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Aufschwung und Niedergang des Kurwesens
04.10.2019 - 00:00 Uhr
Gaggenau (uj ) - "Einblicke in vergangene Zeiten" lautet der Untertitel der neuen Broschüre "Aus der Geschichte des Kurparks von Bad Rotenfels". Am Dienstag stellten Autorin Marianne Müller und Otmar Schmitt, verantwortlich für Satz und Gestaltung, das 32-seitige Heft vor und übergaben Oberbürgermeister Christof Florus das erste Exemplar.

Der OB hob hervor, dass die beiden Bürger der Stadt in privater Eigeninitiative ihr Augenmerk dem Kurpark widmeten. Dabei wird der Bogen von der Übernahme des Kurparks 1816 durch Markgraf Wilhelm von Baden bis zur Gegenwart geschlagen", schreibt Florus in einem Grußwort. Es handle sich um ein Zeitdokument.

Im ersten Beitrag der Broschüre informiert die Autorin über das Gut Rotenfels, das 1816 Markgraf Wilhelm von seiner Mutter übernahm. Ein wesentlicher Aspekt für den Aufschwung war die Entdeckung der Elisabethenquelle. Bei Bohrungen nach Steinkohle am Fuße des Schanzenbergs wurde in einer Tiefe von 330 Fuß eine Kluft eingeschlagen, aus der zugleich Wasser in das Bohrloch aufstieg. Der Markgraf ließ die Suche nach Steinkohle einstellen, ordnete die Fassung der Quelle an und nannte sie Elisabethenquelle zu Ehren seiner Gemahlin Elisabeth.

Hotel und Trinkhalle werden abgerissen

Bereits 1840 ließ Wilhelm eine Trinkhalle bauen. Baumeister war Johann Belzer aus Weisenbach. Nach Beobachtungen des Badearztes Dr. Krämer soll das Wasser unter anderem bei vielerlei Leiden und Krankheiten des Magen- und Darmtrakts, der Leber, Milz und auch bei Frauenkrankheiten helfen. Hinzu kam drei Jahre nach Entdeckung der Bau des Badhotels Elisabethenquelle im Schweizerstil mit 25 Fremdenzimmern und Restaurant. Rotenfels war ein berühmter Kurort geworden. Das Wasser der Elisabethenquelle wurde in Tonkrügen versandt. Die Blüte hielt nicht lange. "Niedergang des Badwesens" ist ein Kapitel überschrieben. Mit dem Tode des Markgrafen am 11. Oktober 1859 ging es mit dem Kurwesen in Rotenfels bergab. 1887 wurde die Anwendung von Kurmitteln eingestellt.

Das Badanwesen wechselte mehrfach den Besitzer. 1906 ließ die Fürstin Feodora zu Leiningen-Amorbach, Enkelin von Markgraf Wilhelm, Hotel und Trinkhalle abreißen. "Über die Quellenfassung wurde eine erbärmliche Holzhütte errichtet", ist in der Broschüre zu lesen. In der Folgezeit verwaiste die Elisabethenquelle.

Erst 1931 ließ Bürgermeister August Huber die Quelle neu fassen. Das Kurwesen lebte in den Folgejahren wieder auf, insbesondere nach der Nazizeit. 1986 wurde der Kurbetrieb eingestellt.

Die neue Broschüre ist ausschließlich beim "Bücherwurm" zum Preis von sechs Euro erhältlich. Die Auflage beträgt 200 Exemplare.

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