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"Der Klimawandel ist im Wald angekommen"
'Der Klimawandel ist im Wald angekommen'
07.10.2019 - 00:00 Uhr
Gernsbach (red/stj) - Der Wald in Baden-Württemberg befindet sich aktuell in einem besorgniserregenden Zustand. Infolge von Dürre und Befall mit Schadinsekten und Pilzen sterben bei uns großräumig Waldbestände ab. In den Rheinauen stirbt die Esche am Eschentriebsterben, einer Pilzinfektion. Im Hardtwald der Rheinebene vertrocknen Kiefern, Douglasien, Buchen und Eichen. Und im Schwarzwald fällt die Fichte dem Borkenkäfer zum Opfer; selbst Buchen und Tannen, die natürlichen Charakterbaumarten des Schwarzwalds, zeigen seit dem Dürresommer 2018 deutliche Schäden. "Der Klimawandel ist im Wald angekommen", betont das Kreisforstamt im Landratsamt Rastatt.

Aus diesem Anlass hat Regierungspräsidentin Sylvia Felder im Rahmen ihres Kreisbesuchs am Mittwoch auch auf dem Kaltenbronn Station gemacht. Zusammen mit Landrat Toni Huber und Bürgermeister Julian Christ hat Felder am Infozentrum drei Laubbäume gepflanzt. Mit dieser symbolischen Aktion wollen die Politiker auf den angeschlagenen Gesundheitszustand des Waldes aufmerksam machen. Die Aktion sei zudem als Aufforderung an die Bevölkerung zu verstehen, auch auf eigenen Grundstücken nach Möglichkeit Bäume zu pflanzen. Denn das wirksamste Mittel gegen die fortschreitende Klimaerwärmung heißt mehr Wald, wie eine aktuelle Studie der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich besagt: Der Aufbau und die Erhaltung standortgerechter, gemischter und klimastabiler Wälder ist eine bedeutende gesellschaftliche Aufgabe.

Im Rahmen einer bundesweiten Aktion - in Baden-Württemberg unter dem Motto "Mein Baum fürs Land" und im Norden Deutschlands unter dem Begriff "Einheitsbuddeln" - fanden zwischen dem 2. und 4. Oktober bundesweit öffentliche Baumpflanzungen und Bürgerpflanzaktionen statt, mit denen auf die kritische Lage des Waldes und seinen Beitrag zur Verbesserung des Klimas hingewiesen wird.

Bäume, die mildere



Regionen bevorzugen

Um zu betonen, dass dem Aufbau gemischter Wälder und der richtigen Baumartenwahl für einen klimastabilen Wald der Zukunft sehr große Bedeutung beizumessen ist, werden im Rahmen der Pflanzaktion unterschiedliche Baumarten gepflanzt. Laut Mitteilung des Forstamts Rastatt handelt es sich dabei nicht nur um Bäume, die - wie der Bergahorn - bereits seit Langem in den Bergmischwäldern der Schwarzwaldhochlagen heimisch und etabliert sind.

In Anbetracht des sich wandelnden Klimas wurden auch eine Traubeneiche und ein Walnussbaum gepflanzt. Das seien Bäume, die eher mildere Regionen bevorzugen. Bei fortschreitender Erwärmung dürften sich diese Baumarten am Kaltenbronn in Zukunft wohl fühlen und dazu beitragen, den Wald in Zeiten des Klimawandels zu stabilisieren, erklären die Experten.

Die Förster und Waldbesitzer stehen nun vor der großen Herausforderung, entstandene Kahlflächen mit klimastabilen Baumarten wieder aufzuforsten und den Wald für den Klimawandel fit zu machen. Der Wald erfülle nicht nur viele Schutzfunktionen für die Umwelt und den Menschen, er ist auch ein wichtiger CO 2 -Speicher.

Durch die Photosynthese entnehmen die Bäume CO 2 aus der Atmosphäre und binden es als Kohlenstoff im Holz. Die naturnahe Holzproduktion und der Einsatz von Holz - zum Beispiel durch den Bau von Holzhäusern - führt deshalb zur Reduktion der CO 2 -Konzentration unserer Atmosphäre und wirkt dem Klimawandel entgegen, erklärt das Kreisforstamt.

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