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"Weniger Vorschriften und mehr Ermöglichungen"
09.07.2019 - 00:00 Uhr
Gaggenau (red) - Weihbischof Christian Würtz beauftragt am Samstag, 20. Juli, in der Jugendkirche in Achern-Fautenbach fünf Frauen und sechs Männer als Pastoralreferentinnen und Pastoralreferenten. Einer von ihnen ist Marius Krettenauer aus Gaggenau. Aktuell unterstützt der Theologe das Seelsorgeteam in der Seelsorgeeinheit Vorderes Murgtal im Dekanat Rastatt.


Krettenauer begann 2008 sein Studium für Deutsch und Theologie auf Lehramt am Gymnasium. Zum Theologiestudium entschied er sich laut einer Mitteilung der Erzdiözese Freiburg, weil er einen guten, tiefgehenden Religionsunterricht in der Oberstufe hatte und in der Jugendarbeit tolle Erfahrungen machen durfte.

"Gerade in dieser Zeit der Umbrüche und Unsicherheiten durfte ich die tolle Gemeinschaft in der kirchlichen Jugendarbeit und die Hoffnung auf einen Gott, der mich kennt, liebt und starkmacht, als sehr tragend erfahren", sagt Krettenauer heute. Schnell habe er im Studium gemerkt, dass die Fragen der Theologie ihn so sehr interessierten, dass er da voll einsteigen wollte.

"Das war eine Studienentscheidung. Dazu beigetragen haben sicherlich auch tolle Menschen, die ich im Theologie-Studium kennenlernen durfte."

Nicht nur im Missbrauchsskandal habe die Kirche Schuld auf sich geladen und damit dazu beigetragen, dass sie heute in der Gesellschaft in einem schlechten Licht erscheint, merkt der Pastoralreferent an. Er ist überzeugt: "Wir müssen darauf hinarbeiten, dass die Kirche diese Fehler überwindet und in der Gesellschaft wieder positiver gesehen wird. Die Botschaft, die wir haben, ist super. Da ist jemand, der dich kennt und liebt, der in allem Guten und Liebevollen gegenwärtig ist, der dich auch im Tod nicht verloren gehen lässt und der am Ende Gerechtigkeit schaffen wird."

Diese Botschaft und Hoffnung existiere, we il andere bezeugten, dass sie diesen Gott in ihrem Leben erfahren haben, betont Krettenauer. "Wir müssten es schaffen, dass Kirche - nicht nur für eine kleine Kerngemeinde - als Ort von Gemeinschaft erfahren wird. Dass der Glauben als etwas vermittelt wird, der tatsächlich etwas mit dem Leben der heutigen Menschen zu tun hat."

Der 32-Jährige sei sich sicher, dass dabei die Einzelnen "als Glaubenssubjekte" ernstgenommen werden müssten, schreibt die Erzdiözese Freiburg in einer Mitteilung. Krettenauer spricht sich deshalb auch für weniger Vorschriften und mehr Ermöglichungen aus. "Gerade in katechetischen Prozessen ist es wichtig, den Menschen positive Erfahrungen mit Kirche zu ermöglichen", sagt er. Zukünftig möchte sich Krettenauer verstärkt im Bereich der Kinder- und Jugendarbeit einbringen, junge Menschen begleiten, fördern und stärken.

Kirche als Ort der Gemeinschaft

"Ich möchte mit anderen unterwegs sein, mit ihnen Antworten auf das Leben finden, mit ihnen nach Gott suchen und Kirche zu einem Ort machen, der im Heute angekommen ist, der nicht durch Vereinsmeierei geprägt ist, sondern durch eine tolle Gemeinschaft", kündigt Krettenauer an.

Leiten lässt sich der künftige Pastoralreferent bei seiner kirchlichen Arbeit von einem Vers aus dem Buch des Propheten Jesaja: "Du gleichst einer Quelle, deren Wasser niemals versiegt" (Jes 58,11).

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