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Ein Feiertag kurz vor der großen Feier
Ein Feiertag kurz vor der großen Feier
11.07.2019 - 00:00 Uhr
Von Stephan Juch

Gernsbach - Die Zehntscheuern in der Amtsstraße sind ein Baudenkmal von überaus großer Strahlkraft. Das zeigt nicht nur die Tatsache, dass sich immer wieder Architektur-Studenten und Historiker mit ihnen beschäftigen, sondern auch der Kulturpreis KULT der Technologieregion Karlsruhe, den das Forum Gernsbacher Zehntscheuern 2018 gewonnen hat (wir berichteten). Kein Wunder, dass der Vorsitzende des Fördervereins, Peter Oetker, gestern von einem Freudentag sprach, als die aus den Jahren 1694 und 1701 stammenden Scheuern pünktlich zum 800. Jubiläumsfest der Stadt wiedereröffnet werden konnten.

"Ein Traum geht in Erfüllung", frohlockte Oetker im Beisein zahlreicher am Projekt Beteiligter, darunter der frühere Gernsbacher Bürgermeister Dieter Knittel und dessen Nachfolger Julian Christ. "Für mich ist heute ein besonderer Feiertag", sagte der amtierende Schultes, der es sich zur Aufgabe gemacht habe, die Altstadt generell aufzuwerten.

Auf diesem Weg bilden die Zehntscheuern den Auftakt; 845 000 Euro sind bisher in deren Sanierung geflossen. Das zeige, so Christ, dass zum einen Geld in die Hand genommen werden müsse, um das Ziel zu erreichen, und es zum anderen bürgerschaftlichen Engagements bedürfe - wie dies bei den Zehntscheuern in vorbildlicher Weise der Fall sei. Um weitere Maßnahmen in der Altstadt folgen zu lassen, kündigte der Bürgermeister ein entsprechendes Strategiepapier an, über das der Gemeinderat demnächst beraten soll.

Die Hauptsanierung der Zehntscheuern startete im Februar 2018. Seitdem wurden grundlegende Instandsetzungen der Tragkonstruktionen, das Abtragen der schweren Dacheindeckung und die altstadtgerechte Neueindeckung umgesetzt. Zudem wurden Schäden und Mängel an Böden, Decken und Wänden sowie an der Außenfassade behoben, Treppen, Tore, Fenster und Balkonköpfe in traditioneller Handwerkskunst saniert und teilweise erneuert. Dabei habe man stets darauf geachtet, den ursprünglichen Charakter der Gebäude so weit wie möglich zu erhalten, wie Architekt Bernd Säubert betonte. Denn ein ganz besonderes Merkmal des Kulturdenkmals sei ihre nach wie vor vorhandene Ursprünglichkeit, die es so nur noch ganz selten gebe. Die Arbeiten an den Zehntscheuern sind bis auf die noch fehlenden Klappläden und den restlichen Außenputzarbeiten an der Ost- und Südfassade abgeschlossen.

Die ausgeführten Gewerke haben sich vier Gernsbacher Firmen und weitere Fachfirmen geteilt, die allesamt auf Denkmalschutz spezialisiert sind. "Nun kann der Förderverein der Zehntscheuern den Innenausbau umsetzen, sodass die historischen Räume wieder geöffnet und belebt werden können", freute sich Bauamtsleiter Jürgen Zimmerlin.

Wer sich einen Einblick in die renovierten Zehntscheuern verschaffen möchte, der kann dies über das Jubiläumsfest am kommenden Wochenende (12. bis 14. Juli) tun, wenn das Forum Zehntscheuern neben Speis und Trank Auskunft über die Gebäudestruktur und dessen Besonderheiten gibt. Wer Glück hat, der kann vielleicht sogar in den Genuss einer kleinen Führung durch die sechs Stockwerke (drei Vollgeschosse, drei Dachgeschosse) kommen. Je nachdem, wie es der Besucherandrang zulässt. Zudem können sich die Gäste beim Jubiläumsfest auf eine Spezialedition der "Zehntscheuer-Kräuter" und auf das Münzprägen freuen.

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