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"Kleine Häuser haben keine Chance"
'Kleine Häuser haben keine Chance'
28.09.2019 - 00:00 Uhr
Von Markus Mack

Forbach - Die Umstrukturierung im Forbacher Krankenhaus wird fortgesetzt. Die Akutversorgung in der Murgtal-Klinik steht auf dem Prüfstand, so hatte noch im Juli dieses Jahres geheißen. Jetzt hat das Klinikum Mittelbaden weitere Überlegungen bekannt gegeben. Das bisher in Forbach und in Bühl vorhandene altersmedizinische Angebot soll in der zweiten Jahreshälfte 2020 in Bühl konzentriert werden. "Es ist schmerzlich, wenn eine Klinik geschlossen wird", unterstreicht Forbachs Bürgermeisterin Katrin Buhrke.





Sie macht strukturelle Vorgaben und personelle Engpässe für die jetzige Entscheidung verantwortlich. Erfreulich sei dagegen, dass das Haus an sich nicht geschlossen werde, sondern, dass neue Pflegeplätze dort geschaffen werden. "Der Bedarf ist ganz klar vorhanden."

Notfallversorgung

bleibt erhalten

Als positiv wertet die Bürgermeisterin auch, dass die medizinische Notfallversorgung erhalten bleibe und das DRK umziehen könne. "Kleine Häuser haben keine Chance", so ihre Einschätzung. 2018 habe die Situation noch anders ausgesehen; die Vorgaben auf Bundesebene hätten sich seitdem aber rasant geändert.

Als Folgenutzung für die bisherige Bettenstation wird eine Ausweitung des bestehenden Kurzzeitpflegeangebots um eine vollstationäre Pflege auf ihre wirtschaftliche Umsetzbarkeit hin überprüft, informiert das Klinikum. Die bisherige Küche soll zur Tagespflegeeinrichtung mit etwa 14 Plätzen werden, die von der Sozialstation Forbach-Weisenbach betrieben wird. Der Technische Ausschuss des Forbacher Gemeinderats gab in seiner Sitzung am Donnerstag einstimmig grünes Licht für das Vorhaben.

Sabine Reichl, Geschäftsführerin und Pflegedienstleiterin der Sozialstation, hält das für eine gute Lösung. Wichtig für die aktuelle Versorgung, beispielsweise bei Schlaganfällen oder Herzinfarkten, sei der schnelle Weg im Notfall in die richtige Einrichtung. Durch die pflegerischen Tätigkeiten bleibe das Haus mit Leben erfüllt, lobt sie die Zusammenarbeit mit dem Klinikum Mittelbaden. "Sonst würden wir uns hier nicht einmieten."

Im Forbacher Krankenhaus gibt es weiterhin eine niedergelassene Allgemeinmedizinerin und Sprechstundenangebote von Chefärzten des Klinikums, erläuterte Klinikum-Geschäftsführer Jürgen Jung gegenüber dem BT. Weiter gebe es operative Leistungen durch eine Arbeitsgemeinschaft niedergelassener Augenärzte.

Langfristig könnte Forbach durch diese Maßnahmen in ein wohnortnahes, medizinisches und pflegerisches Versorgungsangebot überführt und als Gesundheits- und Pflegezentrum gesichert werden. Alle geplanten Veränderungen hat der Aufsichtsrat des Klinikums Mittelbaden den Gesellschaftern zur Entscheidung vorgelegt. Der Gemeinderat Baden-Baden berät am 7. Oktober, der Rastatter Kreistag am 22. Oktober.

Problematisch waren in jüngeren Vergangenheit die gestiegenen Anforderungen an gerätetechnische und personelle Ausstattung. So konnten in Forbach wegen Personalmangels lediglich 28 der 40 Betten belegt werden, hieß es im Juli dieses Jahres. Forbach als eigenständiges Krankenhaus zu führen sei nicht möglich gewesen, nur durch die organisatorische Zusammenlegung mit der Klinik Rastatt war das Haus bislang überlebensfähig.

Hintergrund

Das Krankenhaus stand wegen der Gesundheitsreformen und der Finanzen wiederholt auf dem Prüfstand. Klinikdirektor Dr. Andreas Eichenauer betonte beim "Stabwechsel" von Chefarzt Dr. Hans-Martin Wahl an Carsten Frey im Juni vorigen Jahres noch die kluge Entscheidung zur Etablierung der Altersmedizin und die Einbindung in das Klinikum Mittelbaden sowie die Zusammenführung mit dem Krankenhaus Rastatt. So konnte das Angebot über die Zeit gerettet werden.

Jetziges Ziel ist, in der zweiten Jahreshälfte 2020 die Altersmedizin in Bühl zusammenzuführen. Die Mitarbeiter werden alle übernommen und bekommen Angebote im Pflegebereich Forbach oder an anderen Klinikstandorten, teilt das Klinikum Mittelbaden auf Anfrage mit. Betriebsbedingte Kündigungen gebe es keine.

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