wurden - 17 Gigabyte kinderpornografischen Inhalts (Foto: av). »-Mehr
Ort des Geschehens
Größere Google Karte
Umfrage

Geldinstitute dürfen von ihren Kunden für Ein- und Auszahlungen am Schalter die dabei entstehenden Kosten als Extra-Gebühr berechnen, entschied der Bundesgerichtshof. Gehen Sie dafür noch an den Schalter?

Ja, immer.
Manchmal.
Nein.


Wetter in Mittelbaden


© Badisches-Tagblatt.de    Impressum | AGB | Nutzungsbedingungen | Datenschutz   
1