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Alles nur Humbug am Albert-Schweitzer-Gymnasium
Alles nur Humbug am Albert-Schweitzer-Gymnasium
28.06.2019 - 00:00 Uhr
Von Dagmar Uebel

Gernsba ch - In Georg Vietzkes Dramenadaption der Oscar Wilde-Erzählung "Das Gespenst von Canterville" geht es um die US-amerikanische Familie Northstate, die für schlappe fünf Millionen Euro einen altenglischen Landsitz kauft. Ein begehrtes Objekt allemal, doch mit einer Besonderheit, die andere potenzielle Mitbewerber dann doch vom Kauf Abstand nehmen lässt: Ein Schlossgespenst, das quasi zum Inventar gehört. Damit begannen am Dienstag- und Mittwochabend die Mitglieder der Theater-AG im Lichthof des Albert-Schweitzer-Gymnasiums ihr amüsantes Spiel.

Da die überschaubare Zahl der Charaktere nicht für alle theaterbegeisterten ASGler reichte, wurden die Rollen doppelbesetzt. Nicht immer leicht für die Zuschauer, doch durch gleiche oder ähnliche Bekleidung dennoch begreifbar. Alle, die gerade "pausierten", gaben sich im Backstage größte Mühe, mit akustischen Einlagen zum Erfolg beizutragen. Das Publikum amüsierte sich derweil sowohl über die gesamte Familie Northstate samt erschrockener Haushälterin Mrs. Blackwood als auch über den Immobilienmakler und den Story-Teller. Selbstverständlich auch erwähnenswert: das furchteinflößende Schlossgespenst, gespielt von Johanna Umlauf und Kira Lanz. Doch der neue Hausherr Mister Northstate (Nils Bandleon/Rabea Ell), seine Gattin (Alina Schönrock/Milena Wallburg), ihr ältester Sohn Washington (Marie Hahn/Tobias Metzner), die Zwillinge Bobby und Jimmy (Anna-Lena Christoph/Sarah Scherbarth) und die Teenager-Tochter Virginia (Rosa Körner/Carolina Oetker-Kast) mit ihrem Verlobten Alfred (Jannis Heursen/ Emelie Gorjup) lassen sich von derlei Geschichten nicht abschrecken.

Familie Northstate lässt sich nicht erschrecken

Ganz im Gegenteil zu Mrs. Blackwood (Lina Grittmann/ Anouk Wanke), die als Putzfrau dem jahrhundertealten Schloss pflichtschuldig die Treue hält und auch gerne mal - zum Unverständnis von Mr. Northstate - vor Schreck ohnmächtig wird. Und das schon am ersten Abend, als alle den roten runden Fleck auf dem Boden vor dem Kamin entdecken. Auf die Bemerkung der Hausherrin: "Ich fürchte, da hat man aus Unvorsichtigkeit etwas verschüttet", entgegnet die leise lächelnde Mrs. Blackwood nur: "Ja, gnädige Frau, es ist das Blut von Lady Eleanore de Canterville, welche hier auf dieser Stelle von ihrem Gemahl, Sir Simon de Canterville, im Jahre 1575 ermordet wurde."

Auch das Schlossgespenst, macht sich schon am ersten Abend im neuen Wohnsitz bemerkbar und versucht erfolglos, der Familie einen Schrecken einzujagen. "Alles Humbug", darin sind sich zum Entsetzen von Mrs. Blackwood alle Northstates einig, als sie versuchen, dem immer wieder auftauchenden Blutfleck vor dem Kamin mit "Pinkertons Universal-Fleckenreiniger" beizukommen. Und der praktisch denkende Mr. Northstate, der mit Geld alle Probleme lösen zu können glaubt, empfiehlt Maschinenöl, damit die Ketten des Geistes nachts nicht mehr so quietschen. Während die Zwillinge den Schlossgeist mit allerlei kindgemäßem Unfug erschrecken, um ihm das Spukleben zu vergällen, und ihn mit einem "Gegengespenst" schocken, gelingt Tochter Virginia das schier Unmögliche. Durch Zuhören und Empathie, danach mit tüchtigem Levitenlesen für ewiges Buntstifteklauen, erlöst sie das Schlossgespenst von seinem Fluch.

Trotz erkennbarem Spektakel war es eine Aufführung ganz nach dem Geschmack der Zuschauer. Entsprechend der Vielfalt der Rollen verliehen alle auf der Bühne aktiven Schülerinnen und Schüler ihren Personen Gesicht und Charakter. Mit ihrer Schauspielerei und einem gehörigen Maß an Körpereinsatz unterstrichen sie die Inhalte. Bei allen genannten Namen nicht zu vergessen: Sebastian Arnold, der Leiter der Theater-AG, Ivo Stilling, der für das Bühnenbild verantwortlich war, und Alicia Hochstuhl, die als Soufleuse bei eventuellen Texthängern aus der Patsche geholfen hätte.

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