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Sanierungsfall auf der Tagesordnung
Sanierungsfall auf der Tagesordnung
21.09.2019 - 00:00 Uhr
Von Joachim Birk

Weisenbach - Die Erneuerung des teilweise maroden Bergwegs wird die Gemeinde Weisenbach voraussichtlich teurer kommen als ursprünglich geplant. Dies wurde in der jüngsten Gemeinderatssitzung am Donnerstag deutlich. Bürgermeister-Stellvertreter Uwe Rothenberger hatte die Sitzung aus Termingründen einberufen: Noch vor Amtseinführung des künftigen Bürgermeisters Daniel Retsch sei die Zustimmung des Gemeinderats erforderlich, um für die Baumaßnahmen bis Ende September die Anträge für öffentliche Fördermittel auf den Weg zu bringen.


Für das beauftragte Sinzheimer Ingenieurbüro Baumeister erläuterte Klemens Mercsanits die im nächsten Jahr geplanten Baumaßnahmen: Demnach ist vorgesehen, den unteren Teil des Bergweges mit einer neuen Tragdeckschicht zu versehen. Aufwendiger wird es dagegen im oberen Straßenbereich, wo ein kompletter Ausbau mit Schotterbett, Asphalt-Tragschicht und abschließender Deckschicht erforderlich ist.

Vorangegangene Untersuchungen haben auch Schäden an den Abwasserkanälen unter der abschüssigen Straße ans Licht gebracht. Diese könnten, so Mercsanits, robotergesteuert, im sogenannten Inliner-Verfahren ohne Aufgraben behoben werden. Mehr Aufwand bringt nach seinen Worten der Neubau eines Ringkanals mit Anbindung an die Straße Im Viertel mit sich. Auch die Wasserversorgung im Bereich Bergweg stand auf der Agenda. Die bestehenden Leitungen stammen laut Beratungsvorlage teils aus den frühen 50er Jahren, teils sind sie noch älter. Daher will die Kommune die Versorgungsleitungen hier vollständig erneuern lassen.

Durch die Baumaßnahmen kommen auch auf einzelne Anwohner der Straße Mehrkosten zu. Sie äußerten Unverständnis im Rat über die geplante Abwasserführung. Statt der bisherigen Entwässerung talabwärts müssten ihre Häuser nun mittels Pumpwerken an die obenliegende Kanalisation des Bergweges angeschlossen werden. Rothenberger und Hauptamtsleiter Walter Wörner erläuterten, warum die technisch einfachere Lösung - die Sanierung der bestehenden Leitungen - rechtlich nicht umsetzbar sei: Die Abwasserleitungen führten teils über ein Privatgrundstück. Frühere Verhandlungen der Gemeinde mit dem Eigner über einen Verkauf seien am Preis gescheitert. "Die Gemeinde ist auch verwaltungsrechtlich an einen gewissen Preisrahmen bei solchen Verhandlungen gebunden," so Wörner zum Dilemma der Grunddienstbarkeit, also zum fehlenden öffentlichen Zugang zu den Ableitungen.

Ersichtlich wurde auch, dass der geplante Kostenrahmen für die Bergweg-Sanierung nicht ganz ausreichen wird. Ursprünglich ging die Verwaltung von Baukosten von insgesamt rund 668 000 Euro aus. Der Gemeindeanteil läge demnach unter Ausschöpfung aller Fördermöglichkeiten bei 213 700 Euro. Da aber nicht alle Zuschüsse aus Landessanierungsprogramm und gemäß den Förderrichtlinien Wasserwirtschaft als gesichert gelten können, muss die Gemeinde nach Einschätzung von Hauptamtsleiter Wörner stärker auf Eigenmittel zurückgreifen.

Als Vertreter des ausführenden Ingenieurbüros Baumeister nannte Klemens Mercsanits überdies einige Kostentreiber des Projekts beim Namen: So sei für die Wasserversorgung eine Stichleitung nicht ausreichend, zur Anbindung an die obenliegende Straße müsse ein "Ringschluss" eingebaut werden. Kanalschächte müssten saniert werden, die Hangmauer der Straßenkurve frostsicher fundiert, und nicht zuletzt sei auch bei der Entsorgung des alten, weil teerhaltigen Straßenbelags mit Mehrkosten zu rechnen. Aus den Reihen des Gemeinderats wurde die grundsätzliche Frage gestellt, ob der Aufwand für die Anbindung von ganzen vier Häusern tatsächlich lohne. Letztlich folgte das Gremium aber der Darstellung der Verwaltung zur Notwendigkeit der Baumaßnahme und gab sein Einverständnis.

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